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Glücksbotschaften in schweren Zeiten

Paula Schmidgall und Tabea Lüders sind im Weissacher Tal und in Althütte mit einer coolen Plakataktion unterwegs

Mit einer coolen Plakataktion sind Paula Schmidgall und Tabea Lüders zugange. Die beiden Studentinnen, die im vergangenen Jahr beim Kreisjugendring ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert und dabei die Kampagne Partnerschaft für Demokratie kennengelernt haben, senden Glücksbotschaften. Ihre Poster hängen im Weissacher Tal und Althütte.

Coole Botschaften vermitteln die Plakate, die im Weissacher Tal und in Althütte zu finden. Mit einem eigenen Beitrag hat sich der 18-jährige Tobias Blatt an der Aktion beteiligt.

Coole Botschaften vermitteln die Plakate, die im Weissacher Tal und in Althütte zu finden. Mit einem eigenen Beitrag hat sich der 18-jährige Tobias Blatt an der Aktion beteiligt.

Von Armin Fechter

BACKNANG/WEISSACH IM TAL. Die Glücksmacherinnen, das sind die 19-jährige Paula Schmidgall aus Weissach im Tal und die 20-jährige Tabea Lüders aus Auenwald. Während ihrer gemeinsamen FSJ-Tage im Kreishaus der Jugendarbeit in Backnang hat die Sache mit den Glücksbotschaften ihren Anfang genommen: Täglich sandten die beiden kleine, aufmunternde, heitere Nachrichten an die Kollegen beim Kreisjugendring und ernteten dafür viel positive Resonanz. Und weil das Verfassen der kurzen Mitteilungen viel Spaß bereitete, wollten Tabea und Paula nach dem Ende des Freiwilligendiensts nicht damit aufhören. Also beschlossen sie, einen kleinen Blog zu schreiben und ihren „Pau-Tab-Spirit“ weiter zu verbreiten.

Und so ist nun dort seit vergangenen September mehr oder weniger regelmäßig das „Daily Update“ mit ihren Gedanken zu lesen. „Meine Bi(e)ber haben Fieber“ heißt es dort beispielsweise, und es folgt eine Geschichte, die mit Kindheitserinnerungen und dem Studentinnenleben zu tun hat. Oder es wird über „Olympische Spiele auf dem Sofa“ philosophiert. Die durchgängige Idee ist dabei, auf kleinere glücksbringende Details des Alltags aufmerksam zu machen.

„Wer im Alltag glücklich ist, hat mehr vom Leben“

Der „Blog für alltägliche Glücksangelegenheiten“ ist auf www.gluecksmacher.jimdofree.com zu finden. Ihre Mission beschreiben die beiden so: „Wer im Alltag glücklich ist, hat mehr vom Leben. Doch oft bietet der immer gleiche Tagesablauf keine offensichtlichen Freuden. (...) Genau deshalb ist es wichtig, sich an den kleinen Dingen zu erfreuen und die daraus resultierende gute Laune weiterzugeben. Eben das wollen wir durch diesen Blog erreichen: gute Laune verbreiten, Menschen zum Lächeln bringen und den Alltag ein bisschen bunter machen.“

Das gleiche Motiv steckt auch hinter der Plakatkampagne, mit der sie dem Coronavirus den Kampf angesagt haben. „Kopf hoch, sonst kannst du die Sterne nicht mehr sehen“, steht auf einem der Poster, auf einem anderen ist zu lesen: „Ich habe bis heute nicht gehört, dass Klopapier einen Schutz vor einem Virus darstellt.“ Und eine weitere Sprechblase besagt: „Hallo du, ja genau, dich meine ich! Wusstest du schon, dass Lachen nicht verboten worden ist?“

Tabea Lüders erklärt den Hintergrund: „Die Idee, Glücksbotschaften von Menschen für andere Menschen in der Welt zu verteilen, kam mehr oder weniger automatisch durch die Situation, in der wir uns alle plötzlich wiedergefunden haben. Niemand von uns hatte es bisher erlebt, seine Freunde nicht treffen zu dürfen oder seinem Hobby nicht nachgehen zu können. Da wird man schnell irgendwie einsam und vor allem schlecht gelaunt. Deswegen ist es vor allem jetzt, aber eigentlich sowieso immer, so wichtig, anderen Menschen mit Worten die Tage zu verschönern und ihnen zu zeigen, dass sie nicht allein sind.“

Im Alltag, so Tabea Lüders weiter, vergisst man manchmal ein bisschen, wie viel man mit wenigen netten Worten auslösen kann: „Das wurde vor allem in den letzten Tagen zum Motto für unsere Blogeinträge und Grundlage für den Versuch, eine virtuelle Pinnwand mit Glücksbotschaften aufzubauen.“

Ein Beitrag, um Einschränkungen besser verkraften zu können

Tabea Lüders verweist aber auch auf Melanie Rautscher vom Kreisjugendring. Deren Idee sei es gewesen, die Botschaften in Form von Plakaten im ganzen Weissacher Tal und in Althütte zu verbreiten. Es sei darum gegangen, „irgendeinen Beitrag leisten zu wollen, damit all die Einschränkungen besser verkraftet werden können“. Denn: „Daheim rumsitzen und abwarten, bis alles wieder vorbei ist, hat sich für uns alle irgendwie falsch angefühlt.“ Mit der Glücksplakataktion sind alle Menschen aus dem Weissacher Tal und Althütte eingeladen, ihre Gedanken und Ideen mit anderen zu teilen.

Wer seine Statements auch gerne auf einem Plakat sehen will, schickt diese an vielfalt@jugendarbeit-rm.de. Möchte jemand seine Glücksbotschaft vielleicht per Post verschicken oder damit die Haustür verschönern? Die Botschaften gibt es auch in Form von Postkarten im Fünferpack und als Poster im A2- und A3-Format. Dafür lautet die Adresse ebenfalls vielfalt@jugendarbeit-rm.de.

Umgesetzt und finanziert wurde die Aktion im Rahmen des Jugendfonds, der Teil des Projekts „Wir für Vielfalt – Partnerschaft für Demokratie Weissacher Tal und Althütte“ ist. Dieses wird von den Gemeinden Allmersbach im Tal, Althütte, Auenwald und Weissach im Tal umgesetzt. Im Zentrum stehen die Förderung von Demokratiebildung, Vielfalt und Toleranz sowie Extremismusprävention. Finanziell gefördert wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Nähere Informationen dazu gibt es auf www.demokratieleben.de und www.bmfsfj.de.

Tabea Lüders empfiehlt mit diesem Plakat, Bilder von Quokkas zu suchen und dann glücklich durch die Wohnung zu hüpfen.

Tabea Lüders empfiehlt mit diesem Plakat, Bilder von Quokkas zu suchen und dann glücklich durch die Wohnung zu hüpfen.

Lachen ist das Einzige, womit man sich wirklich anstecken sollte: Das ist der Rat, auf den Paula Schmidgall hinweist. Fotos: privat

Lachen ist das Einzige, womit man sich wirklich anstecken sollte: Das ist der Rat, auf den Paula Schmidgall hinweist. Fotos: privat

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Erstellt:
21. April 2020, 06:00 Uhr

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