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Kaum Corona-Folgen beim Wohnungsriesen Vonovia

dpa Bochum. Während in anderen Branchen die Jahresprognosen reihenweise einkassiert werden, brummt beim Wohnungskonzern Vonovia das Geschäft. Mietausfälle gibt es trotz der Corona-Krise kaum.

Der größte deutsche Wohnungsvermieter Vonovia ist von der Corona-Krise kaum betroffen. Foto: Marcel Kusch/dpa

Der größte deutsche Wohnungsvermieter Vonovia ist von der Corona-Krise kaum betroffen. Foto: Marcel Kusch/dpa

Die Corona-Krise hat beim größten deutschen Wohnungsvermieter Vonovia bisher kaum Spuren hinterlassen. „Wir haben extrem stabile Geschäfte“, sagte Vorstandschef Rolf Buch bei der Vorstellung der Zahlen für das erste Quartal.

Bislang hätten etwas mehr als 3500 Mieter wegen finanzieller Probleme um Mietstundungen gebeten. Das sei zwar absolut eine recht hohe Zahl, verglichen mit den etwa 350.000 Vonovia-Wohnungen in Deutschland aber „ehrlich gesagt nichts“. Dies zeige, dass die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland funktionierten. Offensichtlich falle niemand „in ein soziales Loch“.

Mit Mietern in finanziellen Nöten entwickle Vonovia individuelle Lösungen wie etwa langlaufende Ratenzahlungen. Mieteinnahmen gingen so nicht verloren, sondern würden nur verschoben, sagte Buch. Nach Modernisierungen verzichte Vonovia bis September auf Mieterhöhungen. Während die Nachfrage nach Wohnungen auf einem ähnlichen Niveau wie in den vergangenen Monaten bleibe, gebe es aktuell rund 40 Prozent weniger Kündigungen durch Mieter. Über eine Vonovia-App könnten die Mieter in Kürze kostenlos Atemschutzmasken bestellen. „Wir kümmern uns um die Logistik“, sagte Buch.

Im Auftaktquartal bescherten milliardenschwere Zukäufe im Ausland und höhere Mieteinnahmen Vonovia mehr Gewinn. Das operative Ergebnis (FFO) stieg im Jahresvergleich um 10,5 Prozent auf 335,5 Millionen Euro. Die Mieten kletterten im Schnitt um 5,8 Prozent. Der positive Jahresauftakt wird sich der Prognose des Unternehmens zufolge fortsetzen. Für das Gesamtjahr peilt Vonovia unverändert einen operativen Gewinn von rund 1,275 bis 1,325 Milliarden Euro an.

Leichte Verzögerungen geben es bei Neubau- und Modernisierungsvorhaben, sagte Buch. Es sei aber kein Projekt gestoppt worden. Daher würden in diesem Jahr rund 1600 anstatt der geplanten 2000 Wohnungen fertig gestellt.

Für das vergangene Geschäftsjahr will er Vonovia-Vorstand an der angekündigten Dividende von 1,57 Euro je Aktie festhalten. Das sei ein Zeichen der Verlässlichkeit gegenüber den Investoren. Vonovia brauche die Investoren, „um unserer Gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden“, sagte Buch. Die Größe und gute wirtschaftliche Verfassung erlaubten es Vonovia beispielsweise, beim Schutz der Mieter vor Corona-Folgen über die gesetzlichen Vorgaben hinauszugehen.

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Erstellt:
5. Mai 2020, 12:39 Uhr

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