Deutschland

Kaum Rückgang bei minderjährigen rechtsextremen Straftätern

Noch nicht volljährig, aber schon im Visier der Ermittler - es sind vor allem männliche Jugendliche, gegen die bei rechtsextremen Straftaten ermittelt wird.

Die Zahl Jugendlicher und junger Erwachsener, die in Deutschland rechtsextreme Straftaten verüben, bleibt auf hohem Niveau (Symbolfoto).

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Die Zahl Jugendlicher und junger Erwachsener, die in Deutschland rechtsextreme Straftaten verüben, bleibt auf hohem Niveau (Symbolfoto).

Von red/KNA

Die Zahl Jugendlicher und junger Erwachsener, die in Deutschland rechtsextreme Straftaten verüben, bleibt auf hohem Niveau. Das geht aus einer Anfrage der Grünen-Fraktion an die Bundesregierung hervor, die dem "Tagesspiegel" vorliegt. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 6.674 Fälle rechter Gewalt registriert, an denen Jugendliche und junge Erwachsene beteiligt waren. Die Verdächtigen sind überwiegend männlich.

Knapp die Hälfte der Fälle (3.163) geht demnach auf das Konto von männlichen Jugendlichen, die zwischen 14 und 17 Jahre alt waren. An 376 Fällen in dieser Altersgruppe waren weibliche Jugendliche beteiligt. Bei den bis 13-Jährigen standen 159 männliche und 37 weibliche Personen im Verdacht, im vergangenen Jahr rechtsextrem motivierte Straftaten begangen zu haben. Bei unter 14-Jährigen gilt per Gesetz allerdings die Schuldunfähigkeit. Straftaten würden nur bei einem echten Staatsschutzdelikt erfasst oder bei schuldfähigen Mittätern.

Nur wenige Ermittlungen gegen Frauen

In der Gruppe der 18- bis 20-Jährigen wurden insgesamt 1.594 Fälle erfasst; bei den 21- bis 24-Jährigen waren es 1.341 Fälle. In beiden Gruppen stand etwa bei jeder zehnten Straftat eine junge Frau im Verdacht.

Zum Vergleich: 2024 wurden in der Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen 3.854 Tatverdächtige registriert; 2023 waren es noch 1.785.

Grünen-Abgeordnete Marlene Schönberger sagte dem "Tagesspiegel": "Die Zahl politisch rechts motivierter tatverdächtiger junger Menschen stabilisiert sich auf einem besorgniserregend hohen Niveau." Als Grund dafür nannte sie die hohe Attraktivität der rechtsextremen Szene für junge Menschen. "Sie hat ihre Anwerbestrategien online wie offline professionalisiert und nutzt auf perfide Art und Weise Themen wie Fitness oder Dating, die junge Menschen umtreiben."

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Erstellt:
18. Februar 2026, 10:00 Uhr

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