Reaktionen auf Trumps Zoll-Drohung
Grönländische Ministerin lobt Europa – Macron nennt US-Zölle „inakzeptabel“
Nach der Ankündigung des US-Präsidenten reagieren Grönland sowie weitere betroffene Länder. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron nennt Trumps Zusatzzölle „inakzeptabel“.
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Die grönländische Ministerin Naaja Nathanielsen lobte Europas Reaktionen auf Trumps angekündigte Zusatzzölle, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nannte die Zölle „inakzeptabel“.
Von red/AFP
Eine der bekanntesten Ministerinnen im grönländischen Kabinett hat die Reaktion der betroffenen europäischen Länder auf die Strafzölle von US-Präsident Donald Trump gelobt. „Ich bin erstaunt über die ersten Reaktionen der anvisierten Länder“, erklärte die Ministerin für mineralische Ressourcen, Naaja Nathanielsen, am Samstag im Onlinedienst Linkedin. „Ich bin dankbar und hoffnungsvoll, dass Diplomatie und Partnerschaft obsiegen werden.“
Trump hatte am Samstag wegen des Streits um Grönland Strafzölle gegen Deutschland und sieben andere europäische Länder angekündigt. Solange die USA die zu Dänemark gehörende Insel nicht kaufen könnten, sollten Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland ab dem 1. Februar zusätzliche Zölle von zehn Prozent auf alle Einfuhren in die USA zahlen, erklärte Trump. Ab dem 1. Juni würden diese Zölle auf 25 Prozent erhöht.
Großbritannien und Schweden kritisieren Trump-Pläne
Betroffene Länder wie Großbritannien und Schweden kritisierten Trumps Ankündigung. In Berlin erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius, die Bundesregierung habe Trumps Ankündigung „zur Kenntnis genommen“. Sie befinde sich nun „in engster Abstimmung mit den europäischen Partnern“. „Gemeinsam werden wir zur gegebenen Zeit über geeignete Reaktionen entscheiden“, fügte Kornelius hinzu.
Macron_ Zusatzzölle sind „inakzeptabel“
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron nannte Trumps Zusatzzölle wegen Grönland „inakzeptabel“. Sollte die Ankündigung bestätigt werden, würden die Europäer darauf „geeint und koordiniert reagieren“, erklärte Macron am Samstag im Onlinedienst X und fügte hinzu: „Wir werden den Respekt der europäischen Souveränität durchzusetzen wissen.“
„Keinerlei Einschüchterung oder Drohung wird uns beeinflussen, weder in der Ukraine noch in Grönland noch sonstwo in der Welt“, versicherte der französische Präsident. Aus seinem Umfeld verlautete, Macron werde sich in den „kommenden Stunden“ mit den europäischen Partnern austauschen, insbesondere mit denen, die Trump ebenfalls mit Zusatzzöllen belegen will. Die EU verfüge über „robuste Instrumente, um auf diese Praktiken zu reagieren und ihre Unternehmen zu schützen“.
Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark. Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet. Meist war von einem Kauf der Arktis-Insel die Rede, aber auch militärische Gewalt schloss Trump nicht aus. Da Dänemark wie die USA der Nato angehört, droht der Konflikt um Grönland auch die Nato zu spalten.
Vor dem Hintergrund von Trumps Drohungen hatte am Donnerstag in Grönland eine Erkundungsmission mehrerer Nato-Länder begonnen. Auch die Bundeswehr ist mit gut einem Dutzend Soldaten an „Arctic Endurance“ beteiligt. Mehrere Experten werteten die Erkundungsmission als „strategisches Signal“ an die USA.
