Grütters will Stiftung Demokratiegeschichte

dpa Berlin/Frankfurt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters will „mehr Demokratiegeschichte wagen“ und dafür Schlüsselorte der demokratischen Entwicklung „aus ihrem Schattendasein“ holen. „Gerade weil unsere Demokratie auf den Trümmern der nationalsozialistischen Diktatur aufgebaut wurde, gerade weil wir aus dem Gedenken an den Holocaust und an die Opfer totalitärer Diktaturen Lehren für die Zukunft ziehen wollen, sollten wir Orte der deutschen Demokratiegeschichte stärker sichtbar machen“, schrieb die CDU-Politikerin in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom Dienstag.

Monika Grütters, die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Foto: Michael Kappeler/dpa/Archivbild

Monika Grütters, die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Foto: Michael Kappeler/dpa/Archivbild

National bedeutsame Ereignisse förderten „die kritische Auseinandersetzung mit den Grundlagen des Zusammenlebens in einer freiheitlichen Gesellschaft“ und stärkten „die emotionale Verbundenheit und damit auch die Identifikation mit unserer Demokratie“, so Grütters. Eine Stiftung mit Sitz in Frankfurt soll künftig die Fördermaßnahmen des Bundes für die Orte der Demokratiegeschichte koordinieren und bündeln. Zudem will Grütters ein Konzept für eine „zukunftsfähige Struktur“ vorlegen, um Orte wie die Paulskirche in Frankfurt, die Rastatter Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen oder die Stiftung Hambacher Schloss „stärker ins Licht der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken“.

Voraussetzung für den Standort ist nach den Worten der Kulturstaatsministerin, „dass man auch in und mit der heutigen Paulskirche mehr Demokratiegeschichte wagt“. Grütters: „Deutschland vergibt bislang die Chance, diesen Schlüsselort unserer Freiheitsgeschichte als Lernort für unsere Demokratie zu nutzen.“ Eine behutsame Sanierung der Nachkriegsarchitektur reiche dafür nicht. Deswegen solle der Paulskirche ein „Haus der Demokratie“ als Kommunikations- und Reflexionsort an die Seite gestellt werden „zur kritischen Auseinandersetzung mit deutscher Demokratiegeschichte“. Grütters kündigte bis zum Jahr 2023 einen konkreten Vorschlag an. Dann jährt sich die mit der Paulskirche verbundene Revolution von 1848 zum 175. Mal.

Zum Artikel

Erstellt:
23. November 2020, 20:36 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Baden-Württemberg

Pathologe: Angehörige befürworten Obduktion von Corona-Toten

dpa/lsw Tübingen. Warum sterben manche Patienten nach einer Covid-19-Erkrankung und wie verändern sich die Organe? Ein Verbund von Pathologen in Baden-Württemberg... mehr...