Hoch den Hintern, rein in die Laufschuhe

Virtueller Backnanger Silvesterlauf: Tipps von der erfahrenen Fachfrau Brigitte Würfel , wie’s binnen vier Wochen gelingen kann, die nötige Fitness für eine Teilnahme an Backnangs sportlichem Höhepunkt zum Jahresabschluss noch zu erlangen.

Fachfrau in Sachen Lauftraining: Brigitte Würfel (vorne). Die erfahrene Übungsleiterin gibt Tipps, wie es viele Menschen noch schaffen können, innerhalb der nächsten Wochen noch so fit zu werden, um am virtuellen Silvesterlauf eine 5 oder 10 Kilometer lange Distanz zu bewältigen. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Fachfrau in Sachen Lauftraining: Brigitte Würfel (vorne). Die erfahrene Übungsleiterin gibt Tipps, wie es viele Menschen noch schaffen können, innerhalb der nächsten Wochen noch so fit zu werden, um am virtuellen Silvesterlauf eine 5 oder 10 Kilometer lange Distanz zu bewältigen. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

„Ich finde die Idee gut. Das ist für einige noch einmal ein positives Ziel.“ Brigitte Würfel weiß, dass es nicht wenige Menschen gibt, die in der momentan nicht so einfachen Zeit etwas Aufmunterung, ein bisschen Abwechslung und Ablenkung gut gebrauchen können. Entsprechend zuversichtlich ist die erfahrene Lauftrainerin, dass die Macher des virtuellen Silvesterlaufs und ihre drei Köpfe Rolf Hettich, Georg Beis und Alexander Hornauer für ihre Schaffenskraft mit einer großen Teilnehmerzahl belohnt werden.

Seit vielen Jahren ist Brigitte Würfel als Läuferin und Übungsleiterin aktiv. Seit fast einem Jahrzehnt macht sie zum Beispiel in einer gemeinsamen Aktion der AOK und unserer Zeitung zwischen 30 und 40 Männer sowie Frauen von September an fit für den Silvesterlauf. Allerdings lief mit „Laufend BKZ“ diesmal nichts, sorgt das Coronavirus doch seit Wochen und Monaten dafür, dass so manches nur eingeschränkt oder gar nicht möglich ist. So wie Backnangs sportlicher Höhepunkt zum Abschluss des Jahres. Über tausend Läufer und mehrere tausend Zuschauer in der Innenstadt der Murr-Metropole kann und wird es in gut vier Wochen nicht geben. Was allerdings gemacht wird, das ist zwischen dem 25. und dem 31. Dezember ein virtueller Silvesterlauf, den die drei Vordenker für den Förderkreis der TSG-Fußballer entwickelt haben und nun in Kooperation mit der Backnanger Kreiszeitung an den Start bringen.

Für Brigitte Würfel die Gelegenheit, möglichst viele Männer und Frauen zu ermuntern, das kuschelige Sofa zu verlassen, die Laufschuhe anzuziehen und sich in den nächsten drei bis vier Wochen für den Silvesterlauf der besonderen Art fit zu machen. „Ein Wiedereinsteiger, der einige Zeit pausiert hat, kann sogar die 10-Kilometer-Strecke schaffen“, ist sich die Frau sicher, die viele Jahre bei der AOK als Sportfachkraft tätig war. Echten Einsteigern, die in Sachen Laufen allerdings nicht gänzlich untalentiert sein sollten, empfiehlt sie, sich eventuell an den 5 Kilometern zu versuchen.

Die Vorgehensweise wiederum sei für beide Sorten von Läufern und Distanzen die gleiche: „Langsam beginnen, regelmäßig trainieren und dabei in den Körper reinhören.“ Präzise gesagt heißt das für schon etwas Vorbeleckte, dass sie „in der ersten Wochen möglichst jeden zweiten Tag zwischen 15 und 20 Minuten joggen sollen. Wer das nicht schafft, kann zunächst auch zweimal 10 Minuten laufen, dazwischen eine Gehpause machen, die immer mehr verringern und das Ganze dann langsam aber sicher zusammenführen.“ Wichtig sei, sein Maß sowie seine Grenze zu finden und von dort aus aufzubauen. Zum Beispiel, „in dem ich jede Woche fünf Minuten länger laufe, dann kann das mit den 10 Kilometern klappen.“ Wenn nicht? „Sind es am Ende halt nur die 5 Kilometer.“ Die Distanz, die Würfel den Einsteigern empfiehlt und ihnen als Tipp mitgibt: „Mit zweimal fünf Minuten starten, dazwischen eine Gehpause machen und die peu à peu verringern, um somit gleichzeitig die Laufeinheiten zu steigern“. Auch hier gilt das Motto: „Erst einmal klein beginnen, dann die Anzahl erhöhen, danach die Strecke verlängern und erst am Schluss in Sachen Intensität steigern.“ Und wie schon erwähnt: auf den Körper hören, das eigene Tempo finden. Wer merkt, dass er sich gerade zu sehr plagt, „der kann ja einfach einen Gang oder gar zwei Gänge runter schalten und zur Not halt auch mal kurz gehen“, so Würfel.

