Kärcher-Chef Jenner erwartet Insolvenzwelle wegen Corona

dpa Winnenden. Kärcher-Chef Hartmut Jenner rechnet für das kommende Jahr mit noch weitaus schlimmeren Folgen der Corona-Pandemie für die Wirtschaft. „Erstens: Es wird nicht die dynamische Erholung der deutschen Wirtschaft geben, die viele zurzeit noch prophezeien“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Reinigungsgeräteherstellers dem „Handelsblatt“ (Donnerstag). „Zweitens: Es kommt stattdessen eine große Welle von Insolvenzen auf uns zu, die steigende Arbeitslosenzahlen und sinkende Steuereinnahmen bedeutet. Drittens: Der Staatengemeinschaft wird schlicht das Geld für weitere Konjunkturprogramme ausgehen.“

Hartmut Jenner, Vorsitzender des Vorstands der Alfred Kärcher SE & Co. KG. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Hartmut Jenner, Vorsitzender des Vorstands der Alfred Kärcher SE & Co. KG. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Jenner geht davon aus, dass Kärcher das laufende Jahr mit einem Umsatz von gut 2,6 Milliarden Euro und damit leicht über dem Niveau des Vorjahres beenden wird. Man erlebe einerseits ein gutes Geschäft mit den Konsumenten, die ihr heimisches Umfeld verschönern wollten. Andererseits würden die Gebäudereinigung oder der Verkauf größerer Maschinen an Geschäftskunden schwer in Mitleidenschaft gezogen. „Geschäfts- und Privatkunden halten sich bei uns umsatzmäßig sonst die Waage. Diesmal verteilt sich das eben anders“, sagte Jenner. „Einen echten Wachstumssprung werden wir sicher nicht machen.“

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Erstellt:
5. November 2020, 09:18 Uhr

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