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Großer Spaß mit kleinen Booten

Auch bei der 35. Murr-Regatta des Backnanger Jugendzentrums sind nicht alle trocken geblieben. Beste Stimmung herrschte entlang der Murr anlässlich des Miniboot-Wettbewerbs. Die Aktion fand bei Teilnehmern und Zuschauern großen Anklang.

Olaf, der Schneemann aus dem Film „Die Eiskönigin“, hat den Weg murrabwärts gefunden und wird an Land geholt. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Olaf, der Schneemann aus dem Film „Die Eiskönigin“, hat den Weg murrabwärts gefunden und wird an Land geholt. Foto: A. Becher

Von Simone Schneider-Seebeck

BACKNANG. Die Sonne scheint, eine leichte Brise weht, kleine Wellen kräuseln die Wasseroberfläche – ein sommerlicher Samstagnachmittag an der Murr. Auf den Treppenstufen an der Bleichwiese genießen fröhliche Menschen ein Eis, unterhalten sich – und Olaf, der Schneemann aus dem Film „Die Eiskönigin“, thront über allem. Ja, wieso? Der sympathische Schneemann steht da auf Skiern mit einer riesengroßen Eistüte auf dem Rücken und lacht freundlich in die Runde.

Bei näherer Betrachtung sieht man, dass fast jedes Grüppchen auf der Treppe ein Boot bei sich hat. Selbst gebaut, in vielerlei Variationen, wobei das Floß zu dominieren scheint. Natürlich, heute findet die Juze-Murr-Regatta statt, allerdings eine Nummer kleiner als sonst. „Wegen Corona konnten wir in diesem Jahr keine richtige Regatta veranstalten“, so Steffen Stäudle, der erste Kassier. Aber ausfallen lassen? Vor zwei Wochen entschieden sich die Veranstalter, die beliebte Spaßregatta im Kleinformat durchzuführen. Und trotz der kurzen Vorbereitungszeit hat sich nun ein buntes Sammelsurium an Fahrzeugen gefunden, um den Wettkampf aufzunehmen. In drei Kategorien gibt es Preise zu gewinnen: für das schnellste Boot, das kreativste und das, was sich am besten recyceln lässt.

Der weithin sichtbare Olaf ist das größte Gefährt. Sein Erbauer Henry Haußner ist seit über 20 Jahren bei der Murr-Regatta dabei. Ehrensache, dass man auch dieses Mal an den Start geht. Drei Abende intensiver und kreativer Teamarbeit stecken im Schneemann auf Skiern. Wie er sich wohl auf der Murr machen wird? Auch das traditionelle Drachenboot geht wieder auf Fahrt, allerdings in etwas kleinerer Form. Das Mädchentrio Leonie, Annalea und Laura geht mit zwei Gefährten an den Start, dem Piratenfloß „Schatz der Pink Pearl“ mit aufgezeichneter Schatzkarte, viel Glitzer und pinkfarbenem gehisstem Jolly Roger und einem kleinen Blattboot. Die Idee dafür kam erst kurz vor dem Start, doch wie sich zeigen soll, hatten die drei (fast) 13-Jährigen da einen guten Riecher.

Mini-Murr-Regatta des Jugendzentrums

Impressionen von der Mini-Murr-Regatta des Jugendzentrums Backnang

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© Alexander Becher

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Besonders beliebt als Baumaterial sind PET-Flaschen. Ein Boot beispielsweise wurde aus lauter Flaschen in Form einer Rakete zusammengebaut und passend weiß lackiert. Ein weiteres Floß kommt mit Flaschen als „Raketenantrieb“ daher. Tagesaktuell das „Coronafloß“ aus Kunststoffrohren und „viel Heißkleber“, wie Erbauer Jochen Winkler verrät. Ein zweites Objekt hat er auch am Start, eine kleine Spongebob-Ukulele. Ein schönes braunrot lackiertes Schiffchen mit Segel kommt als Familienprojekt daher, der sechsjährige Junior ist schon ganz aufgeregt, wie es denn schwimmen wird. Bereits murrerprobt ist die MS daswohnzimmer von Alexander Lissom. In der Lockdown-Zeit hat der Besitzer der Loungebar mit seiner kleinen Tochter das nostalgische Gefährt aus Ästen und Schnur gebaut und die Jungfernfahrt bereits als YouTube-Video dokumentiert. Er ist ganz begeistert, dass das Juze die Miniregatta ausrichtet. „Man sollte in dieser Zeit auch mal was Cooles machen“, findet er – um sich von Corona abzulenken.

