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In Corona-Krise kommen Sonntags-Gottesdienste auf Instagram

dpa/lsw Stuttgart. Leere Kirchen, dafür viel los in den sozialen Medien: Während der Corona-Pandemie sind Gottesdienste im realen Leben abgesagt, aber nicht im Internet. Ein Stuttgarter Pfarrer hält seine sonntägliche Andachten jetzt auf Instagram - und bekommt viel Zuspruch.

Nicolai Opifanti probt in seinem Wohnzimmer die Aufzeichnung einer Instagram-Story. Foto: Marijan Murat/dpa

Nicolai Opifanti probt in seinem Wohnzimmer die Aufzeichnung einer Instagram-Story. Foto: Marijan Murat/dpa

Die Corona-Krise bringt auch den sonntäglichen Gottesdienst an ungewöhnliche Orte: Der Stuttgarter Pfarrer Nicolai Opifanti bietet zusammen mit seiner Kollegin Sarah Schindler im sozialen Netzwerk Instagram Andachten an. Die Idee sei ihm gekommen, als bekannt wurde, dass keine analogen Gottesdienste in den Kirchen mehr gefeiert werden können, sagte Opifanti. Die Andachten werden jeweils am Sonntag veröffentlicht. In den Tagen zuvor können Zuschauer sich mit einbringen, etwa mit Gebetsanliegen oder Liederwünschen. „Mir war mega wichtig, dass es interaktiv ist und die Menschen gerade jetzt ihre Sorgen und Ängste loswerden und beten können“, sagt Opifanti. Sie seien überrascht gewesen, wie viele Zuschauer mitgemacht hätten. „Das war wirklich tief berührend.“

Er hoffe darauf, dass die Menschen den Stellenwert digitaler christlicher Angebote wie diesem auch in Zeiten nach Corona wahrnähmen, sagte Opifanti weiter. Wenn er Menschen von seiner Arbeit auf Instagram erzähle, seien sie durchaus aufgeschlossen - auch seine Vorgesetzten. „Aber ich glaube, es ist ihnen noch nicht bewusst, wie gut man damit auch Menschen dienen kann - dass ich damit nicht nur lustige Videos produziere, sondern dass da echte Seelsorge geschieht, Freundschaften entstehen, ein Stück weit Glaube miteinander geteilt wird.“ Bislang ist Opifanti als „Pfarrerausplastik“ noch ehrenamtlich auf der Plattform unterwegs - mit einem Aufwand von 20 bis 30 Stunden pro Woche.

Auch die katholische Bloggerin Kira Beer hat in den vergangenen Wochen gespürt, dass es Menschen gibt, die in der Corona-Krise Halt in den sozialen Medien suchen. „Ich habe neulich eine Live-Andacht mit einem Pfarrer auf Instagram gemacht“, sagt die 20-Jährige, die auf Instagram sowohl privat als auch für die katholische Diözese Rottenburg-Stuttgart aktiv ist. Die Fürbitten zu der Andacht seien ebenfalls interaktiv gewesen. „Und die waren natürlich nur von diesem Thema bestimmt.“ Viele ihrer Kollegen, die in der Seelsorge im Netz tätig seien, hätten momentan großen Zulauf.

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Erstellt:
16. April 2020, 09:44 Uhr

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