Antrag auf Insolvenz

Gläubiger stimmen über Zukunft der Brauerei Eichbaum ab

Weniger Jobs, neuer Investor oder das Aus: Für die Brauerei Eichbaum entscheidet sich bald alles. Was die Gläubigerversammlung für die Marke und die Mitarbeitenden bedeutet.

Bei der insolventen Privatbrauerei Eichbaum in Mannheim steht die Entscheidung über die Zukunft an (Archivbild).

© IMAGO/masterpress/Markus Proßwitz

Bei der insolventen Privatbrauerei Eichbaum in Mannheim steht die Entscheidung über die Zukunft an (Archivbild).

Von red/dpa/lsw

Bei der insolventen Privatbrauerei Eichbaum in Mannheim steht die Entscheidung über die Zukunft an: Entweder kommt es zu einem Einstieg eines Investors oder zur Abwicklung des Mittelständers. Am kommenden Dienstag ist eine Gläubigerversammlung einberufen, die abschließend über das weitere Vorgehen abstimmt.

Bevor die Gläubiger zusammen kommen, tagt der Gläubigerausschuss. Wenn ihm kein wirtschaftliches Konzept vorgelegt wird, kommt es zur endgültigen Stilllegung des Unternehmens und alles wird zu Geld gemacht, was sich verkaufen lässt. Nach früheren Angaben der Geschäftsführung waren unter den Interessenten für Eichbaum Finanzinvestoren und strategische Investoren. Ziel sei es, den Standort und die Marke zu erhalten.

Wenn Eichbaum seinen Betrieb fortführt, kommt es auf jeden Fall zu einem Personalabbau. Es seien knapp 100 Personen betroffen, so die frühere Aussage der Geschäftsführung von Mitte Februar. Die Zahl der Beschäftigten sollte demnach in den kommenden Monaten auf unter 200 sinken. Faktisch soll damit rund jede dritte Stelle in der Brauerei wegfallen: Aktuell arbeiten bei dem Unternehmen noch knapp 290 Menschen.

Antrag auf Insolvenz Ende Oktober

Die Brauerei hatte Ende Oktober den Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Im Export war der Umsatz zurückgegangen, im Inland sank die Nachfrage. Das führte zu einem erheblichen Liquiditätsengpass. Das Unternehmen liefert eigenen Angaben zufolge weltweit in mehr als 60 Länder. Es sollte früheren Plänen zufolge von einer reinen Brauerei zu einem breiter aufgestellten Getränkehersteller umgebaut werden.

Eigenverwaltung bedeutet, dass das Unternehmen während des Verfahrens die Verfügungsgewalt behält und damit entscheidungs- und handlungsfähig bleibt. Dem Unternehmen ist ein Sachwalter zur Seite gestellt, der die Geschäftsführung überwacht. Weil der Bierkonsum in Deutschland seit Jahren zurückgeht, laufen die Geschäfte bei vielen Brauereien nicht gut.

Erst kürzlich war bekanntgeworden, dass Eichbaum seine Marke Karamalz samt Produktion an Veltins verkauft hat. Der Verkaufspreis wurde nicht genannt.

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Erstellt:
22. März 2026, 10:50 Uhr

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