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Heidenheim in der Relegation trotz 0:3 in Bielefeld

dpa/lsw Bielefeld. Eigentlich hätte der 1. FC Heidenheim jubeln müssen. Im Fernduell mit dem großen Hamburger SV erreichte das Überraschungsteam der 2. Fußball-Bundesliga die Relegation. Doch das 0:3 in Bielefeld war so ernüchternd, dass sich niemand richtig freute.

Bielefelds Andreas Vogelsammer und Heidenheims Marc Schnatterer (l-r.) in Aktion. Foto: Friso Gentsch/dpa

Bielefelds Andreas Vogelsammer und Heidenheims Marc Schnatterer (l-r.) in Aktion. Foto: Friso Gentsch/dpa

Frank Schmidt konnte sich über den großen Erfolg gar nicht so recht freuen, DFL-Boss Christian Seifert schien ihn an der Seitenlinie regelrecht aufrichten zu müssen. Der dienstälteste Trainer im deutschen Profi-Fußball kämpft mit dem 1. FC Heidenheim fast sensationell gegen Werder Bremen um den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga. Doch das Team von der Ostalb erreichte die Entscheidungs-Spiele nach einem ernüchternden 0:3 (0:2) beim Zweitliga-Meister Arminia Bielefeld nur dank der Schützenhilfe des SV Sandhausen beim Hamburger SV (5:1). Die Bremer gehen dagegen beschwingt durch den nicht mehr erwarteten Sprung auf Rang 16 und ein 6:1 gegen den 1. FC Köln in die beiden Duelle.

„Da war noch keine Freude über die Relegation, sondern Enttäuschung über das Ergebnis“, sagte Schmidt: „Sportlich war es eigentlich ein bitterer Tag. Der wenn überhaupt nur ein Gutes hatte: Dass wir gesehen haben, wie es nicht geht.“

Dennoch habe sich sein Team „die Relegation über die Saison hinweg verdient“, sagte der in Heidenheim geborene Trainer, der das Team 2007 in der Oberliga übernommen und 2014 in die 2. Liga geführt hatte, und gewann langsam seinen Kampfgeist wieder. „Manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn man vor solch einem Relegations-Spiel, das ja neu ist für uns, noch mal richtig einen auf den Sack kriegt“, sagte der 46-Jährige: „Wir freuen uns tierisch auf die Spiele. Wir wollen die Sensation und wollen alles dafür tun.“

Sein Team muss am Donnerstag zum Hinspiel in Bremen antreten, wo es im Pokal in dieser Saison mit 1:4 verlor, und hat dann im Rückspiel am kommenden Montag Heimrecht. „Wir werden die Wunden lecken, und dann werden die Uhren auf null gestellt“, sagte Schmidt: „Die beiden Spiele müssen erst gespielt werden. Unser Anspruch ist es, das Spiel in Bremen so ausgeglichen zu halten, dass wir vor dem Rückspiel an das Wunder glauben können.“

Derweil zeigten die bereits als Aufsteiger feststehenden Bielefelder große Mentalität, obwohl sie ein Aufstieg des HSV statt der Heidenheimer rund zwei Millionen Euro Fernsehgeld hätte kosten können. Kapitän Fabian Klos, der sich mit seinem 21. Saisontor (14.) endgültig den Titel des Torschützenkönigs sicherte, Andreas Voglsammer (17.) und Jonathan Clauss (53.) trafen für den Meister.

Die Bielefelder hatten schon mit der bestmöglichen Aufstellung signalisiert, dass sie nichts abschenken. Heidenheim begann gut, steckte den Schock des Doppel-Schlags aber lange nicht weg. Nach dem frühen 0:2 änderte Schmidt auch den Plan, nicht über das Ergebnis in Hamburg informiert sein zu wollen. Zur Pause reagierte er mit einem Dreifach-Wechsel, brachte unter anderem Urgestein Marc Schnatterer und setzte nun auf volle Offensive. Nach dem Konter zum 0:3 war die Hoffnung auf einen eigenen Punkt aber dahin. Doch Sandhausen leistete Schützenhilfe.

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Erstellt:
28. Juni 2020, 17:41 Uhr

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