Aktuelle Warnung wegen Datenschutz auf WhatsApp
KI soll auf Daten zugreifen: Stimmt das?
Laut Kettenbriefen soll die Meta-KI auf alle Chats und Kontakte zugreifen können. Was steckt wirklich hinter dieser Nachricht?

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Auf WhatsApp gehen derzeit Kettenbriefe herum.
Von Lukas Böhl
In den letzten Wochen sorgt ein Kettenbrief rund um WhatsApp für große Verunsicherung. Nutzer werden darin aufgefordert, sofort den „Erweiterten Chat-Datenschutz“ zu aktivieren, da angeblich Künstliche Intelligenzen (KI), speziell die „Meta AI“, auf alle privaten Chats und sogar auf die Telefonnummern der Gruppenmitglieder zugreifen könnten – und zwar „legal“, wenn die Funktion nicht eingeschaltet wird.
Was steckt hinter dem Kettenbrief?
Die Botschaft, die derzeit viral weitergeleitet wird, behauptet, dass KI-Systeme ohne den „Erweiterten Chat-Datenschutz“ automatisch die gesamten Inhalte von Gruppen- und Einzelchats sowie die auf dem Gerät gespeicherten persönlichen Daten auslesen können. Sie enthält sogar Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie man die Datenschutz-Funktion aktiviert, und warnt vor angeblichen Cybersicherheitsrisiken.
Tatsächlich sind die Behauptungen im Kettenbrief falsch. WhatsApp setzt seit seit Jahren eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein – das bedeutet, dass niemand außer den Chatteilnehmern Zugriff auf die Nachrichten hat. Selbst WhatsApp und Meta können diese Inhalte nicht lesen. KI-Funktionen wie „Meta AI“ werden nur dann aktiv, wenn eine gezielte Interaktion – etwa durch Eingabe von „@Meta AI“ im Chat – stattfindet. Ein automatischer Zugriff oder das Mitlesen aller Chats existiert nicht.
Wozu dient der „Erweiterte Chat-Datenschutz“ wirklich?
Der erweiterte Chat-Datenschutz in WhatsApp ist eine Funktion, die sensible Unterhaltungen zusätzlich absichern soll. Neben der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verhindert er, dass Chats exportiert, Medien automatisch heruntergeladen oder Inhalte für KI-Funktionen genutzt werden. Damit bleibt alles, was in einem Chat gesagt wird, innerhalb des Chats. Die Einstellung gilt für Einzel- und Gruppenchats und eignet sich besonders für vertrauliche Gespräche, etwa in Selbsthilfegruppen oder Community-Organisationen. Aktiviert wird sie direkt im Chat über die Option „Erweiterter Chat-Datenschutz“.