Mikrochip im Essen gefunden
„Ich bin am Boden zerstört“ – Rennpferd endete in türkischer Suppenküche
Ein preisgekröntes Rennpferd ist in der Türkei nach einer Verletzung geschlachtet und nichtsahnenden Gästen einer Suppenküche serviert worden.
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In der Türkei wurde ein ehemaliges Rennpferd in einer Suppenküche verarbeitet (Symbolbild).
Von AFP/dpa
Ein preisgekröntes Rennpferd ist in der Türkei nach einer Verletzung geschlachtet und nichtsahnenden Gästen einer kommunalen Suppenküche serviert worden. Medienberichten zufolge flog der Fall auf, nachdem ein Gast der Suppenküche in Mersin im Süden des Landes einen Gegenstand in seiner Suppe gefunden und die Behörden eingeschaltet hatte. Der Gegenstand stellte sich als Mikrochip heraus.
Ermittler des Landwirtschaftsministeriums fanden heraus, dass es sich um den Chip eines Rennpferds namens Smart Latch handelt. Die die vierjährige englische Vollblutstute hatte in der nahegelegenen Stadt Adana mehrfach Pferderennen gewonnen. Die Beamten untersuchten daraufhin das Essen in der Suppenküche und entdeckten, dass das dort servierte Gericht Kavurma, das normalerweise mit gebratenem Lamm oder Rind zubereitet wird, Pferdefleisch enthielt.
Ehemaliger Besitzer des Pferdes aus der Türkei ist „sehr unglücklich“
„Wir sind sehr unglücklich“, sagte der frühere Besitzer des Rennpferds, Suat Topcu, der türkischen Nachrichtenagentur DHA. Seinen Worten zufolge war Smart Latch nach einer Beinverletzung kürzlich in den Ruhestand geschickt worden. Laut Topcu wollte er die Stute einem örtlichen Reitverein schenken und beauftragte eine Spedition damit, das Tier dort hinzubringen. Bis ihn das Ministerium kontaktiert habe, habe er keine Ahnung gehabt, was wirklich aus dem Pferd geworden war.
Geldstrafe für den Ex-Besitzer von türkischem Rennpferd Smart Latch
Dem Bericht zufolge verhängte das Ministerium eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 2.615 Euro gegen Topcu. Das lag allerdings nicht an dem kuriosen Fund, sondern weil der Besitzer die Verlegung des verletzten Pferdes nach dessen Rennkarriere nicht offiziell gemeldet hatte, wie die Agentur Demirören berichtete. Gegenüber der Agentur erklärte der frühere Besitzer, er sei „am Boden zerstört“ gewesen, als er von den Behörden von dem Vorfall erfahren habe.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Stute nie bei dem Reitverein ankam und stattdessen zum Schlachter gebracht wurde. Das Fleisch sei anschließend fälschlich als Rind etikettiert und an ein Unternehmen verkauft worden, das die Suppenküche beliefert.
