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Katholische Kirche möchte mit Weitblick punkten

Die Gläubigen der Kirchengemeinden St. Johannes und Christkönig Backnang sollen bei der Standortentwicklung mitsprechen

Birgit Heuckeroth, Vorsitzende des Gesamtkirchengemeinderats, sowie Kirchengemeinderat Roland Koblinger (rechts) und Pfarrer Wolfgang Beck präsentieren die bisherigen Überlegungen zur Standortentwicklung, die auf einem Plakat mit einer Zeitschiene zusammengefasst wurden. Foto: privat

Birgit Heuckeroth, Vorsitzende des Gesamtkirchengemeinderats, sowie Kirchengemeinderat Roland Koblinger (rechts) und Pfarrer Wolfgang Beck präsentieren die bisherigen Überlegungen zur Standortentwicklung, die auf einem Plakat mit einer Zeitschiene zusammengefasst wurden. Foto: privat

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Seit mehreren Jahren schon beschäftigen sich Pfarrer Wolfgang Beck und der Kirchengemeinderat mit der Frage, wie es mit der katholischen Gesamtkirchengemeinde Backnang weitergehen soll. Der Plan sieht vor, erst zu klären, wo und in welcher Form sich die Kirche engagieren möchte. Im zweiten Schritt geht es dann darum, welche Gebäude und Räume dafür vonnöten sind. Die Gläubigen sind dabei stark miteingebunden. Jeder soll sich äußern können.

Die katholische Gesamtkirchengemeinde hat viele Immobilien in der Stadt, so etwa die beiden Kirchen St. Johannes und Christkönig, zwei Pfarrhäuser, zwei Gemeindezentren sowie das Haus Albertstraße 8, in dem das Caritas-Zentrum untergebracht ist. Und von all diesen Gebäuden sind selbst die jüngsten mit 50 Jahren schon im Sanierungsalter. Die Verantwortlichen vor Ort sind auch willens, Geld in die Hand zu nehmen, denn noch ist die katholische Kirche flüssig. Als Mitglied des Bauausschusses formuliert es Kirchengemeinderat Roland Koblinger so: „Wenn wir investieren wollen, dann jetzt. Jetzt noch können wir agieren, in ein paar Jahren müssen wir reagieren.“

Beck: Wir wollen die Gemeinde in den gesamten Prozess einbinden

Ganz wichtig ist den Akteuren jedoch, keine Fehler bei der Vorgehensweise zu machen. Das war zuletzt der Fall, als in der Christkönigskirche eine Werktagskapelle errichtet wurde. Mit dem Bauergebnis sind heute noch alle zufrieden, aber die Kommunikation mit den Gläubigen war mangelhaft. Damit die Leute nicht noch einmal schimpfen, sie hätten nichts gewusst, möchte Pfarrer Wolfgang Beck größtmögliche Transparenz. Beck: „Im Zusammenhang mit dem Neubau der Werktagskapelle haben wir Fehler gemacht. Jetzt wollen wir die Gemeinde mitnehmen und in den gesamten Prozess einbinden.“

Es gibt einen Arbeitskreis Standortentwicklung seit 2009, der wurde noch am Anfang der letzten Legislaturperiode des Kirchengemeinderats noch von Pfarrer Ulrich Kloos gegründet. Insgesamt beschäftigt das Thema schon den dritten Kirchengemeinderat. Über allem steht das Motto „Kirche ist da, wo Kirche gebraucht wird“. Am Ende sollen für alle vier pastoralen Arbeitsgebiete optimale Lösungen gefunden werden. Die vier Säulen des pastoralen Konzepts sind:

Kindergärten

Kinder, Jugend und Familien

Soziales

Kirchenmusik

Grundsätzlich geht es darum, dass die Kirchengemeinde nicht einfach eine Immobilie nach der anderen sanieren möchte, sondern dass geklärt werden soll, welche kirchlichen Angebote es künftig geben soll und wie diese am günstigsten in den jeweiligen Immobilien untergebracht oder bereitgestellt werden könnten. Schließlich wollen die beiden Kirchengemeinden zusammenwachsen. Birgit Heuckeroth, die Vorsitzende des Gesamtkirchengemeinderats, formuliert es so: „Wir wollen verantwortungsvoll mit den Ressourcen menschlicher, finanzieller und baulicher Art umgehen. Wenn wir wissen, was wir brauchen, können wir sehen, wie wir die Gebäude anpassen.“

Zur möglichen Entwicklung sind die Ideen aller Gläubigen gefragt. Es gab bereits einen sogenannten Werkstatttermin, der auch relativ gut angenommen wurde, „aber halt nicht in der Breite, die wir uns gewünscht hätten“, moniert Heuckeroth. Inzwischen existieren große Plakate, auf denen alle Gebäude auf einer Zeitschiene mit möglichen Maßnahmen aufgelistet sind. Weitere Fragebögen, in denen die Gebäude einzeln aufgelistet sind, liegen in jeder Kirche und in jedem Gemeindehaus aus, „jeder darf sich einbringen“, so Kirchengemeinderat Tobias Fink.

Bis Jahresende sollen die ersten Pflöcke eingerammt sein, in welche Richtung die Reise gehen soll, „danach möchten und müssen wir unsere ersten Ideen nach Rottenburg schicken“, so Pfarrer Beck.

Info
Nächster Werkstatttermin am 26. Oktober

Die Ziele der Standortentwicklung sind:

Die Verwaltung, das Pfarramt und die Kirchenpflege sollen zusammengeführt werden. Nur wenn die Hauptverantwortlichen an einem Ort sitzen, können alle Synergieeffekte ausgeschöpft werden.

Die Räume müssen flexibel nutzbar sein.

Die Kosten für die Gebäude, den Unterhalt und den Betrieb (Energiekosten) müssen langfristig beherrschbar bleiben.

Die Gebäude müssen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen.

Für jede Immobilie der beiden Kirchengemeinden wurden zuletzt mehrere Entwicklungsvarianten erarbeitet.

Beispielhaft genannt bedeutet dies am Standort Pfarrkirche St. Johannes drei Varianten. Bei der kleinen Lösung gibt es zwischen der Kirche und dem Pfarrhaus einen Neubau mit einem Versammlungsraum. Bei der mittleren Lösung würde der Neubau so gestaltet werden, dass alle erforderlichen Verwaltungsräume untergebracht werden könnten. Und bei der großen Lösung würde sogar das Pfarrhaus abgerissen und durch einen großen Neubau ersetzt werden.

Der nächste Werkstatttermin findet am Samstag, 26. Oktober, im Gemeindezentrum St. Johannes statt.

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Erstellt:
6. August 2019, 06:00 Uhr

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