Großbaustelle beim Gesundheitszentrum

Nächsten Monat beginnt auf dem ehemaligen Krankenhausgelände in Backnang der Abriss des Parkdecks. In den kommenden drei Jahren sollen an der Karl-Krische-Straße eine neue Tiefgarage und darüber 48 bezahlbare Mietwohnungen entstehen.

Die Tage der Parkgarage beim Backnanger Gesundheitszentrum sind gezählt. Die Kreisbau will das marode Bauwerk nicht mehr sanieren, sondern abreißen. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Die Tage der Parkgarage beim Backnanger Gesundheitszentrum sind gezählt. Die Kreisbau will das marode Bauwerk nicht mehr sanieren, sondern abreißen. Foto: A. Becher

Von Kornelius Fritz

Backnang. Acht Jahre liegt der Abriss des Backnanger Kreiskrankenhauses nun schon zurück. Nur das Parkhaus mit seinen rund 200 Stellplätzen blieb damals stehen. Doch nun steht ihm dasselbe Schicksal bevor: Wie die Kreisbaugesellschaft in Waiblingen mitteilt, sollen Ende Mai die Abrissbagger anrücken; vorbereitende Arbeiten beginnen bereits in der Woche nach Ostern.

Ursprünglich hatte das kreiseigene Unternehmen eine Sanierung der dreistöckigen Parkgarage geplant, doch bei Voruntersuchungen zeigte sich, dass die Schäden an dem 35 Jahre alten Bauwerk noch wesentlich massiver waren als angenommen. Die Sanierung wäre dadurch nicht nur rund drei Millionen teurer geworden als gedacht, sondern es hätte auch das Risiko weiterer Folgekosten bestanden. So entschied sich die Kreisbau dafür, das marode Bauwerk ganz abzureißen und neu zu bauen. An den Mehrkosten von rund zwei Millionen Euro beteiligt sich der Landkreis mit einer Kapitaleinlage von einer Million. Bei der Stadt Backnang begrüßt man den Neubau der Parkgarage. „Damit entsteht ein neues Gebäude, dessen Lebensdauer deutlich länger sein wird als bei einem sanierten Objekt“, erklärt Baudezernent Stefan Setzer.

Der Neubau bietet weitere Vorteile: Die Kapazität der Parkgarage wird sich dadurch nicht nur um 28 Stellplätze erhöhen, auch die Rampen sowie die Ein- und Ausfahrten können dadurch breiter und komfortabler geplant werden. Außerdem soll ein zusätzliches Treppenhaus mit Aufzug entstehen, über das auch Besucher mit eingeschränkter Mobilität barrierefrei vom Parkhaus zum Gesundheitszentrum kommen.

Verkehrschaos während der Bauzeit befürchtet

Unverändert bleiben dagegen die Pläne für das, was oben auf der Parkgarage entstehen soll: Dort plant die Kreisbau sieben Wohngebäude in Holzbauweise. Die insgesamt 48 Wohnungen sollen zu einer vergünstigten Miete an Personen mit geringem Einkommen vermietet werden. Die Stadt Backnang hat bei der Belegung ein Vorschlagsrecht.

Bei der Kreisbau rechnet man mit einer Bauzeit von rund drei Jahren. Für die Anwohner und Gewerbetreibenden könnte es eine nervenaufreibende Zeit werden, denn schon jetzt geht es in den Straßen rund um das Gesundheitszentrum ziemlich eng zu. „Es herrscht dort eine schwierige Situation und die Baustelle wird das nicht erleichtern“, weiß Baudezernent Setzer. Trotzdem ist er zuversichtlich, dass das Verkehrschaos, was manche befürchten, ausbleiben wird. Immerhin hat die Kreisbau zugesagt, ihr Projekt in zwei Abschnitten umzusetzen, sodass auch während der Bauzeit immer ein Teil der Stellplätze zur Verfügung stehen wird – in der ersten Phase allerdings nur 46 von insgesamt 195. Weitere 27 Parkplätze werden vorübergehend auf dem Quartiersplatz eingerichtet.

Weil das aber nicht reichen wird, hat die Kreisbau zusätzlich eine Parkfläche auf dem sogenannten Aurelis-Areal an der Maubacher Straße von der Stadt gemietet. Dass die Stadt auf diesem Gelände auch eine Flüchtlingsunterkunft errichten will (wir berichteten), tangiert die Pläne nicht. Der Ersatzparkplatz ist vor allem für Dauerparker und Beschäftigte aus dem Gesundheitszentrum gedacht. Allerdings sind es bis dorthin rund 600 Meter Fußweg. „Natürlich ist das nicht besonders komfortabel, aber es gab keine sinnvolle Alternative“, erklärt Baudezernent Setzer.

Definitiv keine Option sei es jedenfalls, in den angrenzenden Wohngebieten zu parken. Wer es dennoch versuche, der müsse mit empfindlichen Bußgeldern rechnen, kündigt der Baudezernent an. Das Ordnungsamt werde während der Bauzeit verstärkt in diesen Straßen kontrollieren.

Verkehrsversuch wird verlängert

Einbahnstraße Um die Verkehrsprobleme im Bereich des Gesundheitszentrums zu entschärfen, hat die Stadt im vergangenen Sommer die Einbahnstraßenregelung im Krankenhausweg gedreht. Seitdem können Autofahrer aus der Karl-Krische-Straße das Gebiet über den Krankenhausweg Richtung Stuttgarter Straße verlassen. Die Neuregelung wurde zunächst auf ein Jahr befristet.

Verlängerung Die erhoffte Verkehrsberuhigung ist dadurch nach Angaben von Ordnungsamtsleiterin Gisela Blumer bisher nicht eingetreten. Umgekehrt lassen sich aber auch keine negativen Effekte feststellen. Blumer plädierte deshalb im Verkehrsausschuss dafür, den Versuch um mindestens ein Jahr zu verlängern: „Dann haben wir eine bessere Datengrundlage.“

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Erstellt:
13. April 2022, 06:00 Uhr

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