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Jede Bahn lässt die Kasse klingeln

Sponsorenschwimmen im Freibad Erbstetten – Teilnehmer beweisen 24 Stunden Ausdauer – Das Ergebnis: Mehr als 10500 Euro

„Ich runde jetzt noch für unser Team auf 1400 Bahnen auf“, ruft Marvin von den „Warmduschern“, zieht die Taucherbrille über den Kopf und verschwindet im hellblauen Becken – der Förderverein Freibad Erbstetten hatte am Wochenende wieder zum Sponsorenschwimmen eingeladen. 24 Stunden lang wurde eine Bahn nach der anderen gezogen. Das Ergebnis der rund 95 Schwimmer kann sich sehen lassen: mehr als 10500 Euro wurden erschwommen, etwa 7000 Bahnen gezogen.

Allen Grund zur Freude haben die Teilnehmer des Sponsorenschwimmens.

© Jörg Fiedler

Allen Grund zur Freude haben die Teilnehmer des Sponsorenschwimmens.

Von Yvonne Weirauch

BURGSTETTEN. Martina Layher und Brigitte Rothenburger sitzen unter dem Vordach an einem kleinen Tisch in der Nähe des Beckens. Vor ihnen jede Menge Listen, Ordner, ein Laptop und – Kaffee und Cola. „Wir haben unseren Platz 24 Stunden lang nicht verlassen“, sagt Brigitte Rothenburger und lacht. Von Müdigkeit keine Spur. „Wir haben über Nacht die Statistiken geschrieben und uns mit den Teilnehmern unterhalten.“

Der Förderverein Freibad Erbstetten hatte wieder zum 24-Stunden-Sponsorenschwimmen eingeladen. Zwischen Samstag, 11 Uhr, und Sonntag, 11 Uhr, wurde eine Bahn nach der anderen gezogen. „Das Wetter spielte mehr oder weniger gut mit“, so Silke Schmidt, eine der Vorsitzenden des Vereins. Am Samstag schien vereinzelt die Sonne, es war warm. In der Nacht sorgte der einsetzende Regen für keinerlei Missstimmung: „Wir sind trotzdem geschwommen!“, ruft eine Schwimmerin. Gestern schien zwar vormittags keine Sonne, aber die Temperaturen erwiesen sich als angenehm. „Am Samstag hatten wir eine Wassertemperatur von etwa 22 Grad, am anderen Tag etwa 21. Den kleinen Unterschied merkt man aber“, so Teilnehmer Jürgen Geldner von den Schneegaasger Burgstetten. Er gibt zu, „etwas erschöpft“ von den 24 Stunden zu sein. Und das Nervigste für ihn: „Die Badehose ist über Nacht nicht getrocknet, da war es sehr unangenehm, wieder reinschlüpfen zu müssen.“ Sohnemann Simon merkt man die Anstrengung nicht an. Er hatte sich für zwei Teams gemeldet und zog ebenfalls seine Bahnen.

Die Teilnehmer entschieden selbst, wann, wie lange oder wie oft sie ins Wasser gingen. Die Liste der Sponsoren ist lang. Viele versprachen, einen bestimmten Betrag pro Bahn zu spenden, andere legten sich auf eine Pauschalsumme oder eine Obergrenze fest. „Es ist schon erstaunlich, wie die Teilnehmer an die Sache rangehen“, sagt einer der beiden Moderatoren, Alexander Sturm, der die Veranstaltung gestern mit wortreichen Einlagen begleitete. „Manche sagen zu Beginn, mehr als 10 Bahnen würden sie nicht schaffen, und sind dann selbst erstaunt, dass es 20 werden.“

Überwältigt sind die Organisatoren von der Unterstützung. „Die Familien helfen alle mit“, erzählt Silke Schmidt. Auch Uwe Meyners, der bis vor etwa sechs Jahren im Bädle noch als Schwimmmeister tätig war und jetzt diese Aufgabe an der Mosel ausübt, lässt es sich jedes Mal aufs Neue nicht nehmen, die Nachtschicht bei dieser Veranstaltung zu übernehmen. Ebenso sei man von den Teilnehmern beeindruckt, die einen weiteren Weg auf sich nehmen, um am Sponsorenschwimmen teilzunehmen. Wie beispielsweise Marvin. Zu fünft seien sie aus Moosbach (Bayern) gekommen, um als Team Warmduscher fürs Bädle was Gutes zu tun, berichtet er. Ein heftiger Sonnenbrand am Rücken, den sich Marvin am Samstag eingehandelt hatte, hielt ihn gestern nicht davon ab, nochmals ins Becken zu springen und seine neun Stunden noch zu steigern. Am Samstag hatten außerdem vier Meerjungfrauen in ihrem Kostüm mit Flossen 52 Bahnen absolviert. „Eine beachtliche Leistung“, lobt Anja Geldner, eine weitere Vorsitzende. Über Nacht sei das Engagement nicht abgerissen, obwohl es regnete. Zelte für die eventuelle Nachtruhe standen bereit, Versorgung durch das Restaurant Da Giorgio war rund um die Uhr garantiert. Massagen wurden angeboten, bei denen zu den über 10500 Euro erschwommenen Runden noch rund 500 Euro zusammenkamen. Ein großes Kuchenbuffet lud zum Genießen ein und eine faszinierende Feuershow von Michi Schäfer geleiteten die Aktion in die Nacht. Gestern Morgen startete man mit der Morgengymnastik.

Das Event fand seinen Abschluss mit der Schatzsuche. „Das hat hier im Bädle eine Tradition“, erzählt Anja Geldner. „Uwe Meyners hatte die Schatzsuche damals als Teil des Ferienprogramms angeboten. Wir haben dies nun anlässlich des Sponsorenschwimmens wieder aufgegriffen.“ Das Vorgehen ist ein Leichtes: Jeder entleert seine Taschen von dem lästigen Kleingeld, wirft die Münzen ins Wasser, nach denen die Kinder dann tauchen dürfen. Der kostbare Schatz soll ebenfalls der Sanierung des Bädles zugutekommen.

Der Gewinner am Ende? „Da gibt es nur einen“, sagen die Organisatoren: „Das Bädle.“ Nicht müde werdend, Geld zu sammeln, ergänzt Anja Geldner: „Auch wenn feststeht, dass das Bädle saniert wird, werden wir dranbleiben, unser Freibad auf Vordermann zu bringen und zu erhalten.“ Die Organisatoren weisen damit gleich auf die nächste Veranstaltung hin: Am Freitag, 12. Juli, steigt ab 20.30 Uhr die Pool-Party mit DJ und Grill-Leckereien.

Gigantische Feuershow von Michi Schäfer in der Nacht: Dieser Programmpunkt heizte den Schwimmern kräftig ein. Fotos: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Gigantische Feuershow von Michi Schäfer in der Nacht: Dieser Programmpunkt heizte den Schwimmern kräftig ein. Fotos: J. Fiedler

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Erstellt:
17. Juni 2019, 06:00 Uhr

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