CES 2026 in Las Vegas

KI-basiertes Cockpit und mehr – was Bosch bei der Technikmesse vorstellt

In Las Vegas steht die Technikmesse CES an. Was Bosch dort unter anderem präsentieren wird und was der Konzern zusammen mit Microsoft und Kodiak AI jeweils erreichen will.

Bosch stellt  bei der CES 2026 unter anderem das KI-basierte Cockpit vor.

© Bosch

Bosch stellt bei der CES 2026 unter anderem das KI-basierte Cockpit vor.

Von Rouven Spindler

Der Stuttgarter Technologiekonzern Bosch präsentiert bei der viertägigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas mehrere Neuheiten. „Durch die Integration von Hard- und Software schaffen wir intelligente Produkte und Lösungen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen – also ‚Technik fürs Leben‘ sind“, wird die für das Digitalgeschäft verantwortliche Bosch-Geschäftsführerin Tanja Rückert in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert.

Am Montag gaben sie und Paul Thomas, Präsident von Bosch in Nordamerika, vor Beginn der großen Technikmesse eine Pressekonferenz. Von Dienstag, 6. Januar, bis Freitag, 9. Januar, ist der Konzern dann an seinem Messestand vertreten – und bis Donnerstag mit seinen Experten auch bei Panels.

Was stellt Bosch in den USA vor?

Im Bundesstaat Nevada will Bosch unter anderem das neue, auf künstlicher Intelligenz basierende Cockpit vorstellen. Es handle sich um ein All-in-One-System, das „hochgradig personalisiert werden kann“. Das KI-Sprachmodell soll einen Austausch wie mit einem echten Menschen ermöglichen. Hinzu käme ein visuelles Sprachmodell für den inneren sowie den umliegenden Bereich des Fahrzeugs. Es kann laut Bosch „das Geschehen interpretieren“ und etwa Online-Besprechungen protokollieren oder am Zielort von selbst einen Parkplatz suchen.

Die neue „AI Extension Platform“, nach Bosch-Angaben ein KI-fähiger Hochleistungs-Rechner, macht ein solches Cockpit in Fahrzeugen möglich. Sie schaffe es, „bestehende Cockpit-Systeme schnell und einfach mit fortschrittlichen KI-Funktionen aufzurüsten“, zitiert der Konzern Geschäftsführer und Mobility-Vorstand Markus Heyn in einer Mitteilung.

Eine andere Neuerung, die Bosch präsentieren will, betrifft Elektrofahrräder. Ab Ende Januar soll es für Nutzer kostenfrei möglich sein, gestohlene E-Bikes und Akkus in der „eBike Flow App“ zu melden. Dies sei dann „im gesamten digitalen Ökosystem von Bosch eBike Systems erkennbar“, schreibt der Konzern. Die Systeme seien voll vernetzt und in mehr als 100 E-Bike-Marken, heißt es auf der Homepage.

Durch die Erweiterung werde nach einem Diebstahl „der Weiterverkauf erschwert und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der Besitzer sein E-Bike zurückerhält. Käufer gebrauchter E-Bikes, Händler und Behörden erhalten eine Warnung, sobald sie versuchen, sich über die eBike Flow App mit dem E-Bike zu verbinden.“ Zu sehen sei dann die Seriennummer und was als gestohlen gemeldet wurde. Die App-Verbindung werde dauerhaft gesperrt. Schließen Händler ein betroffenes E-Bike zur Wartung an, würden auch sie eine Warnung in der Diagnosesoftware von Bosch eBike Systems (DiagnosticTool) erhalten.

Bosch und Microsoft arbeiten weiterhin zusammen

Zusätzlich zu diesen und weiteren Neuheiten gibt der Konzern die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Microsoft bekannt. Mit dem US-amerikanischen Technologieunternehmen werde Bosch sein „Manufacturing Co-Intelligence-Angebot“ ausbauen und in diesem Zuge „Potenziale prüfen, um durch den Einsatz von agentischer Künstlicher Intelligenz (KI) die Produktion zu revolutionieren“.

Diese KI könne „sehr große Datenmengen interpretieren, weitgehend autonom Entscheidungen treffen und Aufgaben ausführen, um Produktion, Wartung und Lieferketten zu optimieren“, erklärt Bosch. „Sie macht Fabrikprozesse intelligenter“, so Digitalchefin Tanja Rückert. „Unsere Zusammenarbeit mit Microsoft ist ein starkes Beispiel dafür, wie wir Wachstum, Investitionen und Kooperationen hier in den USA weiter vorantreiben – und das ist nur ein Beispiel von vielen“, teilt Paul Thomas mit, der Präsident von Bosch in Nordamerika.

Eine weitere Zusammenarbeit ist die mit Kodiak AI. Mit dem „Vorreiter im Bereich des autonomen Fahrens für Lkw“ arbeite Bosch „an fahrzeugunabhängigen, redundanten Plattformen für fahrerlose Lkw“, heißt es in der Mitteilung. Der Stuttgarter Konzern liefere dafür zahlreiche Hardware-Bausteine, beispielsweise Sensoren.

Erwartete Umsätze und KI-Investitionen

Der Umsatz mit Sensorik, Software, Hochleistungscomputern und Netzwerkkomponenten wird sich laut Bosch bis Mitte der 2030er Jahre voraussichtlich auf dann weit mehr als zehn Milliarden Euro verdoppeln.

Mit Software und Services erwartet das Unternehmen bis Anfang der nächsten Dekade einen Umsatz von mehr als sechs Milliarden Euro – vieles werde auf Basis von KI sein. Auf die Automobilsparte Mobility sollen laut Bosch rund zwei Drittel dieses Umsatzes entfallen. In KI will der Technologiekonzern bis Ende 2027 mehr als zweieinhalb Milliarden Euro investieren.

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Erstellt:
5. Januar 2026, 18:14 Uhr
Aktualisiert:
5. Januar 2026, 23:33 Uhr

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