Ingwer und Kurkuma fürs Immunsystem

Mit ayurvedischen Gerichten kann man seine Abwehrkräfte im Kampf gegen Krankheitserreger mobilisieren. Katrin Erwerle ist Ayurvedatherapeutin, bietet in pandemiefreien Zeiten verschiedene Kurse an der VHS Backnang an und kennt noch andere Methoden, um sich gegen Infektionen zu schützen.

Ingwer, Kurkuma und „gebräuchlichere“ Gewächse wie Kohlrabi und Möhren sind der Gesundheit sehr zuträglich. Fotos: Hohnerlein (2)/privat (1)

Ingwer, Kurkuma und „gebräuchlichere“ Gewächse wie Kohlrabi und Möhren sind der Gesundheit sehr zuträglich. Fotos: Hohnerlein (2)/privat (1)

Von Annette Hohnerlein

BACKNANG. Ein Wundermittel aus dem Kochtopf, mit dem man das Coronavirus in die Schranken weisen kann, gibt es leider nicht. Aber im Gemüsegarten der Natur wachsen Pflanzen, die durch ihre entzündungshemmende Wirkung den Körper bei seinem Kampf gegen unerwünschte Eindringlinge unterstützen können. Welche das sind, weiß Katrin Erwerle, die sich seit über 30 Jahren mit ayurvedischer Ernährung beschäftigt. Die Heilpraktikerin, Ayurvedatherapeutin und Yogalehrerin gibt regelmäßig Kurse über gesunde Ernährung und lehrt an verschiedenen Volkshochschulen in der Region.

Ayurveda ist eine Jahrtausende alte indische Heilkunst, die Körper, Geist und Seele in einem ganzheitlichen Ansatz in den Blick nimmt. Lebensmittel werden zur Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten eingesetzt. An vorderster Front Ingwer und Kurkuma, die Erwerle als „Wunderknollen“ bezeichnet. Beide Heilpflanzen hätten eine entzündungshemmende Wirkung und könnten in Gerichten oder auch als Tees Verwendung finden. Erwerle empfiehlt, sie frisch zu verarbeiten, nicht als Pulver oder in Teebeuteln. Ein Glas heißes Ingwerwasser, aufgebrüht aus zwei bis drei frisch geschnittenen Scheiben, sei zudem ein gutes Mittel, um morgens den Stoffwechsel in Gang zu bringen. Ebenfalls empfehlenswert, weil entzündungshemmend, seien Kohlgerichte, die man durch Zugabe von Kümmel, Anis, Fenchel oder Kreuzkümmel bekömmlicher machen könne, verrät Erwerle. Eine wohltuend erwärmende Wirkung hätten weihnachtliche Gewürze wie Zimt, Kardamom, Nelken oder Piment, die auch im indischen Gewürztee (Chai) enthalten sind.

Diese Ernährungsempfehlungen gelten natürlich nicht nur in Pandemiezeiten. „Wenn man sich gesund ernährt, frisch kocht und Junkfood meidet, ist das immer gut“, betont Erwerle, die im Hauptberuf als Betriebswirtin arbeitet. Sie selbst ernährt sich seit ihrer Kindheit vegetarisch und empfiehlt generell, Fleisch zu meiden und nur wenig tierisches Eiweiß zu sich zu nehmen. Auf ihrer Homepage (www.durgassoulfood.de) schreibt sie: „Ein Tier hat Angst, wenn es getötet wird oder trägt das Leid in sich, das es unter Umständen während seiner Aufzucht und des Transports erfahren musste. Dabei werden zum einen Hormone ausgeschüttet, die wir mitessen, zum anderen nehmen wir auf geistiger Ebene diese Energie zu uns.“

Zur Pflege der Nasenschleimhaut rät Kathrin Erwerle zu täglichen Nasenduschen.

Doch neben der Ernährung gibt es noch andere Ansätze, mit denen man Infektionen vorbeugen kann, weiß Erwerle. „Nicht nur im Hinblick auf Corona empfehle ich regelmäßige Atemübungen, das sogenannte Pranayama, die yogische Wechselatmung. Diese stärkt die Lunge und reinigt die Atemwege.“ Darüber hinaus rät die Expertin, darauf zu achten, dass die Schleimhäute von Nase und Mund intakt sind, da Coronaviren auf diesem Weg in den Körper gelangen. Eine verletzte oder zu trockene Schleimhaut sei für Krankheitserreger leichter zu überwinden als eine gesunde. Dafür empfiehlt Katrin Erwerle das sogenannte Ölziehen.

