Glasfaser bald in allen Stadtteilen

Die Teilorte Horbach, Oberschöntal, Stiftsgrundhof und Ungeheuerhof werden ans Breitbandnetz angeschlossen. Damit verschwinden die letzten „weißen Flecken“ im Backnanger Stadtgebiet. Der Ausbau wird von Bund und Land mit insgesamt knapp 1,4 Millionen Euro gefördert.

Symbolischer Spatenstich in Oberschöntal für den Beginn des Breitbandausbaus in unterversorgten Ortsteilen. Bald steht schnelles Internet in ganz Backnang zur Verfügung. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Symbolischer Spatenstich in Oberschöntal für den Beginn des Breitbandausbaus in unterversorgten Ortsteilen. Bald steht schnelles Internet in ganz Backnang zur Verfügung. Foto: A. Becher

Von Florian Muhl

Backnang. Ab heute können sich die Einwohner der Backnanger Teilorte Horbach und Oberschöntal sowie Stiftsgrundhof und Ungeheuerhof fürs schnelle Internet anmelden beziehungsweise registrieren (siehe Infokasten). Wer Interesse hat und sich bis etwa Mitte August entschließt, erhält den Hausanschluss kostenlos. Gestern war der feierliche symbolische Spatenstich für den Ausbau des Glasfasernetzes. Wenn die Arbeiten wie geplant im Herbst beendet sind, wird ganz Backnang inklusive aller Ortsteile über ein Breitbandnetz verfügen.

Derzeit sieht es noch anders aus: „An einigen wenigen Stellen in der Stadt liegt die Breitbandversorgung noch unter 30 MBit pro Sekunde“, sagte Maximilian Friedrich. „Die vier Teilorte Horbach, Oberschöntal, Stiftsgrundhof und Ungeheuerhof sind unterversorgte Gebiete – sogenannte weiße Flecken der Grundversorgung“, so der Oberbürgermeister weiter. Und der Rathauschef fügte noch an: „Im Alltag sogar oft im Bereich unter zehn Megabit.“ Friedrich erinnerte sich an den BKZ-Bericht über Florian Pfaff, Juniorchef der Firma Pfaff-Gas-Technik im Stiftsgrundhof, der in der Hauptnutzungszeit überhaupt gar keine Internetverbindung mehr hinbekam.

Damit soll nun Schluss sein. In den nächsten Wochen und Monaten wird gegraben, aber viel öfter noch die bereits vorhandene Infrastruktur verlegter Leerrohre genutzt, um Glasfaserleitungen einzuschieben. „Es werden insgesamt sechs Netzverteiler aufgebaut, rund 5,4 Kilometer Tiefbau wird durchgeführt und insgesamt sinds 43 Kilometer Glasfaser, die eingezogen werden müssen“, erläuterte Telekom-Sprecher Alexander Ostertag. Eine Reihenfolge der Bauarbeiten in den Ortsteilen gebe es noch nicht. Dort, wo das Anschlussinteresse am größten sei, werde begonnen.

Wie Richard Sigel sagte, könnten in den vier genannten Ortsteilen 140 Gebäude angeschlossen werden (160 Haushalte). Der Landrat wies darauf hin, dass sich der Anteil der Glasfaserversorgung in Haushalten im Rems-Murr-Kreis in den vergangenen drei Jahren verzehnfacht hat, letztlich auch dank des Zweckverbands Breitbandausbau Rems-Murr und der Gigabit-Region Stuttgart. Bund und Land unterstützen den Ausbau mit insgesamt 1,384 Millionen Euro. „Das entspricht 90 Prozent der förderfähigen Kosten“, sagte Friedrich, der auf eine Aktion in der Innenstadt hinwies. Dort haben gerade 1800 Haushalte die Möglichkeit, kostengünstig (ohne Anschlussgebühr) ans schnelle Internet zu kommen.

Rasanter Anstieg der Glasfaseranschlüsse im Kreis

2019 Für etwa 1500 Haushalte und Unternehmen sowie für zwei Gewerbegebiete wurde im Rems-Murr-Kreis ein Zugang zum Glasfasernetz hergestellt.

2020 Es folgten rund 13300 Anschlüsse, acht allein in Gewerbegebieten.

2021 Weitere 3900 Haushalten und Unternehmen sowie vier Gewerbegebiete erhielten einen Zugang zum Glasfasernetz. Von den 114 Gewerbegebieten im Kreis sind damit bereits 53 mit Glasfaserleitungen ausgebaut.

Anstieg Von 2019 bis 2021 ist der Anteil der Glasfaserversorgung in Haushalten im Rems-Murr-Kreis um das Zehnfache gestiegen.

Registrierung Wer in den Teilorten Horbach, Oberschöntal, Stiftsgrundhof und Ungeheuerhof Interesse am schnellen Internet hat, kann sich ab heute unter www.telekom.de/glasfaser registrieren. Laut Telekom-Sprecher Alexander Ostertag hat man dazu etwa ein halbes Jahr Zeit und man bekommt den Hausanschluss kostenlos. Auch in einigen Jahren kann man sich noch anschließen lassen. Dann kostet der Anschluss aber 800 Euro.

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Erstellt:
10. Februar 2022, 06:00 Uhr

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