Kein Verkehr wegen frischen Asphalts

Seit gestern ist die Ortsdurchfahrt Spiegelberg für vier Wochen voll gesperrt. Nicht alle Fahrer halten sich ans Durchfahrtsverbot.

Ein neuer Fahrbahnbelag für die Spiegelberger Ortsdurchfahrt: Seit gestern ist die L1066 wegen der abschließenden Arbeiten an der sanierungsbedürftigen Straße voll gesperrt. Manche Fahrer versuchen es trotz des Verbots mit einem Durchkommen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Ein neuer Fahrbahnbelag für die Spiegelberger Ortsdurchfahrt: Seit gestern ist die L1066 wegen der abschließenden Arbeiten an der sanierungsbedürftigen Straße voll gesperrt. Manche Fahrer versuchen es trotz des Verbots mit einem Durchkommen. Foto: A. Becher

Von Nicola Scharpf

SPIEGELBERG. Der alte Straßenbelag ist abgefräst, mehrere Baufahrzeuge rangieren im Kreuzungsbereich beim Rathaus, der Geruch von frischem Teer liegt in der Luft: Seit gestern ist die Spiegelberger Ortsdurchfahrt L1066 voll gesperrt. Mit dem Aufbringen des neuen Fahrbahnbelags geht die Sanierung der Landesstraße in ihre Schlussphase. Der Teer wird vollflächig aufgebracht, sodass es für Verkehrsteilnehmer während dieser Bauarbeiten, die voraussichtlich bis Mitte Juli andauern werden, kein Durchkommen gibt – eigentlich. Nicht jeder Auto- oder Lastwagenfahrer hält sich an die Verbotsschilder, umfährt Absperrungen und schlängelt sich seinen Weg zwischen den Baufahrzeugen hindurch. Ein Anwohner berichtet, am Morgen hätten mehrere Autos die Bauarbeiter mit ihren Maschinen beim Rangieren behindert, weil die Fahrer mitten in der Baustelle wenden mussten – bis zuletzt wohl in der Hoffnung, dass es trotz Durchfahrtsverbots doch ein Durchkommen geben könnte.

Es gibt keine Alternative zur Ortsdurchfahrt, also wird überörtlich umgeleitet.

Weil es in Spiegelberg selbst für den überörtlichen Verkehr keine Alternative zur Ortsdurchfahrt gibt, wird überörtlich umgeleitet über die B14–Mainhardt– B39–Löwenstein und umgekehrt beziehungsweise ab Sulzbach an der Murr-Bernhalden über die L1117–Gronau. Mit Hinweistafeln wird an der B14 in Sulzbach und Mainhardt sowie an der B39 in Löwenstein auf die Vollsperrung sowie den Zeitraum hingewiesen. An diesen Stellen waren bereits entsprechende Hinweisschilder angebracht, als die Ortsdurchfahrt wegen der halbseitigen Fahrbahnsperrung mit Ampelregelung in den zurückliegenden Monaten erschwert war.

Bürgermeister Uwe Bossert sagt, die Vollsperrung sei sehr gut vorbereitet und dementsprechend sei der Start gestern in der Früh „fast reibungslos“ abgelaufen. Auch die Belagsarbeiten würden von ihrem Fortschritt her gut vorangehen. Die abschließenden Belagsarbeiten gliedern sich in drei Abschnitte, sodass jeweils nur ein kurzes Teilstück der Ortsdurchfahrt, die auf einer Länge von 800 Metern saniert wird, tatsächlich nicht befahrbar ist. Der erste Abschnitt betrifft den mittleren Teil der Straße, also die Ortsmitte. Weitergehen soll es ab Mitte nächster Woche mit dem Bereich ab dem Ortseingang von Sulzbach aus kommend Richtung Ortsmitte. Im letzten Abschnitt wird der Belag ab dem Ortseingang von Löwenstein kommend aufgebracht. Der ÖPNV wird mit Ersatzbushaltestelle und Kleinbussen aufrechterhalten.

Pandemie- und wetterbedingt hat es bei der Sanierung eine Verzögerung von mehreren Wochen gegeben. Eigentlich hätte die Straße im Frühjahr fertig sein sollen. Wenn die Belagsarbeiten im zeitlichen Rahmen bleiben und die Ortsdurchfahrt von Mitte Juli an komplett frei ist, rechnet der Bürgermeister mit weiteren vier Wochen für Nacharbeiten an den Gehwegen und anderen Bereichen, sodass die Ortsdurchfahrt Mitte August vollständig fertig wäre. Bei dem 1,7 Millionen Euro umfassenden Projekt, an dem die Gemeinde mit 600000 Euro beteiligt ist, geht es um mehr als einen neuen Fahrbahnbelag für die L1066. Die Straße soll verkehrssicherer werden, die Aufenthaltsqualität im Ort soll sich verbessern. Auch der Belag der K1821 zwischen Spiegelberg und Jux wurde im Zuge der Maßnahme auf 1350 Metern erneuert.

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Erstellt:
17. Juni 2021, 16:00 Uhr

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