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Jugendhaus muss bald geräumt werden

Allmersbacher Gemeinderat einigt sich auf Pavillon bei der Grundschule als Interimslösung – Endgültiger Standort bei SVA-Parkplatz

Die Tage, an denen sich die Allmersbacher Jugendlichen im Jugendhaus in Heutensbach treffen können, sind gezählt. Das Haus ist verkauft worden. Das Thema neues Domizil wurde nun schneller aktuell als gedacht. Im Gemeinderat einigte man sich jetzt auf eine Interimslösung und einen Standort für ein neues Jugendhaus, das allerdings erst gebaut werden muss.

Pavillon bei der Grundschule im Wacholder in Allmersbach im Tal: Hier wird das Jugendhaus vorübergehend einziehen. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Pavillon bei der Grundschule im Wacholder in Allmersbach im Tal: Hier wird das Jugendhaus vorübergehend einziehen. Foto: A. Becher

Von Ingrid Knack

ALLMERSBACH IM TAL. Bei der Ortsjugendkonferenz im November 2018 waren ein neuer Standort und die gewünschten Räumlichkeiten für das künftige Jugendhaus ein großes Thema. Dieses hatte die Verwaltung also schon länger auf dem Zettel. „Jetzt kommt leider ein Thema mit hinein“, erklärte Bürgermeister Ralf Wörner am Dienstagabend im Gemeinderat. „Das Jugendhaus muss relativ kurzfristig geräumt werden.“ Und zwar in den nächsten vier Wochen. Das Gebäude sei „im Zuge eines Tauschgeschäfts“ an einen neuen Besitzer übergegangen. Beide Parteien hatten sich zunächst geeinigt, dass das Jugendhaus vorübergehend auch noch nach dem Besitzerwechsel wie bisher genutzt werden kann. Dies betraf die vergangenen Wochen. Weitere Gespräche aber zeigten, dass andere Vermietungsmöglichkeiten bestehen, die lukrativer sind. Die Kommune kann da nicht mithalten. Wörner: „Dass man von solchen Zahlen spricht, konnten wir nicht einschätzen.“

Deshalb war schneller als einem lieb sein kann Eile geboten. Im Rathaus wurde überlegt, welche Objekte als Interimslösung infrage kommen könnten. So kam das Alte Pfarrhaus in der Schorndorfer Straße ins Spiel. Wörner hielt dies für eine gute Lösung, eventuell sogar langfristig, auch gebe es dort einen von den Jugendlichen gewünschten großen Garten. Der Planungsprozess für ein neues Gebäude dagegen sei langwierig und erfordere womöglich sogar eine Bebauungsplanänderung. „Das zieht sich wie Kaugummi. Ein neuer Standort wird uns ein bis zwei Jahre kosten. Selbst bei Containerbauweise“, rechnete Wörner vor. Der Wermutstropfen bei der Lösung Altes Pfarrhaus sei jedoch, dass kostengünstiger Wohnraum wegfalle, der momentan frei ist. „Wir können den Wohnraum aber an anderer Stelle schaffen“, so Wörner.

Vorgespräche mit den Jugendhausmitarbeitern wurden geführt, die laut den Aussagen Wörners dieser Lösung nicht abgeneigt waren. Allerdings hatten die Sozialarbeiter das Haus zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen – was aber später passierte. Dass die Jugendhausmitarbeiter daraufhin nicht mehr so begeistert waren von der Lösung, wie Sozialarbeiter Mirko Eichentopf versicherte, kam für die Verwaltung in der Ratssitzung überraschend. Ein milde gestimmter Rathauschef kommentierte denn aber: „Wenn Sie Ihre Meinung nach der Besichtigung geändert haben, akzeptiere ich das.“ Mirko Eichentopf hatte vor allem kritisiert, dass das Alte Pfarrhaus an einer Hauptverkehrsstraße liege. Auch das Thema Lärmbelästigung wurde angesprochen. Schließlich einigte man sich einmütig auf den Pavillon bei der Grundschule Im Wacholder, der früher einmal als Kindergartenraum diente – vorausgesetzt, die Schulvertreter sind damit einverstanden. In letzter Zeit wurde der Pavillon nur sporadisch genutzt. Zum Beispiel als Unterrichtsraum für die Jugendmusikschule und dann als Raum für die Hausaufgabenhilfe, die sich an Flüchtlingskinder richtete. „Im Moment gibt es keine Nutzung“, lässt Hauptamtsleiterin Patrizia Rall wissen. In den Vorgesprächen war der Pavillon übrigens als nicht so geeignet betrachtet worden.

Als endgültige Standorte für das Jugendhaus hatte die Verwaltung Freiflächen beim Feuerwehrhaus, in Heutensbach unterhalb des Kinderhauses Mozartweg, neben dem SVA-Heim und im Anschluss an die Parkplätze beim SVA-Heim vorgeschlagen. Schnell kristallisierte sich heraus, dass die Mehrheit der Gemeinderäte und auch die Sozialarbeiter den Standort bei den SVA-Parkplätzen favorisieren. Bei der Abstimmung gab es nur eine Enthaltung von Timo Herbst (UWV). In diesem Zusammenhang war auch vom Raumkonzept die Rede. Fazit: 400 Quadratmeter Fläche wären nötig, hatten die Wünsche der Kinder und Jugendlichen ergeben. Was tatsächlich verwirklicht werden kann, wird sich noch zeigen. Für den Neubau steht eine Summe von rund 1,5 Millionen Euro im Raum. Aber bis die endgültige Lösung festgezurrt ist, werden noch viele Diskussionen geführt werden müssen.

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Erstellt:
26. September 2019, 16:00 Uhr

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