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„Ich vertraue ganz auf den Moment“

Mit ihrer Leidenschaft zur Fotografie will die 15-jährige Charlotte Obertreis Charaktere von Mensch und Hund einfangen

Charlotte Obertreis fotografiert für ihr Leben gerne. Sie vertraut bei ihren Fotos auf den Moment, fängt Situationen und Charaktere ein. Ihre Bilder überzeugen durch eine verzaubernde Natürlichkeit. Die hat sich auch beim BKZ-Fotowettbewerb „Meine Heimat Althütte“ durchgesetzt: Charlottes Bild bekam die meisten Stimmen. Das Besondere: Sie ist gerade einmal 15 Jahre alt.

Gerade einmal 15 Jahre ist Charlotte alt, doch den Blick fürs gelungene Foto hat sie. Fotos: C. Obertreis

Gerade einmal 15 Jahre ist Charlotte alt, doch den Blick fürs gelungene Foto hat sie. Fotos: C. Obertreis

Von Sarah Schwellinger

ALTHÜTTE. Fröhlich, herzlich, aufgeschlossen: Charlotte Obertreis sitzt auf der Holzveranda an einem großen Holztisch, der mit Kaffee und Kuchen gedeckt ist. Der Blick schweift ins Grüne. Von drinnen holt sie ihre Arbeiten.

Sie beweist, dass sie das Auge hat – nicht nur für das Motiv, sondern auch für die Umgebung, das Licht, den richtigen Moment. Charlotte Obertreis liebt es, zu fotografieren. Und diese Leidenschaft sieht man ihren Bildern auch an. Mit Liebe zum Detail fotografiert sie Mensch und Tier in ihrer Natur.

Alles begann mit einem Schulprojekt im Jahr 2017. Charlotte überlegte gemeinsam mit ihren Eltern, was sie Kreatives machen könnte. Die 15-Jährige fotografierte schon lange gerne, aber hatte dies nur für sich gemacht. Nun fasste sie den Entschluss, ihr Hobby zur einjährigen Projektarbeit zu machen: Sie bot Fotoshootings an. Ihre Mutter, die Grafikerin ist, half ihr, Flyer zu gestalten und die in Tiergeschäften oder an anderen Orten, wo sich Tierfreunde aufhalten, zu verteilen. Es dauerte nicht lange, da war der erste Job an Land gezogen.

Charlotte fängt die Harmonie zwischen Mensch und Tier ein

Am Anfang sei es noch etwas schwierig gewesen, anderen zu sagen, was sie machen sollen. Doch die 15-Jährige findet Gefallen daran, lässt Mensch und Tier ihren freien Lauf, dirigiert nicht, sondern beobachtet. „Ich versuche, die beiden in Ruhe und die Tiere einfach machen zu lassen“, sagt Charlotte. Was sie da tut, geht auf: Sie produziert keine gestellten Situationen, sondern fängt die innigen Momente ein. „Ich möchte den Charakter einfangen. Die Harmonie zwischen Mensch und Tier.“ Und das geht nur, wenn man den Dingen ihren Lauf lässt. Deshalb ist ihr der richtige Moment wichtiger als jedes Equipment. „Da nützt das beste Objektiv nichts“, erklärt sie. Das Geld, das sie bei den Shootings einnahm, das spendete sie. Ein Teil ging an den Kinder- und Jugendhospizdienst Sternentraum, der andere an die Rettungshundestaffel Rems-Murr.

Inzwischen hat sie nicht nur Tiere vor der Linse, sondern fotografierte auch schon eine Taufe oder Geschwister und Familien. Bald steht die erste Hochzeit auf dem Plan. „Ich habe so viele tolle Menschen kennengelernt“, sagt Charlotte und lächelt dabei. Jedes ihrer Shootings sei toll gewesen, weshalb manche sie auch immer wieder buchen und mit ihr gleich mehrere Shootings machen.

Beim Durchblättern ihrer Fotoarbeiten wird eines deutlich: Charlotte hat ein ganz besonderes Gespür für Licht. Sie nutzt das natürliche Licht, um jedem Foto eine besondere Stimmung und einzigartige Wirkung zu geben. Und das bei einem ganz einfachen Spaziergang: „Meistens verabrede ich mich mit den Leuten an einem Treffpunkt und dann gehen wir spazieren.“ Im Voraus weiß sie also nie, wo es genau hingehen soll, wo sie gleich wie fotografieren wird. Ganz selbstbewusst sagt die 15-Jährige dazu: „Ich vertraue ganz auf den Moment.“ Und da vertraut sie richtig. Jedes Shooting sei auch immer eine eigene Herausforderung, jeder Mensch und jedes Tier hat so seine Besonderheit.

Skeptiker beruhigt sie schnell. Wenn sie ihnen die ersten Fotos auf dem Display zeigt, sind sie glücklich. „Es ist schön, dass ich anderen eine Freude mit meinen Fotos machen kann. Und es macht mich glücklich, wenn ich sehe, was sie ihnen bedeuten.“ Denn oft steht hinter einem Shooting auch eine besondere Geschichte, eine Situation, die für die Ewigkeit festgehalten wird.

Als sie 13 Jahre alt ist, entdeckt Charlotte ihre Liebe zum Fotografieren. Alles, was ihr vor die Linse kommt, wird abgelichtet. Angefangen hat alles mit ihren eigenen Tieren und den Hunden und Katzen aus der Nachbarschaft: „Die mussten schon oft herhalten“, sagt sie lachend. Zuerst probierte sie mit der Kamera ihrer Mutter Heidi, später dann mit der eigenen Kamera. Das Händchen und das Auge für gute Fotos wurden ihr quasi in die Wiege gelegt: Ihre Mutter ist Grafikerin, Vater Dominik ist professioneller Fotograf. Neben der Fotografie hat Charlotte nicht nur ein großes Herz für Tiere und reitet nebenbei, sondern sie hat auch musikalische Hobbys: Sie spielt Klavier und Cello.

„Ich vertraue ganz auf den Moment“
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Erstellt:
24. Oktober 2018, 06:00 Uhr

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