Heilbronn kündigt nächtliche Ausgangsbeschränkungen an

dpa/lsw Heilbronn. Auch im Corona-Hotspot Heilbronn sollen ab Dienstag Ausgangsbeschränkungen greifen. Die Stadt will so der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen Herr werden. Das Land hatte die Hotspot-Kreise zuletzt zu solch strengeren Maßnahmen aufgerufen.

Mit Heilbronn soll es nun im dritten Corona-Hotspot im Südwesten eine nächtliche Ausgangsbeschränkung geben. Die Stadt kündigte laut einer Sprecherin am Sonntagabend an, am Montag eine entsprechende Allgemeinverfügung zu veröffentlichen. Die Ausgangsbeschränkung soll von 21.00 Uhr bis 5.00 Uhr gelten. Das Verlassen des Hauses wäre demnach in dieser Zeit nur noch mit „triftigem Grund“ möglich, wie dies bereits in den Städten Mannheim und Pforzheim der Fall ist.

In Mannheim war die Regelung bereits am Freitag, in Pforzheim am Samstag in Kraft getreten. In Heilbronn soll zudem eine erweiterte Maskenpflicht eingeführt werden. Weitere Maßnahmen würden noch abgestimmt, hieß es.

Grund für die strengen neuen Maßnahmen sind laut der Stadt die vielen Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Am Sonntag sei mit 93 Neuinfektionen der bisherige tägliche Höchststand erreicht worden. Die Hoffnung, durch die positive Tendenz der letzten Woche eine Trendwende zu erreichen, habe sich leider nicht erfüllt, teilte Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD) am Sonntag mit. In den nächsten Wochen werde es mehr denn je darauf ankommen, die Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, so Mergel.

Die Stadt überschritt zuletzt mehrere Tage den Wert von 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche - sie gilt damit als Hotspot. Die Stadt möchte am Montag bei einer Pressekonferenz im Rathaus über die neuen Corona-Maßnahmen informieren.

Durch einen Erlass der Landesregierung sind Hotspots in Baden-Württemberg seit Freitag zu strengeren Maßnahmen aufgerufen. Die Regelung des Landes sieht etwa vor, nächtliche Ausgangsbeschränkungen zu erlassen, wenn die Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche in den vergangenen drei Tagen über den Wert von 200 gestiegen ist. Zudem müsse ein „diffuses Infektionsgeschehen“ vorliegen.

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Erstellt:
6. Dezember 2020, 17:14 Uhr

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