Dabei spült man den Mund für zwei bis drei Minuten mit einem Schluck Öl und spuckt es danach aus. Geeignet sei Sesamöl in Bioqualität oder ein gutes Olivenöl. Für die Pflege der Nasenschleimhaut rät die Therapeutin zu täglichen Nasenduschen mit lauwarmem, leicht gesalzenem Wasser. Im Ayurveda setze man auch spezielle Nasenöle ein, die die Schleimhäute schützen und durch Kräuterzusätze Erreger fernhalten sollen. Und noch einen Tipp hat Erwerle: „Wer zu Erkältungen neigt, kann versuchen, Milchprodukte zu meiden, da diese die Schleimbildung erhöhen und sich bei Bronchitis oder Schnupfen eher negativ auswirken.“

Wer darüber hinaus seinem Immunsystem etwas Gutes tun will, sollte sich regelmäßig an der frischen Luft bewegen und Stress vermeiden, weil dieser die Abwehrkräfte schwächt, so Erwerle. Entspannungs- und Atemübungen durch autogenes Training, Fantasiereisen oder Yogaübungen seien hier die geeigneten Mittel der Wahl.

Ingwer und Kurkuma fürs Immunsystem
Katrin Erwerle

© GALLAS

Katrin Erwerle

Wärmende Gemüsesuppe

Rezept für eine wärmende Gemüsesuppe (leicht scharf) für sechs bis acht Personen von Katrin Erwerle.

Zutaten:
1 kg Wurzelgemüse (zum Beispiel Pastinaken, Petersilienwurzel, Knollensellerie oder Kohlrabi, in etwa 1cm große Würfel geschnitten, Karotten, in Scheiben geschnitten).
Man kann auch einen Teil des Gemüses durch Süßkartoffeln oder Kürbis ersetzen. Das Gemüse nicht zu klein schneiden, damit es bissfest bleibt. 1 Lauchstange, in halbe Ringe geschnitten ½ frische Chilischote, Samen entfernen Chili und Ingwer werden schärfer, je länger man sie kocht. Deshalb die Chilischote am Stück lassen, nur die Samen entfernen; die Suppe immer wieder probieren. Wenn die passende Schärfe erreicht ist, kann die Chili aus der Suppe genommen werden. 2 frische Kurkuma-Knollen und 1 großes Stück Ingwer, fein geschnitten oder gerieben. Diese Knollen schält man am besten mit einem kleinen Löffel. Damit kann man die Schale abschaben, was viel einfacher ist als mit einem Messer.
3 EL Garam Masala
1 bis 2 EL Senfsamen
1 TL Bockshornkleepulver*
1 gestrichener TL Asafoetida*
4 bis 5 EL Tomatenmark
½ Bund frischer Koriander oder glatte Petersilie, fein geschnitten
2 TL Salz
2 bis 3 EL Sesam-, Kokos- oder Bratöl
¼ Zitrone oder ½ Limette, Schale und Saft

*Asafoetida und Bockshornkleesamenpulver sind manchmal schwer zu bekommen; das Rezept schmeckt auch ohne diese Gewürze sehr gut.

Zubereitung:
Das Öl in einem großen Topf erhitzen, darin Chili, Kurkuma, Ingwer und alle anderen Gewürze anbraten. Zuerst die groben Gewürze und danach die Pulver anrösten. Tomatenmark hinzufügen und ebenfalls rösten. Das Gemüse anbraten bis Röststoffe entstehen. Mit Zirka 2 Litern Wasser aufgießen. Salzen. Etwa 10 Minuten köcheln. Zitronen-/Limettenschale und -saft hinzugeben. Noch einmal 5 bis 10 Minuten köcheln, bis das Gemüse gar ist. Topf von der Platte nehmen und fein geschnittenen Koriander oder Petersilie unterrühren.

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Erstellt:
11. Januar 2021, 06:00 Uhr

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