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Neun Menschen bleiben wegen Coronavirus vorsorglich zu Hause

dpa/lsw Stuttgart. Die Angst vor dem Coronavirus treibt auch viele Menschen in Baden-Württemberg um. Das Land beteuert, gut gewappnet zu sein. Aber Oppositionspolitiker stellen die eine oder andere kritische Frage.

Manne Lucha, Sozialminister des Landes Baden-Württemberg, spricht im Graf-Zeppelin-Haus. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild

Manne Lucha, Sozialminister des Landes Baden-Württemberg, spricht im Graf-Zeppelin-Haus. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild

Im Südwesten stehen neun Menschen wegen des neuartigen Coronavirus unter besonderer Beobachtung. Sie blieben vorsorglich für 14 Tage alleine zu Hause, weil sie Kontakt zu einer infizierten Person in Bayern gehabt hätten, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) im Landtag. Eine Infektion mit dem Virus sei bei ihnen bislang nicht nachgewiesen worden. Damit gab es mit Stand Mittwoch in Baden-Württemberg weiterhin keinen bestätigten Coronavirus-Fall.

Oppositionspolitiker äußerten Zweifel daran, dass Baden-Württemberg wirklich gut für die neuartige Lungenkrankheit gewappnet ist. Der FDP-Gesundheitsexperte Jochen Haußmann stellte die Frage: „Wie sähe es denn im Falle einer Pandemie mit Isolationskapazitäten aus? Hier ist mehr als ein Fragezeichen erlaubt.“ Hingegen beteuerte Lucha noch einmal, dass Baden-Württemberg gut aufgestellt sei.

Bis zum Mittwochnachmittag waren zwölf Erkrankte in Deutschland bekannt, darunter zehn im benachbarten Bayern. In China kletterte die Zahl der Patienten um 3887 auf 24 324, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Die Zahl der Toten stieg dort auf 490.

Lucha sagte, man habe einerseits schwere Krankheitsverläufe mit Toten in China, andererseits milde Verläufe bei den bislang in Deutschland betroffenen Menschen. Der Grund für diese Unterschiede liege wohl darin, dass Vorerkrankungen und das Alter der Erkrankten eine Rolle spielten. Die Faktenlage zu dem Virus sei noch dünn. Man dürfe weder dramatisieren noch bagatellisieren, sondern müsse Ruhe bewahren.

FDP-Politiker Haußmann meinte, der öffentliche Gesundheitsdienst in Baden-Württemberg sei personell völlig unterbesetzt. „Aber genau dieser ist auch für den Gesundheitsschutz zuständig.“ Zudem müsse man auch wieder stärker Einzelzimmer in Krankenhäusern in den Blick nehmen. Diese brauche man, um notfalls Patienten isolieren zu können. „Minister Lucha hat eine Vielzahl an Aufgaben - kein Anlass also, sich entspannt zurück zu lehnen“, sagte der Oppositionspolitiker.

Der SPD-Abgeordnete Rainer Hinderer fragte, wo denn der aktuelle Seuchenalarmplan mit den Alarmketten für Baden-Württemberg zu finden sei. Die AfD-Abgeordnete Christina Baum warf der grün-schwarzen Landesregierung beim Thema Coronavirus Verharmlosung vor. Fakt sei, dass die Bevölkerung tief verunsichert sei. Es sei auch an der Zeit, über die vielen Krankenhausschließungen in Deutschland nachzudenken.

Die Grünen-Abgeordnete Petra Krebs erklärte, die Universitätskliniken, das Landesgesundheitsamt und die Gesundheitsämter seien in der Lage, schnell Ergebnisse zu liefern, Infektionsketten auszumachen und diese zu unterbrechen. Sie warnte davor, asiatisch aussehende Menschen aus Angst vor dem Virus auszugrenzen. „Es zeigt sich mal wieder: Das hierzulande schlimmste Virus ist das Virus der Ausgrenzung, das ist das Virus des Rassismus. Und das Virus der Angstmacherei.“ Das sieht im Grundsatz auch die CDU-Abgeordnete Claudia Martin so: Die Ausgrenzung asiatisch aussehender Menschen sei für sie nicht akzeptabel.

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Erstellt:
5. Februar 2020, 14:57 Uhr

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