Keine Vollsperrung des Remstalwegs mehr ab Frühjahr

Der Abschnitt zwischen Waiblingen-Hohenacker und Remseck soll ab dem Frühjahr wieder für Fußgänger und Radverkehr geöffnet werden.

Noch ist der Weg gesperrt. Foto: Patricia Fels

© Patricia Fels

Noch ist der Weg gesperrt. Foto: Patricia Fels

Waiblingen. Der Remstalweg soll ab dem Frühjahr wieder für den Fuß- und Radverkehr nutzbar sein. Darauf haben sich
das Landratsamt, das Regierungspräsidium Stuttgart sowie die Städte Waiblingen und Remseck verständigt und gemeinsam eine Interimslösung erarbeitet. Das Landratsamt hatte zu einem gemeinsamen Ortstermin eingeladen, mit dem Ziel, die bestehende Vollsperrung aufzuheben und den Abschnitt interimsweise so zu ertüchtigen, dass eine sichere – wenn auch eingeschränkte – Nutzung ab dem Frühjahr möglich wird, voraussichtlich im Monat April.

Der Remstalweg wurde durch die Hochwasser- und Starkregenereignisse im Juni 2024 stark beschädigt. Betroffen von Unterspülungen sind mehrere rund 400 Meter lange Abschnitte des Remstalwegs zwischen Waiblingen-Hohenacker und Remseck. Uferabbrüche und Unterspülungen haben die Wegsubstanz erheblich beeinträchtigt. Der Bereich liegt zudem in einem sensiblen Umfeld – im Naturschutz-, FFH-, Vogel- und Landschaftsschutzgebiet. Derzeit erfolgt eine Umleitung für Fahrradfahrer über Hohenacker, die mit einer zusätzlichen Fahrtzeit von rund 20 Minuten und einigen Höhenmetern verbunden ist. Der Remstalweg ist derzeit auf der gesamten Strecke weder begeh- noch befahrbar. Ein Zustand, der in der Bevölkerung für viel Unverständnis sorgt. Daher war den Städten Remseck und Waiblingen, dem Landratsamt und dem Regierungspräsidium an einer pragmatischen Lösung gelegen.

Landrat Richard Sigel betont: „Mir ist wichtig, dass die Menschen den Remstalweg so schnell wie möglich wieder nutzen können. Diese Wegeverbindung nach Remseck ist ein Juwel für Spaziergänger, Familien, Pendler sowie Freizeitradler und die Vollsperrung ist ein Ärgernis. Angesichts der langen Vorlaufzeit, die eine dauerhafte Sanierung und möglicherweise neue Wegeführung mit Umfahrung der beschädigten Stellen benötigt, war für mich daher eine Interimslösung eine Notwendigkeit. Es ist bei einem Ortstermin gemeinsam mit den beiden Städten und dem Regierungspräsidium gelungen, ganz pragmatisch die notwendigen Voraussetzungen zu vereinbaren, damit die Sperrung ab Frühjahr 2026 zunächst aufgehoben werden kann. Den Remstalweg übergangsweise sicher begeh- und befahrbar zu machen, war das Ziel. Mit klarer Beschilderung und dort, wo es nötig ist, mit Engstellen. Ebenso wichtig ist, dass mit dem sensiblen Naturraum beim Herstellen einer Interimslösung sorgsam umgegangen wird. Die praktischen und umsetzbaren Vorschläge der Naturschutzbehörden im Landratsamt und Regierungspräsidium sehen vor, dass die Sicherungsmaßnahmen in Richtung Hang und nicht zum besonders geschützten Ufer hin erfolgen. Somit kann eine Aufhebung der Vollsperrung erreicht werden. Und bis eine langfristige Lösung
für den Remstalweg fertig ist, gilt: Bitte Rücksicht nehmen – an schmalen Stellen Tempo rausnehmen und als Radfahrer im Zweifel kurz absteigen und auf Fußgänger achten.“

Alle Beteiligten haben zur pragmatischen Interimslösung beigetragen

Regierungspräsidentin Susanne Bay sagt: „Kommunen, Landkreis und Regierungspräsidium haben hier eng und gut zusammengearbeitet, um eine pragmatische Interimslösung für den Remstalweg zu finden. Dies ist nun gelungen. Gleichwohl dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, dass die Rems bei einem Hochwasser jederzeit wieder das Ufer und damit den Weg stark beschädigen und unpassierbar machen kann. Daher ist es sehr wichtig zu betonen, dass es sich bei dieser Lösung lediglich um eine Übergangslösung handelt. Daher werden wir die bereits abgestimmte dauerhafte Wegführung mithilfe einer Brücke auf der anderen Remsseite weiterhin gemeinsam vorantreiben.“

Die Federführung für die technische Umsetzung übernimmt die Stadt Waiblingen. Bevor diese dann im Frühjahr erfolgen kann, ist zunächst der konkrete Umfang der notwendigen Maßnahmen zur Freigabe des Radwegs zu ermitteln und die naturschutzrechtlichen Prüfungen und Verfahren sind durchzuführen. Nach derzeitigem Stand bedarf es zur Wegsicherung voraussichtlich eines Rückschnitts von Sträuchern und Bewuchs entlang des Wegs, einer Installation von Geländern und Warnschildern und gegebenenfalls einer geringfügigen Befestigung des Untergrunds an einer Schadstelle. Darüber hinaus sind auch Baumfällungen erforderlich. lra

Brücke als dauerhafte Lösung

Ausblick Unabhängig von der Interimslösung arbeitet die Stadt Waiblingen an einer dauerhaften Lösung durch eine Verlegung des betroffenen Abschnitts auf die gegenüberliegende Flussseite mittels Neubau einer Brücke. Diese Lösung würde eine dauerhafte Wegebeziehung – insbesondere für den zunehmenden Radverkehr – sicherstellen und wurde bereits mit der Stadt Remseck, dem Landratsamt und dem Regierungspräsidium abgestimmt. Es stehen Fördergelder des Landes bereit.

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Erstellt:
21. Februar 2026, 16:00 Uhr

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