Hotel Sonnenhof nimmt die nächste Hürde

Für die Neuausrichtung hin zu mehr Wellnesstourismus sind in dem Kleinaspacher Betrieb größere Umbauarbeiten notwendig. Der Aspacher Gemeinderat hat dem veränderten Bebauungsplan nun zugestimmt.

Am Hauptgebäude des Hotels soll ein Anbau mit einer etwa 4000 Quadratmeter großen Wellnesslandschaft entstehen. Archivfoto: A. Becher

© Alexander Becher

Am Hauptgebäude des Hotels soll ein Anbau mit einer etwa 4000 Quadratmeter großen Wellnesslandschaft entstehen. Archivfoto: A. Becher

Von Lorena Greppo

Aspach. Die geplante Umstrukturierung des Hotels Sonnenhof in Kleinaspach ist einen weiteren Schritt vorangekommen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurden der Bebauungsplan mit der 9. Änderung und die örtlichen Bauvorschriften jeweils im beschleunigten Verfahren beschlossen. Nach dem Aufstellungsbeschluss im März war der Planentwurf öffentlich ausgelegt worden. Die Bürger hatten die Möglichkeit, ihre Anregungen zu äußern, außerdem wurden auch die Träger öffentlicher Belange angehört. Erfreulicherweise seien dabei keine größeren Hindernisse aufgetaucht, erklärte Bürgermeisterin Sabine Welte-Hauff.

Der Umbau und damit verbunden die Neuausrichtung des Hotels sollen den Betreibern eine neue Perspektive bieten, hob die Bürgermeisterin hervor. Denn durch die Coronakrise war die FE Aspacher Event & Gastronomie GmbH als eine der Betreibergesellschaften des Erlebnishotels Sonnenhof in schwieriges Fahrwasser geraten und musste Insolvenz anmelden. Der Plan zur Sanierung war im Mai von der Gläubigerversammlung einstimmig angenommen worden. Er sieht Investitionen in Millionenhöhe vor, für die die Gesellschafter tief in die eigene Tasche greifen.

Das Grundgerüst der Neuorientierung hin zu mehr Verwöhntourismus steht: Am Haupthaus, in Richtung des Kunstrasenplatzes, ist der Teilbereich E vorgesehen. In dessen Erdgeschoss ist eine Veranstaltungslocation für Firmenmeetings und Präsentationen geplant, im Obergeschoss soll auf etwa 4000 Quadratmetern ein Wellnessbereich mit Poollandschaft entstehen. Ein Musikgarten ist im Teilbereich G zwischen dem Landhaus und dem Hauptgebäude für kleinere Gartenkonzerte mit maximal 500 Hotelgästen vorgesehen.

Die Anzahl der Gartenkonzerte beschäftigt das Gremium

Dieser sorgte unter den Gemeinderäten für Gesprächsstoff. Vor allem wollten die Gremiumsmitglieder wissen, mit welcher Häufigkeit dort Veranstaltungen stattfinden werden. „Es wird nicht vom Regelbetrieb im Musikgarten ausgegangen. Bei den Gartenkonzerten handelt es sich um seltene Ereignisse“, beruhigte Welte-Hauff, ohne jedoch genaue Zahlen nennen zu können. Die Betreiber hätten zugesagt, einen Veranstaltungsplan hierfür vorzulegen. Daniel Jacobi (FWA) äußerte den Wunsch, dass dieser Plan auch dem Gemeinderat zur Verfügung gestellt wird. „Was ist selten?“, fragte er zudem und forderte die Verwaltung auf, das in Zahlen zum Ausdruck zu bringen. Eine Obergrenze sei diesbezüglich nie ins Auge gefasst worden, erklärte die Bürgermeisterin. „Das soll ja nicht der Normalbetrieb sein, im Coronajahr waren es nur eine Handvoll.“ Auf Nachfrage bestätigt Uli Ferber, dass in diesem Jahr lediglich drei oder vier solcher Gartenkonzerte geplant sind. Schließlich sei die Saison dafür allein schon wetterbedingt begrenzt. „Die Gartenkonzerte haben aber auch schon vor der Coronapandemie stattgefunden und haben mit dem Ausbau direkt nichts zu tun“, hebt er hervor. Die schalltechnische Untersuchung erbrachte als Ergebnis, dass auch eine gleichzeitige Nutzung von Musikgarten und Gastronomiebetrieb als zumutbar einzustufen sei, so Welte-Hauff weiter. Wie dieses zustande gekommen ist, wollte Wolfgang Schopf, Fraktionsvorsitzender der SPD/ Aspacher Demokraten, wissen. „Beruht das auf Berechnungen oder wurde da auch gemessen?“ Mit einem Lautsprecher hätten vor Ort Messungen stattgefunden, bestätigte die Rathauschefin. Udo Wruck (fraktionslos) äußerte sein Bedauern darüber, dass von den Bürgern keine Einwände hervorgebracht wurden. „Alle Änderungen sind zum Nutzen des Sonnenhofs“, monierte er. Um die Grenzwerte für den Lärmpegel zu überschreiten, brauche es viel. Ihm fehle dabei das subjektive Empfinden der Anwohner. „Fünf Stunden Basswummern ist nicht sehr angenehm.“

Vonseiten der Träger öffentlicher Belange waren noch einige Anmerkungen eingegangen, die allerdings bereits Eingang in die Planung gefunden hatten. Beispielsweise merkte das Backnanger Ordnungsamt an, dass durch den Neubau im Teilbereich E Stellplätze wegfallen. Für diese sei aber bereits ein Ausgleich vorgesehen, so Welte-Hauff. Das Landratsamt hatte auf nötige Ausgleichsmaßnahmen verwiesen. Die fälligen Ökopunkte würden durch Entschlammung zweier Teiche sowie durch die Wiederherstellung ortstypischer Weinbergmauern erbracht, so Welte-Hauff. Diese Arbeiten würden von den Hotelbetreibern finanziell getragen. Nachdem alle Punkte geklärt waren, stimmte das Gremium dann auch mehrheitlich für den Beschlussvorschlag.

Einen detaillierten Zeithorizont für die Umbaupläne gibt es noch nicht. „Die Planungen laufen, aber das Ganze muss ja auch wirtschaftlich umsetzbar sein“, erklärt Uli Ferber. Der Hotel- und Gastronomiebetrieb sei noch ein ganzes Stück vom Normalzustand von vor der Pandemie entfernt. Besonders in der Gastronomie seien noch reihenweise pandemiebedingte Auflagen zu beachten und umzusetzen. Und es werde wohl auch noch einige Zeit vergehen, bis alles wieder im Vollbetrieb und stabil wirtschaftlich laufe. „Insofern ist das derzeit schwer zu planen. Wir müssen schauen, wie sich die Pandemie entwickelt.“ Zu große Euphorie sei jedenfalls noch nicht angebracht, betont Ferber.

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Erstellt:
20. Juli 2021, 06:00 Uhr

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