Endlich geht es los. Die Wassergefährte werden eines nach dem anderen ins Wasser gelassen, und bald zeigt sich: Die Strömung ist tückisch. Die einfallsreichen Bootsbauer haben darauf geachtet, die Schiffe leicht und wendig zu gestalten, doch bei Gegenwind wird das zum Verhängnis. Schon treiben die ersten Boote flussaufwärts Richtung Bleichwiesenwehr, anstatt die andere Richtung zu nehmen. Doch ein U-Boot mit Legomännchen kämpft sich tapfer voran.

Zwei Boote, die „Biertanic“ und ein Rindensegler mit Dinosaurier als Kapitän, verhaken sich ineinander und versuchen gemeinsam, dem Wind zu trotzen. Unbeirrt treibt das kleine Blattboot vorbei. Es zeigt sich: Die Brückendurchfahrt ist gar nicht so ohne. Auch lautes Johlen und Anfeuern der Mannschaften hilft da nicht viel. Die Rettungscrew muss raus ins Wasser und das eine oder andere Wasserfahrzeug aus seiner misslichen Lage befreien. Dass sie ins Wasser steigen muss, ist der jungen Dame mit dem breiten Schwimmring jedoch nicht wirklich unangenehm, und bald entzerrt sich der Pulk wieder. Langsam treiben sie weiter. Das U-Boot behauptet die Führung und ist bald außer Sichtweite. Auch die kleine Ukulele erweist sich als schwimmsicher und gleitet unbeirrt den Fluss hinab.

Auf der Treppe und auch auf der Brücke verfolgen Passanten das Spektakel. Die Regattateilnehmer ziehen nun langsam weiter Richtung Willy-Brandt-Platz, denn am dortigen Wehr ist der Zieleinlauf. Unterwegs feuern sie unablässig die schwimmenden Kunstwerke an, und auch wenn das eine oder andere Schiff mal feststeckt, tut das der ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch. Manch einer wagt sich sogar selbst in die Fluten, um sein Gefährt zu befreien. So meint ein Vater, der die Boote seiner Jungs wieder flottgemacht hat, ergeben: „Das Wasser war kälter als gedacht und die Murr ist tiefer, als man denkt.“ Aber die Erfrischung hat gutgetan und: „Für die Jungs ist die Regatta eine Riesengaudi.“

Mini-Murr-Regatta des Jugendzentrums
Impressionen von der Mini-Murr-Regatta des Jugendzentrums Backnang

Das U-Boot mit seiner Legobesatzung hat sich mittlerweile klar nach vorne abgesetzt, dahinter segelt ein hübsch mit bunten Blumen verziertes Floß, die Interceptor. Man sieht, „Der Fluch der Karibik“ hat einige der Teilnehmer nachhaltig geprägt. Und fast unsichtbar schwimmt das Blattboot vor sich hin und holt immer weiter auf. Die drei Erbauerinnen sind schon etwas besorgt, ob es nicht versehentlich beim Zieleinlauf übersehen werden könnte. Doch die Sorge ist unbegründet – kurz vor dem Ziel wird das U-Boot vom Blattboot überholt. Und Letzteres wird als Sieger aus dem Wasser gezogen.

Nach etwa einer Stunde sind alle rund 20 Teilnehmer ins Ziel eingelaufen. In diesem Jahr haben die Mädels die Nase vorn. Das Trio Leonie, Annalea und Laura gewinnt nicht nur den ersten Preis für das schnellste Boot, sondern auch den Kreativpreis für das Floß mit integrierter Schatzkarte. Der Umweltpreis geht an das weibliche Erbauerteam der Interceptor. Da lässt es sich auf dem weiten Platz unter strahlender Sonne doch noch so richtig schön feiern.

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Erstellt:
13. Juli 2020, 06:00 Uhr

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