Rechtsstreit um KI-Nutzung von Nachrichteninhalten
Japanische Zeitungen verklagen Perplexity AI
Zwei der größten Tageszeitungen Japans ziehen gegen das US-Start-up Perplexity AI vor Gericht.

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Perplexity bietet eine KI-Suche an.
Von Lukas Böhl
Die Verlage Asahi Shimbun und Nikkei reichten am 26. August beim Bezirksgericht in Tokio Klage ein. Sie werfen dem KI-Unternehmen vor, ihre Artikel ohne Genehmigung zu kopieren, Inhalte zu verfälschen und damit die Glaubwürdigkeit des Journalismus zu untergraben.
Was fordern die Zeitungen?
Die Forderung ist hoch. Beide Medienhäuser verlangen jeweils 2,2 Milliarden Yen (umgerechnet rund 14,9 Millionen Dollar) sowie eine Unterlassung der Nutzung. Laut Klageschrift greift Perplexity beim Generieren von Antworten auf Inhalte der Zeitungen zu, speichert diese auf eigenen Servern und gibt Textpassagen nahezu unverändert als Resultate aus.
Trotz der klaren Sperrvermerke in den sogenannten „robots.txt“-Dateien der Webseiten, die den Zugriff auf Artikel verbieten sollen, habe Perplexity diese Hinweise ignoriert. Zudem seien teilweise verfälschte Inhalte unter Nennung der beiden Marken verbreitet worden – ein Schlag gegen die journalistische Genauigkeit, so die Kläger.
Nicht die erste Klage gegen Perplexity
Die Vorwürfe stehen in einer Reihe ähnlicher Verfahren weltweit. Bereits am 7. August hatte die Yomiuri Shimbun als erstes großes japanisches Medienhaus eine Klage gegen Perplexity eingereicht. Auch in Europa und den USA häufen sich Rechtsstreitigkeiten, da Nachrichtenorganisationen den unentgeltlichen Zugriff von KI-Anbietern auf ihre Inhalte als existenzielle Bedrohung sehen.
Die Verlage warnen, dass das Geschäftsmodell von Perplexity „auf dem massenhaften Trittbrettfahren“ beruhe. Würden solche Praktiken nicht gestoppt, gefährde dies langfristig die Grundlagen des Qualitätsjournalismus – und damit auch die Demokratie.