Maple Taffy
Kanadas süße Wintertradition im Trend
Klebrig, süß und typisch Kanada: Maple Taffy ist gerade im Trend. Für die besondere Leckerei braucht man nur heißen Ahornsirup und Schnee.
© Benoit Daoust/ Shutterstock
Maple Taffy ist eine traditionsreiche Süßigkeit in Kanada und dem Norden Neuenglands.
Von Katrin Jokic
Maple Taffy ist eine der ursprünglichsten Süßigkeiten Nordamerikas und gleichzeitig ein echter Hingucker. Flüssiger Ahornsirup wird stark erhitzt, anschließend auf Schnee oder Crushed Ice gegossen und direkt zu einem klebrigen Lutscher aufgerollt. Was simpel klingt, ist in Kanada gelebte Tradition und erlebt auch hierzulande immer wieder einen kleinen Hype, vor allem in der kalten Jahreszeit.
Was genau ist Maple Taffy?
Maple Taffy, in Québec „Tire d’érable“ genannt, entsteht, wenn Ahornsirup über den Punkt hinaus gekocht wird, an dem er als klassischer Sirup gilt – jedoch nicht so lange, bis er zu Ahornzucker oder -butter wird.
Bei etwa 112 bis 115 Grad Celsius erreicht der Sirup die richtige Konsistenz. In diesem Zustand ist er extrem zähflüssig. Gießt man ihn auf kalten, festen Schnee, kühlt er innerhalb weniger Sekunden ab und wird glasig-weich. Anschließend wird er mit einem Holzstiel oder einer Gabel aufgerollt und direkt gegessen.
Heißer Ahornsirup wird direkt auf Schnee gegossen. (Bild: Paul McKinnon/ Shutterstock)
Woher kommt Maple Taffy?
Die Tradition reicht weit zurück. Indigene Völker Nordamerikas gewannen schon lange vor der europäischen Besiedlung Ahornsaft und verarbeiteten ihn zu Zucker und Süßwaren. In Teilen des heutigen Kanadas und Neuenglands entwickelte sich daraus die Praxis, eingekochten Sirup auf Schnee zu gießen.
Im 18. Jahrhundert entstanden in Neuengland sogenannte „Sugar Camps“, in denen Siedler im Spätwinter Ahornzucker produzierten. Dabei wurde der Sirup auch direkt auf Schnee gegossen und galt als schneller, frischer Genuss zwischendurch.
In Québec gehört Maple Taffy bis heute zur Kultur der „Cabane à sucre“, der traditionellen Zuckerhütte. Dort wird sie oft zusammen mit herzhaften Speisen serviert, die mit Ahornsirup glasiert sind.
In Neuengland und Québec wird Maple Taffy häufig mit sauren Gurken und Kaffee serviert. Die Säure und Bitterkeit wirken als Gegengewicht zur intensiven Süße.
Der abgekühlte Sirup wird dann direkt mit einem Holzstiel aufgerollt und gegessen. (Bild: Marc Bruxelle/ Shutterstock)
Kann man Maple Taffy nur im Winter machen?
Nein. Schnee ist zwar Teil der ursprünglichen Tradition, aber nicht zwingend nötig. Crushed Ice funktioniert genauso gut. Entscheidend ist lediglich eine sehr kalte Oberfläche, damit der Sirup schnell erstarrt.
Die Herstellung ist also ganzjährig möglich. Die authentischste Variante findet aber draußen im Winter statt.
Rezept: Maple Taffy selbst machen
Zutaten
- 250 ml reiner Ahornsirup (möglichst hochwertig)
- Sauberer, fest gedrückter Schnee oder fein zerstoßenes Eis
- Holzstiele oder kleine Löffel
- Optional: Zuckerthermometer
Zubereitung
Fertig ist der Ahorn-Lutscher.
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Worauf man achten sollte
- Wird der Sirup nicht heiß genug, bleibt er flüssig und läuft auseinander.
- Wird er zu heiß, kristallisiert er und wird bröselig.
- Die Temperatur steigt zunächst langsam und stagniert oft um 95 °C, bevor sie weiterklettert. Geduld ist nötig.
- Ein kleines Stück Butter kann starkes Überkochen verhindern.
- Sauberer Schnee ist Pflicht. Im Zweifel lieber Eis verwenden.
Maple Taffy als Event-Süßigkeit
In Kanada ist Maple Taffy fester Bestandteil von Winterfesten, besonders beim Winterkarneval in Québec. Besucher rollen ihre Portion direkt vor Ort selbst auf. Auch bei traditionellen Zuckerhütten-Events oder Gemeindefesten in Vermont gehört die Süßigkeit dazu.
