Teheran

Iran: 26 Millionen Menschen melden sich für Kriegsdienst

Menschenketten, Präsidenten und Promis an der Front: Im Iran wächst der Nationalismus. Mehr als ein Viertel aller Iraner soll sich zu einem freiwilligen Kriegsdienst gemeldet haben.

Menschen schwenken iranische Fahnen bei einer Gedenkfeier für Schulkinder, die am 28. Februar bei einem US-Luftangriff auf eine Schule in  Minab getötet wurden.

© Vahid Salemi/AP/dpa/Vahid Salemi

Menschen schwenken iranische Fahnen bei einer Gedenkfeier für Schulkinder, die am 28. Februar bei einem US-Luftangriff auf eine Schule in Minab getötet wurden.

Von red/dpa

Trotz einer Waffenruhe melden sich nach Angaben des staatlichen Senders Irib immer mehr Iraner freiwillig für den Kriegsdienst. Demnach sollen sich mehr als 26 Millionen Menschen für die Kampagne „Leben opfern“ registriert haben. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben ist derzeit nicht möglich. Im Iran leben rund 90 Millionen Menschen.

Beobachter weisen darauf hin, dass die Führung in Teheran den im Land entstandenen Nationalismus seit Beginn des von den USA und Israel geführten Angriffskriegs zunehmend für propagandistische Zwecke nutzt.

Menschenketten zum Schutz möglicher Angriffsziele geplant

Laut Staatsfunk sollen die Freiwilligen zusätzlich zu den Truppen der Revolutionsgarden und der Armee eingesetzt werden. Zudem sind Menschenketten zum Schutz möglicher Angriffsziele geplant. 

Zu den Registrierten sollen Irib zufolge auch Präsident Massud Peseschkian, die meisten seiner Minister sowie zahlreiche Amtsträger, Sportler und Künstler gehören. Auch der derzeit einflussreiche Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf hat sich registrieren lassen.

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Erstellt:
15. April 2026, 21:34 Uhr

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