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Immobilienkäufer sollen um Milliarden entlastet werden

Barleys Vorstoß entzweit Koalition in der Wohnungspolitik – Grüne: Union muss Farbe bekennen

Ein Haus- oder Wohnungskauf ist teuer und oftmals kommen viele Tausend Euro Maklerkosten dazu. Justizministerin Barley will neue Regeln – so wie das seit 2015 bei Vermietungen der Fall ist.

Berlin Wer den Makler bestellt, der zahlt – dieses Prinzip soll künftig nicht nur bei Mietverträgen, sondern auch bei Immobilienverkäufen gelten. Dadurch soll es für Verbraucher einfacher werden, bezahlbaren Wohnraum zu finden, wie aus einem Ge- setzesentwurf von Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) hervorgeht.

Die Union wies den Vorstoß zurück. „Wir sind davon nicht überzeugt“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Innen- und Bauministerium, Marco Wanderwitz. Auch Kanzlerin Angela Merkel ließ große Skepsis erkennen. „Die Union muss jetzt Farbe bekennen und sagen, was sie will“, sagte der Tübinger Grünen-Abgeordnete Chris Kühn unserer Zeitung.

Käufer von Häusern oder Wohnungen sparen durch eine geplante Neuregelung nach Einschätzung des Justizministeriums bis zu drei Milliarden Euro. Makler müssen mit jährlichen Umsatzeinbrüchen von 660 bis 750 Millionen Euro rechnen.

In den meisten Bundesländern liegt die zulässige Maklerprovision bei 7,14 Prozent inklusive Mehrwertsteuer. Pro 100 000 Euro Kaufpreis fallen also 7140 Euro Vermittlungsgebühr an. Baden-Württemberg gehört zu jenen Ländern, in denen sich Verkäufer und Käufer die Provision in der Regel teilen. In Hamburg oder Berlin etwa muss der Käufer meist komplett die Courtage tragen.

Die SPD fordert seit geraumer Zeit, das Bestellerprinzip auf den Verkauf von Wohnimmobilien auszudehnen. In den Koalitionsverhandlungen hatte sie sich damit aber nicht durchsetzen können. Die Union argumentiert, dass dies den Preisanstieg nur beschleunigen würde – weil viele Verkäufer versuchen dürften, die Maklerkosten auf den Kaufpreis aufzuschlagen. Barley plant Bußgelder, um dies zu verhindern.

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Erstellt:
26. Februar 2019, 10:25 Uhr

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