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Karotte küsst Tomate

Tipps zum Gärtnern in Mischkultur – Vortrag von Expertin Christa Schumacher beim Aspacher Landfrauenverein

Gemüse im eigenen Garten anbauen liegt wieder im Trend, seit das Thema Nachhaltigkeit in aller Munde ist. Auf entsprechenden Internetseiten, Blogs und in den sozialen Medien machen vielerlei Tipps und Erfahrungsberichte die Runde – weg von verpackten und weit gereisten Lebensmitteln hin zu saisonal und vor allem regional erzeugten Produkten. Zu diesem Thema hatten die Aspacher Landfrauen jetzt eingeladen.

Foto: kovaleva_ka - stock.adobe.com

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Von Simone Schneider-Seebeck

ASPACH. Wenn man einige Punkte vorab beachtet, kann Gartenarbeit durchaus auch für Entspannung und Wohlbefinden sorgen. Und erfüllt es den Gartenbesitzer dann nicht mit Stolz, wenn man sagen kann: „Das sind die eigenen Tomaten“?

Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich beim Vortrag „Anbau in Mischkultur“ von Christa Schumacher vom Landwirtschaftsamt des Rems-Murr-Kreises Anregungen für die kommende Gartensaison zu holen. In dem knapp eineinhalbstündigen Vortrag mit anschließender Diskussion, zu dem die Aspacher Landfrauen ins Alte Rathaus Großaspach geladen hatten, ging es darum, wie eine optimale Nutzung der zur Verfügung stehenden Anbaufläche ermöglicht werden kann.

Das Pflanzendurcheinander gefällt nicht jedem

Dabei kommt es nicht darauf an, ob man in Reihen, Beeten, Balkonkübeln oder Hochbeeten gärtnert. Allerdings gibt Schumacher zu bedenken, dass diese Art des Anbaus nicht für jeden infrage kommt, denn wer es schön ordentlich liebt, dem mag das Durcheinander der Pflanzen, wenn es auch einem bestimmten System folgt, nicht gefallen.

Bevor mit dem Anpflanzen begonnen wird, sollte der Gemüsegarten gründlich durchdacht werden. Dabei sind beispielsweise folgende Punkte zu überlegen: Wie viele Personen sollen versorgt werden? Wie ist die Bodenbeschaffenheit? Welches Gemüse wird überhaupt gegessen? Wie ist die Urlaubsplanung – bin ich in der Haupterntezeit überhaupt da? Und wer sorgt in meiner Abwesenheit für die Pflanzen? Wie viele Setzlinge oder wie viel Samen wird gebraucht? Wie viel Zeit kann und möchte ich investieren? Schumacher erläuterte das Prinzip der Mischkultur am System von Gertrud Franck. Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts hatte die Schwäbisch Hallerin ein Anbausystem entwickelt, um möglichst kräfteschonend ein vielseitiges Angebot an Obst und Gemüse im eigenen Garten ernten zu können. Dieses wird dabei in Reihen angepflanzt. Alle 50 Zentimeter wechselt innerhalb der Reihen die Anbaukultur. Durch die unterschiedlichen Anforderungen an Wurzeltiefe, Wasser- und Nährstoffbedarf werden die Möglichkeiten des Bodens optimal ausgenutzt, die Böden werden aber nicht ausgelaugt und die Pflanzen kommen sich nicht gegenseitig mit ihren Bedürfnissen ins Gehege. Setzt man zudem die Tiefwurzler jedes Jahr an eine andere Stelle, wird automatisch der Boden aufgelockert und gepflegt. Wasserdurchlässigkeit und Wurzelbildung werden verbessert. Die Anpflanzung in Mischkultur verringert überdies den Befall durch Schädlinge und Krankheiten.

Im Internet (Stichwort Mischkultur) finden sich entsprechende Tabellen, die aufzeigen, welche Gemüsesorten besonders gut zueinander passen, wie etwa Tomaten und Karotten, Salat und Radieschen, Zwiebeln und Erdbeeren. Auch das Gießen war ein Thema – die letzten Sommer waren sehr heiß und trocken. Christa Schumacher riet: „Lieber einmal ordentlich als immer wieder ein paar Sprenkler.“ Denn hierbei verdunstet mehr Wasser, als schließlich bei den Wurzeln ankommt. Es dürfen schon etwa 20 Liter pro Quadratmeter sein. Das fördert die Wurzelbildung und hilft den Pflanzen, trockene Zeiten zu überstehen.

Um die Verdunstung zu verringern, hilft das Mulchen ab Beginn und während der Gartensaison oder auch das dichte Bepflanzen des Beetes. Denn wenn der Boden bedeckt ist, trocknet er nicht so schnell aus. Als hilfreich erweisen sich zudem spezielle Vliese, die über das Beet gespannt werden. Sie schützen vor Hitze, Kälte und Verdunstung.

Der Klimawandel zeigt sich auch im Gartenbau. Das Gartenjahr hat sich um etwa ein Drittel verlängert, und bis zu vier Erntephasen sind möglich: Vor-, Zwischen-, Haupt- und Nachkultur. So können bereits ab März schnell wachsende Pflanzen eingesät werden. Durch eine abwechslungsreiche Bepflanzung kann so von März bis in den Herbst hinein geerntet werden. So ein Nutzgarten macht viel Arbeit – aber wird er auf die individuellen Bedürfnisse angepasst, dann trifft auch zu, was eine Zuhörerin über die Gartenarbeit sagte: „Es macht Spaß.“ Und man weiß, woher das Gemüse auf dem Teller stammt.

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Erstellt:
8. Februar 2020, 06:00 Uhr

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