Schlechte Luftqualität
Hohe Luftverschmutzung: Das sind die Gründe
Die Feinstaubwerte sind in diesen Tagen vielerorts hoch. Welche Entwicklung der Luftqualität erwarten Metorologen in den kommenden Tagen?
© ago/Jochen Tack
Der Autoverkehr ist einer der Hauptverursacher von Feinstaub in der Luft.
Von Markus Brauer/AFP
In Deutschland und anderen Teilen Europas wird in den nächsten Tagen eine erhöhte Luftverschmutzung erwartet. Das hat das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus mitgeteilt.
Feinstaubpartikel verursachen „dicke“ Luft
Diese „Verschlechterung der Luftqualität“ habe ihre Ursache in Feinstaubpartikeln (PM2.5) in Westeuropa und betreffe mehrere Länder, darunter Deutschland, Belgien, die Niederlande, Frankreich, Irland und Großbritannien.
Auch wenn dies im Frühjahr häufiger vorkomme, handele es sich dabei nun doch um einen bemerkenswerten Vorgang. Die Feinstaubpartikel kämen aus verschiedenen Quellen, insbesondere aus der Landwirtschaft, erklärt Copernicus weiter.
- Die Landwirtschaft ist in Zeiten der Düngerausbringung eine Quelle für Ammoniak-Emissionen, ein stark reizendes Gas und Vorläufer von Feinstaubpartikeln.
- Hinzu kommt der Straßenverkehr. Stabile Wetterbedingungen verhindern eine Verteilung dieser Schadstoffe.
- Die Luftqualität wird darüber hinaus durch Birken- und Erlen-Pollen beeinträchtigt.
Was ist Feinstaub?
Feinstaub wird vor allem durch menschliches Handeln erzeugt. Er entsteht unter anderem durch Emissionen aus Kraftwerken, Fabriken und Heizungen sowie im Straßenverkehr. Er kann aber auch natürlichen Ursprungs sein, beispielsweise als Folge von Waldbränden und Sandstürmen.
Feinstaub besteht laut Umweltbundesamt aus einem Gemisch fester und flüssiger Partikel und entsteht demzufolge etwa durch den Betrieb von Autos, Heizungen in Wohnhäusern oder der Industrie, etwa bei der Metall- und Stahlerzeugung. Auch in der Landwirtschaft entsteht Feinstaub, etwa Ammoniakemissionen aus der Tierhaltung.
Toxisches Dreigestirn: Feinstaub, Stickstoffdioxid, Ozon
Neben Feinstaub bleiben auch Stickstoffdioxid und bodennahes Ozon in der Luft ein Problem: Rund 50.000 Todesfälle in der EU sind nach der EEA-Analyse einer erhöhten Belastung durch Stickstoffdioxid zuzuordnen, mehr als 20.000 der Ozon-Belastung. Stickstoffdioxid entsteht bei Verbrennungsprozessen, etwa in Motoren, hohe Konzentrationen werden an vielbefahrenen Straßen erreicht.
In Deutschland stehen den EEA-Angaben zufolge mehr als 30.000 Todesfälle in Zusammenhang mit zu viel Feinstaub in der Luft. Die höchsten Sterblichkeitsraten gibt es in den östlichen und südlichen Ländern Europas.
