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Keine Bremskeile in der Eschelhofstraße

Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung finden im Gemeinderat Oppenweiler keine Mehrheit – Fußgängerüberweg wird verbessert

Damit das Tempo 30 in der Eschelhofstraße in Oppenweiler eingehalten wird, hat das Ingenieurbüro Frank den Bau mehrerer Einengungen im unteren Teil der Straße vorgeschlagen. Im Gemeinderat fand die Idee wenig Anklang. Die Gremiumsmitglieder konnten sich lediglich auf eine Neugestaltung des unteren Einfahrtsbereichs einigen.

Die provisorische Fußgängerquerung am unteren Ende der Eschelhofstraße soll durch eine Einengung der Fahrbahn sicherer gestaltet werden. Im Zuge dessen sollen auch die Fahrbahnmarkierungen erneuert werden. Weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung sind nicht geplant. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Die provisorische Fußgängerquerung am unteren Ende der Eschelhofstraße soll durch eine Einengung der Fahrbahn sicherer gestaltet werden. Im Zuge dessen sollen auch die Fahrbahnmarkierungen erneuert werden. Weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung sind nicht geplant. Foto: A. Becher

Von Lorena Greppo

OPPENWEILER. „Die erlaubten 30 Kilometer pro Stunde werden deutlich und kontinuierlich überschritten“, ist laut Bürgermeister Bernhard Bühler das Ergebnis der Messungen in der Eschelhofstraße. Durchschnittlich seien die Fahrzeuge hier mit 38 Kilometern pro Stunde unterwegs. Gründe hierfür führte Ingenieur Ulrich Zwink vom Backnanger Büro Frank in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats aus: „Die Straße wurde damals mit 6,50 Metern Breite etwas großzügig ausgebaut“, erklärte er. Somit könnten Autos auch dann, wenn am Randstein geparkt wird, gut durch die Straße kommen. „Der verkehrsberuhigende Effekt von parkenden Fahrzeugen wird dadurch abgeschwächt.“ Zudem gebe es, von der Reutenhofstraße oder der Brücke über die S-Bahn-Schienen kommend, bis zum Langwiesenweg erst einmal keine Zufahrten. „Optisch hält den Fahrer nichts dazu an, langsam zu machen. Er muss ja nichts beachten“, führte Zwink aus.

Sein Vorschlag war deshalb, in besagtem Straßenabschnitt insgesamt acht versetzte Bremskeile – vier auf jeder Seite – einzurichten. Die Einengungen seien so gewählt, dass auch Langholzfahrzeuge noch durch die Straße kommen können, so der Ingenieur. Der Effekt der Einbauten sei der gleiche wie bei einem dauerhaft dort parkenden Auto: „Es erzeugt einen gewissen Bremseffekt.“ Allerdings räumte Zwink nach einer Gewöhnungsphase auch ein Verpuffen des Effekts ein. „Manche sehen solche Einengungen als sportliche Herausforderung“, sagte er. Diese Leute fahren dann mit unverminderter Geschwindigkeit durch die Straße, so der Ingenieur.

Der Vorschlag kam folglich auch bei den Gemeinderäten nicht besonders gut an. In der Vorbesprechung habe ihre Fraktion Nutzen und Kosten der Maßnahme abgewägt, erklärt Gudrun Rauh, Vorsitzende der Freien Gemeindeliste (FGL). „Wir wollen diese Verkehrsberuhigung nicht“, war das Fazit. Stattdessen schlug sie vor, in kürzeren Zeitabständen Verkehrskontrollen in der Straße anzusetzen. Diesen Vorschlag hatte auch ein Anwohner zuvor in der Bürgerfragestunde vorgebracht. Er hatte auch bemängelt, dass oft zwischen 9 und 10 Uhr kontrolliert werde. „Da fährt kein Mensch die Straße hoch.“

Auch Steffen Rosenke (FGL) war der Meinung: „Wenn es an den Geldbeutel geht, kann man Autofahrer schon erziehen.“ Lino Perri (Freie Wählevereinigung, FWV) schlug zudem vor, die mobile Geschwindigkeitsanzeige öfters in der Eschelhofstraße anzubringen. Das bringe mehr als die Einengungen. Einigkeit herrschte unter den Gemeinderäten allerdings in Bezug auf die geplante Umgestaltung der provisorischen Fußgängerquerung am unteren Ende der Straße. Eine Einengung an dieser Stelle bewirke nämlich auch, dass der Sichtwinkel für die Fußgänger besser wird und sie somit die Straßen einfacher überqueren können. „So wie sie jetzt ist, ist die Sicht für die Fußgänger ziemlich schlecht“, merkte auch Zwink an. Durch das Einrücken in die Straße sähen Passanten besser in die Eschelhofstraße ein, hätten gleichzeitig den Verkehr von der Brücke und der Reutenhofstraße gut im Blick.

Die Gemeindeverwaltung habe an dieser Stelle sogar einen Zebrastreifen in Betracht gezogen, merkte Bühler an. Die Verkehrsbehörde habe aber bei einer Prüfung vor Ort festgestellt, dass hierfür der Sichtwinkel für die Autofahrer nicht ausreiche. „Außerdem werden für Fußgängerüberwege Mindestverkehrszahlen gefordert“, erklärte der Bürgermeister. In der Spitzenstunde müssten mindestens 200 Fahrzeuge an der Stelle vorbeifahren. Davon sei man in der Eschelhofstraße weit entfernt. Mit einer Querungshilfe, so Zwink, sei der Weg für die Fußgänger aber allein schon um ein gutes Stück kürzer, somit auch deutlich sicherer. Damit die Autofahrer beim Umkurven der Einengungen nicht in den Gegenverkehr geraten, sollen dann auch die Fahrbahnmarkierungen angepasst werden. Diese seien schon jetzt kaum einzuhalten, hatte Gudrun Rauh angemerkt.

Bühler, der die Bremskeile befürwortet, sah nach längerer Diskussion ein: „Die Motivation dafür scheint sich in Grenzen zu halten.“ So lautete der Beschlussvorschlag Rauhs, nur die Einengung am Fußgängerüberweg zu planen. Der FWV-Vorsitzende Erhard Friz wollte auch zwei weitere Einengungen am unteren Teil der Straße noch einschließen, dieser Vorschlag fand aber keine Mehrheit. Mit zehn Jastimmen, einer Enthaltung und vier Gegenstimmen beschloss der Gemeinderat schließlich Rauhs Antrag.

Der Unmut jener Anwohner, die die Gemeinderatssitzung verfolgt hatten, ließ sich im Nachgang deutlich vernehmen. Nun sei zwar etwas für die Sicherheit der Fußgänger beschlossen worden, zur Verkehrsberuhigung trage das ihrer Meinung nach aber kaum bei.

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Erstellt:
25. Juli 2019, 16:00 Uhr

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