„Rehaugen“-Video im Wahlkampf

„Kein Sexismus“ – Alice Schwarzer verteidigt Manuel Hagel

Die Feministin Alice Schwarzer nimmt CDU-Politiker Manuel Hagel wegen des „Rehaugen“-Videos in Schutz – und sieht eher „ein wahltaktisches Manöver als einen feministischen Akt“.

Für die bekannte Feministin Alice Schwarzer war der Wahlkampf in Baden-Württemberg „keineswegs feministisch“ – und  das „Rehaugen“-Video von Manuel Hagel sei „kaum der Rede wert“ gewesen.

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Für die bekannte Feministin Alice Schwarzer war der Wahlkampf in Baden-Württemberg „keineswegs feministisch“ – und das „Rehaugen“-Video von Manuel Hagel sei „kaum der Rede wert“ gewesen.

Von Florian Dürr

Die Debatte über das acht Jahre alte „Rehaugen“-Video von CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel geht auch eineinhalb Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg weiter. Jetzt hat sich auch die bekannte Feministin Alice Schwarzer noch einmal dazu geäußert – und gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) den CDU-Politiker verteidigt sowie den Grünen ein „wahltaktisches Manöver“ vorgeworfen.

„Mir schien dieser Wahlkampf keineswegs feministisch“, sagte die 83-Jährige der „NOZ“: „Im Gegenteil, dieses acht Jahre zurückliegende Alt-Herren-Benehmen eines konservativen jungen Mannes war kaum der Rede wert und kein Sexismus.“ Das Teilen und kritische Kommentieren des Videos durch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer sei eher „ein wahltaktisches Manöver als ein feministischer Akt“ gewesen, so Schwarzer in dem Interview.

Alice Schwarzer eine der bekanntesten und umstrittensten Feministinnen

Bereits kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg (8. März) hatte die Frauenrechtlerin im Gespräch mit der „Stimme Mediengruppe“ deutlich gemacht: „Die Kritik finde ich einen Missbrauch von #MeToo. Es handelt sich um die gestrige gönnerhafte Bemerkung eines jungen Mannes. Da kann man den Kopf schütteln, aber das ist noch kein sexistischer Skandal. Mit einer solchen Verharmlosung wird unser Kampf gegen sexuelle Belästigung und Erniedrigung in der Öffentlichkeit, im Beruf und in der Politik geschwächt.“ Acht Jahre nach Hagels „Rehaugen“-Aussage sei die späte Empörung „ein rein parteipolitisches Manöver“.

Alice Schwarzer ist eine der bekanntesten und umstrittensten Feministinnen in Deutschland. In den vergangenen Jahren stand die 83-Jährige bei queeren und queerfeministischen Gruppen in der Kritik, unter anderem wegen ihrer Aussagen zu Transidentität („Trans zu sein, ist Mode – und gleichzeitig die größte Provokation“) oder muslimischen Frauen (Kopftuch sei „Flagge des politischen Islams“).

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Erstellt:
19. März 2026, 08:48 Uhr

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