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Heizen mit Pellets und Brennglaskollektoren

Umweltstaatssekretär auf Klimaschutz-Sommertour – Andre Baumann besichtigt Firma Binder Fördertechnik in Burgstall

Geschäftsführer Stephan Binder (Zweiter von rechts) informiert Ersten Landesbeamten Peter Zaar, Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz und Umweltstaatssekretär Andre Baumann (von links) über Produktionsverfahren. Seniorchefin Irmgard Binder macht die Führung gerne mit. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Geschäftsführer Stephan Binder (Zweiter von rechts) informiert Ersten Landesbeamten Peter Zaar, Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz und Umweltstaatssekretär Andre Baumann (von links) über Produktionsverfahren. Seniorchefin Irmgard Binder macht die Führung gerne mit. Foto: A. Becher

Von Florian Muhl

BURGSTETTEN. Die moderne Heizungsanlage der Firma Binder GmbH Fördertechnik rechnet sich sowohl für den Klimaschutz wie auch für den Geldbeutel. Diese Win-Win-Situation war es, die Umweltstaatssekretär Andre Baumann dazu bewogen hat, den letzten Stopp seiner Sommertour „Klimaschutz und Energiewende“ durchs Ländle gestern Nachmittag in Burgstall einzulegen.

Geschäftsführer Michael Binder, der für den kaufmännischen Bereich verantwortlich zeichnet, stellte seinen Gästen das Unternehmen vor. Andre Baumann sowie Erster Landesbeamter Peter Zaar und Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz erfuhren, dass sich die Auftragsgrößen vom Volumen her zwischen 30000 und vier Millionen Euro bewegen. Die Anlagen aus Burgstall werden auch ins Ausland verschickt und dort eingebaut, beispielsweise in Portugal und Dänemark. Ernst zu nehmende Mitbewerber sitzen in Österreich. Zudem würden mehr und mehr Fördertechnikfirmen aus osteuropäischen Ländern in den Markt drücken, erklärte Michael Binder.

Vor zwei Jahren sei man mit dem Wunsch, eine weitere Fertigungshalle bauen zu wollen, auf die Gemeinde zugegangen. Das Problem war, dass es sich beim betreffenden Baugrund um ein Wasserschutzgebiet handele. Gemeinsam habe man aber eine Lösung gefunden. Damals sei es auch um das Thema Heizungsanlage gegangen. Da haben sich die beiden geschäftsführenden Brüder Rat von außen geholt. „Wenn wir hätten selbst entscheiden müssen, hätten wir wohl die günstigste Variante gewählt, aber nicht die klimafreundlichste“, bekennt Michael Binder. Und weil er in diesem Gebiet auch kein Fachmann ist, übergab er das Wort an einen Experten. Das ist Harald Moser. Der Geschäftsführer der Moser GmbH in Backnang hatte die Binders seiner Zeit beraten. Er hatte eine kleine, eine mittlere und eine große Lösung vorgeschlagen. Die Binder-Brüder entschieden sich für die größte und auch teuerste. Das hieß: Abschied vom Öl und Einstieg in die Pellet-Technologie in Kombination mit einer Solaranlage, aber nicht Strom, sondern Wärme. „Wir setzen besondere Kollektoren ein, sogenannte Brennglaskollektoren, gefertigt in Baden-Württemberg, sehr leistungsstark, auf einer Fläche von 90 Quadratmetern“, erklärte Moser. Die bislang produzierte Leistung betrage in den zurückliegenden knapp zwölf Monaten über 56000 Kilowattstunden.

Allerdings wurde auf einem weiteren Dach auch eine Fotovoltaikanlage installiert. Die Einsparung durch Pellets und Sonne gegenüber Öl betrage im ersten Jahr 16500 Euro, so Moser. Die CO2-Einsparung auf 20 Jahre gerechnet betrage 4150 Tonnen. „Wenn die Anlage 30 Jahre läuft, haben wir eine sehr positive Bilanz.“ Die Gesamtinvestition für die erneuerbare Energie habe 250000 Euro betragen. Für die Anlage habe es einen Förderzuschuss von 96000 Euro gegeben.

Ein Fazit ziehend bekräftigte Umweltstaatssekretär Baumann: „Die Energiewende ist wirklich möglich. Technisch geht’s, man muss es halt nur wollen, manchmal etwas Mut haben, und es ist ökologisch darstellbar und rechnet sich auch.“ Er könne die jugendlichen Demonstranten bestens verstehen. Denn wenn man keinen Klimaschutz betreibe, würde der Anstieg des Meeresspiegels am Ende des Jahrhunderts zwei bis vier Meter betragen. Die Sommertour von Umweltminister Franz Untersteller und ihm habe gezeigt: „Klimaschutz ist wichtig und es gibt keine Ausreden mehr. Wir haben Förderprogramme und wir haben die technischen Voraussetzungen.“

Erster Landesbeamter Zaar lobte mittelständische Unternehmen, die „nicht nur aus Zwang, sondern aus bürgerschaftlichem Engagement heraus vorbildlichen Klimaschutz leisten“ würden.

Info
Binder GmbH besteht seit fast 50 Jahren

Die Binder GmbH Fördertechnik konzipiert und realisiert seit fast 50 Jahren innovative und kundenorientierte Lösungen in der Materialflusstechnik. Hergestellt werden vorwiegend Kettenförderer und Rollenbahnen, auf den Paletten befördert werden. Auftraggeber sind fast ausschließlich Generalunternehmer, die Hochregallager für Lebensmitteldiscounter bauen.

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1971 von den Eheleuten Horst und Irmgard Binder in Burgstall. Nach dem plötzlichen Tod des Firmengründers im Jahr 2007 leiten die beiden Söhne Michael und Stephan als geschäftsführende Gesellschafter das Unternehmen.

Die Binder GmbH Fördertechnik wächst langsam aber stetig. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 60 Mitarbeiter. Die Büro- und Produktionsfläche beträgt 6000 Quadratmeter. Der Jahresumsatz lag im vergangenen Jahr bei 14 Millionen Euro.

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Erstellt:
3. August 2019, 11:30 Uhr

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