Tourismus

Kann man derzeit nach Thailand reisen?

Fernweh nach Asien? Aufgrund des Iran-Kriegs sind Flug-Drehkreuze blockiert, während die Kerosinkosten explodieren und sich Preise verdreifachen – was Reisende wissen müssen.

Insel in Thailand.

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Insel in Thailand.

Von Michael Maier

Der aktuelle Konflikt im Nahen Osten und seine Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr haben viele Urlaubsplanungen durcheinandergebracht. Während der Trend Richtung Mallorca oder Italien geht, sind Reiseziele wie Ägypten oder auch Thailand stark betroffen. Wie steht es aktuell um Reisemöglichkeiten ins „Land des Lächelns“?

Keine Reisewarnung für Thailand

Rein rechtlich steht Thailand-Reisen nichts im Wege. Das Auswärtige Amt hat keine Reisewarnung ausgesprochen, sondern führt lediglich die üblichen Reise- und Sicherheitshinweise (Stand: 12. März 2026). Für touristische Aufenthalte gelten die bekannten Regelungen:

  • Visumfreie Einreise bis zu 60 Tage möglich (Verlängerung um weitere 30 Tage vor Ort möglich).
  • Reisepass muss mindestens 6 Monate über den Einreisezeitpunkt hinaus gültig sein.
  • Seit Mai 2025 ist die digitale „Thailand Digital Arrival Card“ (TDAC) vor Ankunft auszufüllen.

Es gibt keine besonderen gesundheitlichen Anforderungen oder Pflichtimpfungen bei direkter Einreise aus Deutschland. Auch das US-Außenministerium stuft Thailand lediglich als „Level 2 – Exercise Increased Caution“ ein, was für ein Reiseziel in Südostasien nicht ungewöhnlich ist.

Luftraum und Drehkreuze in Nahost

Die zentrale Herausforderung liegt nicht in Thailand selbst, sondern auf dem Weg dorthin. Seit dem Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar 2026 ist die Luftverkehrssituation im Nahen Osten massiv beeinträchtigt. Die wichtigsten Umsteigeflughäfen im Golf-Raum (Dubai, Abu Dhabi, Doha) sind fast vollständig geschlossen, und zahlreiche Staaten im Nahen Osten haben ihren Luftraum teilweise oder vollständig gesperrt.

  • Qatar Airways hat planmäßige Flüge temporär ausgesetzt; Passagiere mit Buchungen zwischen 28. Februar und 28. März 2026 haben umfangreiche Umbuchungs-/Erstattungsrechte erhalten.
  • Emirates und Etihad nahmen ab Anfang März nur stark eingeschränkte Operationen wieder auf

Die europäische Luftsicherheitsagentur EASA stuft den Luftraum über Bahrain, Iran, Irak, Israel, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Katar, Saudi-Arabien und die VAE derzeit als Hochrisikogebiet ein – ein großes Gebiet, das zentrale Flugkorridore zwischen Europa und Asien betrifft.

Thailand-Flüge viel teurer als sonst

Diese Situation bedeutet, dass der übliche Transit über die Golf-Hubs momentan nicht möglich ist, denn die Reisewarnungen westlicher Staaten betreffen natürlich auch Zwischenstopps.

Airlines müssen deswegen auf längere Alternativrouten ausweichen oder Flüge streichen. Reisende können nicht auf die sonst so beliebten und preisgünstigen Verbindungen über Dubai, Doha oder Abu Dhabi setzen. Laut Medienberichten haben sich die Flugpreise nach Thailand zum Teil verdreifacht.

Tourismus in Thailand

Trotz der Probleme ist Thailand keineswegs „abgeschnitten“: In den ersten beiden Monaten 2026 konnte das Land noch 6,54 Millionen internationale Besucher begrüßen. Bis Anfang März waren es bereits 7,16 Millionen Gäste – ein moderater Rückgang von etwa 4,2% im Vergleich zum Vorjahr.

Die Tourismusbehörde TAT rechnet zwar mit einem Rückgang der erwarteten Besucherzahlen für 2026 um etwa 10 Prozent (von 36,7 auf 33 Millionen), was aber immer noch ein substanzielles Tourismusaufkommen darstellt

Die thailändische Regierung hat auf die Situation reagiert und Hilfsmaßnahmen für gestrandete Touristen koordiniert, darunter ein „Tourist Assistance Center“ am Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok.

Kerosinpreise treiben Flugkosten

Unterdessen sind die Kraftstoffpreise für Flugzeuge dramatisch gestiegen. Der globale Durchschnittspreis für Jet Fuel liegt aktuell bei 197 US-Dollar pro Barrel – ein Anstieg um 12,6 Prozent allein in der letzten berichteten Woche

Seit Jahresbeginn sind die Kerosinpreise laut IATA sogar um etwa 115 Prozent gestiegen und damit wesentlich stärker als der Ölpreis. Airlines haben bereits begonnen, Treibstoffzuschläge einzuführen oder Basistarife anzuheben. Branchenexperten rechnen mit Ticketpreissteigerungen von mindestens 8 bis 10 Prozent.

Langstreckenflüge wie jene nach Thailand sind dabei besonders stark betroffen, da sie sehr treibstoffintensiv sind. Die notwendigen Umwege um Krisengebiete erhöhen den Verbrauch zusätzlich.

Praxistipps für Thailand (April 2026)

Wer aktuell eine Thailand-Reise plant, sollte folgende Punkte beachten:

  • Direktflüge bevorzugen: Wenn möglich, direkte Nonstop-Verbindungen von europäischen Carriers oder Thai Airways buchen.
  • Alternative Drehkreuze nutzen: Umsteigeverbindungen über ostasiatische Hubs wie Singapur, Tokio, Seoul oder Hongkong sind derzeit mit am zuverlässigsten.
  • Bei Buchungen über Golf-Airlines mit hoher Unsicherheit, kurzfristigen Änderungen oder Stornierungen rechnen.
  • Mit höheren Flugpreisen und Kerosinzuschlag kalkulieren.
  • Flex-Tarife mit kostenfreien Umbuchungsoptionen wählen, auch wenn diese teurer sind.
  • Bei Umsteigeverbindungen großzügigen Zeitpuffer einplanen.
  • Auf eine umfassende Reiseversicherung mit gutem Stornoschutz achten.
  • Prüfen, ob die Reiserücktrittsversicherung auch bei Störungen im internationalen Flugverkehr greift.

Flexibilität beim Thailand-Urlaub gefordert

Wer flexibel ist, ausreichend Budget einplant und auf direkte Verbindungen oder alternative Umsteigemöglichkeiten setzt, kann dennoch einen Thailand-Urlaub realisieren. Die aktuelle Lage erfordert jedoch mehr Planung, höhere Kosten und eine gewisse Toleranz für mögliche kurzfristige Änderungen.

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Erstellt:
30. März 2026, 15:16 Uhr

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