Islamunterricht: Kretschmann warnt vor Scheitern

dpa Stuttgart. Angesichts des Streits um die Lehrerlaubnis eines liberalen Islamwissenschaftlers hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor dem Scheitern des Stiftungsmodells für den islamischen Religionsunterricht gewarnt. Die „Stiftung Sunnitischer Schulrat“ sei eine Übergangskonstruktion, die verfassungsrechtlich eine schwierige Gratwanderung darstelle, räumte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart ein. Wenn sie scheitere, könne man den islamischen Religionsunterricht aber überhaupt nicht mehr weiterentwickeln. Er bitte alle Beteiligten, das zu bedenken. „Es wäre sehr bedauerlich, wenn das Projekt scheitert und damit der Fortgang des islamischen Religionsunterrichts.“ Dieser sei wichtig für junge Muslime und werde gut angenommen.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) spricht. Foto: Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) spricht. Foto: Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild

Der prominente liberale Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi bildet seit etwa zehn Jahren an der Pädagogischen Hochschule Freiburg (PH) Lehrer für den islamischen Religionsunterricht aus - und streitet derzeit mit der „Stiftung Sunnitischer Schulrat“ über seinen Antrag auf eine Lehrerlaubnis. Ourghi vermutet ideologische Gründe dahinter: Es sei bundesweit bekannt, dass er und die PH für einen liberal aufgeklärten Islam stünden. Die „Stiftung Sunnitischer Schulrat“ wurde im Jahr 2019 von der baden-württembergischen Landesregierung gegründet. Sie ist seitdem im Südwesten für die Organisation des islamischen Schulunterrichts zuständig. Ourghi hält das Stiftungsmodell in Baden-Württemberg für verfassungswidrig.

© dpa-infocom, dpa:210713-99-367425/2

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Erstellt:
13. Juli 2021, 15:14 Uhr

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