Starkes Neugeschäft

Kaum Unwetter: SV Sparkassenversicherung spart hunderte Millionen bei Schäden

Weniger Unwetterschäden sorgen für ein Ausnahmejahr bei der SV Sparkassenversicherung. Wie sie auf steigende Wasserschäden und Kfz-Reparaturkosten reagiert.

Bei  Unwetterschäden kam die  Sparkassenversicherung  2025   glimpflich davon.

© Alexander Wolf/onw-images/dpa

Bei Unwetterschäden kam die Sparkassenversicherung 2025 glimpflich davon.

Von Imelda Flaig

Die SV Sparkassenversicherung, einer der führenden Gebäudeversicherer, profitiert davon, dass sie 2025 deutlich weniger für Unwetterschäden zahlen musste als im Jahr zuvor.

In ihrem Geschäftsgebiet Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Teilen von Rheinland-Pfalz musste die Versicherung, die ihren Sitz in Stuttgart hat, gut 87 Millionen Euro für von der Natur verursachte Schäden zahlen – das ist gerade mal gut ein Fünftel der Elementarschadenaufwendungen vom Jahr 2024 als es fast 397 Millionen Euro waren.

Ausnahmejahr für Gebäudeversicherer

„2025 war ein Ausnahmejahr im positiven Sinne, das sich vermutlich so nicht wiederholen wird“, sagte Vorstandsvorsitzender Andreas Jahn angesichts der vorläufigen Zahlen, denn Klimawandel und Extremwetterereignisse werden die kommenden Jahre weiter prägen. Mit dem Geschäftsverlauf zeigte er sich zufrieden.

Weil 2025 große Unwetterereignisse im Geschäftsgebiet der SV ausgeblieben sind, ging die Schadenbelastung stark zurück. Die Bruttoaufwendungen für Geschäftsjahres-Versicherungsfälle sanken um 10,3 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Bei Leitungswasserschäden gab es allerdings einen weiteren Anstieg auf gut 431 Millionen Euro (Vorjahr: 418,5 Millionen Euro). Der Schadendurchschnitt habe sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Hier sieht Jahn Handlungsbedarf. Man arbeite auch an KI-Lösungen, um möglichst frühzeitig Wasserlecks zu orten und so Schäden zu vermeiden oder zu begrenzen. „Wir starten hier 2026 mit Kunden einen vielversprechenden Piloten“, so Jahn. Auch in der Kfz-Versicherung habe man Maßnahmen ergriffen, um dem drastischen Anstieg der Reparaturkosten entgegenzuwirken.

Erfreut zeigte sich Jahn über das starke Neugeschäft in der Schaden- und Unfallversicherung sowie bei Lebensversicherungen. Bei letzteren war das Geschäft vor allem getrieben durch ein hohes Wachstum der privaten Vorsorge über fondsgebundene Produkte. In der Lebensversicherung erreichte das Neugeschäft mit einer Beitragssumme von 3,59 Milliarden Euro (plus 7,7 Prozent) einen Rekordwert. Hohe Zuwächse gab es sowohl beim laufenden Beitrag als auch bei den sogenannten Einmalbeiträgen. Letztere stiegen um fast 24 Prozent, liegen aber damit unter den Höchstwerten in der Niedrigzinsphase. Einmalbeiträge sind vor allem in Zeiten niedriger Zinsen relevant, weil viele Kunden dann frei verfügbares Geldvermögen eher in die Verrentung umschichten.

„Die betriebliche und private Altersversorgung werden in Zukunft eine zentrale Rolle dabei spielen, die Rentenlücke zu schließen und dem Fachkräftemangel durch eine steigende Arbeitgeberattraktivität entgegenzuwirken“, so Jahn.

Unterm Strich verzeichnete die SV ein Konzernergebnis von 147 Millionen Euro (Vorjahr 103,2 Millionen Euro). Der Regionalversicherer hat rund 3,5 Millionen Kunden und mehr als 5400 Beschäftigte, fast vier Prozent mehr als im Jahr zuvor.

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Erstellt:
12. März 2026, 13:38 Uhr

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