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In der Urlaubszeit laufen Geschäfte eher träge

So arbeitet die Redaktion (25): Was ist eigentlich die Saure-Gurken-Zeit?

In der Urlaubszeit laufen Geschäfte eher träge

Von Florian Muhl

BACKNANG. Im Journalismus ist der Begriff Saure-Gurken-Zeit gebräuchlich und bedeutet im Wesentlichen nichts anderes als „Sommerloch“. Es ist der Zeitraum, in dem nichts oder nur wenig los ist. Die meisten Leute machen in den Sommerferien Urlaub und verreisen. In den Sportvereinen wird im Hochsommer kaum gekickt und wenig Handball gespielt und auch die meisten anderen Sporttreibenden pausieren. Auf bedeutsame Spiele oder Wettkämpfe wird verzichtet.

In der Regel werden von den Bürgermeistern auch keine Gemeinderatssitzungen anberaumt. Selbst das kulturelle Leben in Städten und Gemeinden macht mehrere Wochen Pause. Hochkonjunktur haben dagegen die Bauarbeiter, die die Sommerferien nutzen, um Schulen zu sanieren und auch Straßen zu reparieren. Weil es Ende Juli bis Anfang September spürbar ruhiger wird in den Fußgängerzonen und Einkaufsläden, sprechen auch Geschäftsleute von der Saure-Gurken-Zeit, wenn ihr Umsatz im Sommer zurückgeht.

Aber woher stammt der Begriff Saure-Gurken-Zeit eigentlich? Ganz klar scheint das wohl nicht zu sein. Eine Erklärung, eine sehr nachvollziehbare, ist folgende: Früher hat man Gemüse sauer eingelegt, um es länger haltbar zu machen. In dieser Art konserviert blieben Gurken und Co über den langen Sommer hinweg genießbar und konnten dann im folgenden Winter verspeist werden, wenn es kein frisches Gemüse und Obst mehr gab. Die Saure-Gurken-Zeit war also ein Zeitraum, der von Verzicht und Leiden gezeichnet war und den man eine Weile durchstehen muss.

Eine weitere Erklärung geht auf das späte 18. Jahrhundert zurück. In dieser Zeit verbreitete sich die Redewendung unter Berliner Kaufleuten. Sie sprachen im Sommer von der Saure-Gurken-Zeit, denn Gurken reifen im Juli und August, werden dann auch eingelegt und wurden auf den Berliner Marktplätzen angeboten. Doch damals schon waren in dieser Zeit Ferien. So liefen die Geschäfte angesichts der Hitze und Urlaubszeit eher träge. Es war eben Saure-Gurken-Zeit.

Auch wenn sich heute zu dieser Zeit auch in Politik und Kulturleben wenig ereignet und die Wochen nachrichtenärmer werden, fallen Journalisten nicht mehr ins Sommerloch. Böse Zungen behaupten zwar, dass die Seiten der Zeitungen häufiger als sonst mit nebensächlichen und kuriosen Meldungen gefüllt seien. Aber die meisten Journalisten bereiten sich auf die ereignisarmen Wochen vor und freuen sich auch auf diese Zeit. Denn im Hochsommer ist auch die Zeit, um interessante Reportagen und pfiffige Serien im Blatt zu platzieren.

Heutzutage sind saure Gurken zwar zu jeder Jahreszeit zu haben, aber der Begriff ist geblieben. Und die nächste Saure-Gurken-Zeit wird kommen. Das ist sicher. Wir von der Backnanger Kreiszeitung freuen uns schon darauf.

Haben auch Sie eine Frage zur Arbeit der Redaktion, die wir in unserer Serie beantworten sollen? Dann schicken Sie eine E-Mail an redaktion@bkz.de.

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Erstellt:
3. Februar 2020, 06:00 Uhr

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