Was sie allen ins Stammbuch schreibt, das ist: „Die Lauftermine vorab in den Kalender eintragen.“ Damit würde man sich selbst in die Pflicht nehmen, beraube sich schon mal der einen oder anderen Möglichkeit, Ausreden zu finden, sagt die Fachfrau und schmunzelt. Sie kennt halt ihre Pappenheimer seit vielen Jahren und weiß, wenn es draußen unwirtlich wird, dann lockt die heimelige Wohnung und die gemütliche Couch umso mehr.

Wobei es Brigitte Würfel nicht nur darum geht, dass möglichst viele Teilnehmer am virtuellen Silvesterlauf mitmachen. Die Backnangerin erklärt, solche Aufgaben zu bewältigen, sich positive sowie machbare Ziele zu stecken und dann auch zu erreichen, sei auch gut für den Kopf und fürs eigene Gefühl. Vor allem in so komischen Zeiten wie diesen. Hinzu kommt der positive Gesundheitsaspekt von Bewegung an frischer Luft. Zudem biete das Laufen die Chance, sich mit Partnern und Freunden auszutauschen oder gar Gleichgesinnte zu finden. Auch wenn das derzeit vielfach wohl nur per Telefon mithilfe von Computern und Social Media möglich ist. Und, so die Übungsleiterin: „Wer seine persönliche Vorgabe geschafft hat, der kann sich mit gutem Gewissen selbst belohnen. Zum Beispiel mit einem schönen Bad und solch angenehmen Dingen.“ Vielleicht sogar mit einem opulenten Mahl? Eher nicht, sagt Würfel und begründet lachend: „Wir wollen ja in gut drei, vier Wochen fit werden. Da hilft uns so eine nettes Präsent nicht groß weiter. Selbst wenn ein tolles Essen sicher auch eine gute Idee ist.“ Nur halt nicht, um Corona zu trotzen und am Jahresende doch noch einmal ein positives Zeichen zu setzen.

So läuft’s beim virtuellen Silvesterlauf in Zeiten von Corona

Die Coronaregeln: Die Coronaverordnungen geben vor, was erlaubt und was verboten ist. Vor allem die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln sind einzuhalten.

Die Wettbewerbe: Für Frauen und Männer der Jahrgänge 2004 und älter gibt es eine 5- und eine 10-Kilometer-Wertung. Erlaubt ist, beide Distanzen zu absolvieren. Für Mädels und Jungs der Jahrgänge 2005 und jünger kommt der Mini-Marathon über 2,5 Kilometer dazu. Zudem gibt es eine Teamwertung.

Die Strecken: Jeder Teilnehmer wählt seine Route über 2,5, 5 oder 10 Kilometer selbst.

Die Ergebnisse: Der Spaßcharakter steht im Vordergrund. Auch weil die Zeiten durch die frei wählbaren und damit unterschiedlich schwierigen Strecken nur bedingt vergleichbar sind. Ergebnislisten für die einzelnen Wettbewerbe gibt es trotzdem. Sie basieren auf den Meldungen der Teilnehmer, die ihre Zeiten selbst eintragen. Dafür steht im Internet unter www.bkz.de dieselbe Plattform wie beim BKZ-Solo-Laufcup zur Verfügung. Erlaubt ist, die einzelnen Läufe mehrmals zu absolvieren und damit auch mehrere Zeiten zu melden. In der Ergebnisliste taucht nur die beste Zeit auf. Bei der Teamwertung geht’s nur darum, wer die meisten Frauen und Männer, Mädchen und Buben ins Rennen schickt, die Zeiten werden nicht addiert.

Der Zeitplan: Los geht’s am Freitag, 25. Dezember, um 12 Uhr. An Silvester endet der virtuelle Backnanger Silvesterlauf um 23.59 Uhr. Nur in diesem Zeitkorridor ist die BKZ-Plattform für die Ergebnismeldung geöffnet.

Die Facebookgruppe: Schon 432 Mitglieder tauschen sich bei „Laufen in und um Backnang“ aus. Beim virtuellen Silvesterlauf bietet diese Facebookgruppe die Chance, Fotos hochzuladen oder das gewählte Streckenprofil mittels App mit anderen zu teilen.

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Erstellt:
2. Dezember 2020, 06:00 Uhr

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