Kilometerweise Geduld: Deutlich mehr Staus zum Wochenende

dpa/lsw Stuttgart. Nach dem letzten Schultag ist die Ungeduld bei Reisenden besonders groß. Sie packen die Koffer, starten in den Urlaub - und stehen auf dem Weg dorthin meistens auch irgendwo im Stau. Zum Ferienstart in diesem Jahr war mehr Geduld gefragt als in den Jahren zuvor.

Autos stehen auf der A8 im Stau. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Autos stehen auf der A8 im Stau. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Statt mit dem Flugzeug in den Urlaub zu reisen, haben sich viele Menschen zum Ferienstart lieber ins Auto gesetzt und dafür auch kilometerlange Staus auf den Straßen nicht gescheut. Das spiegelt sich nach Angaben des ADAC in den Verkehrsmeldungen wieder. Denn die Zahl der Staus an den ersten beiden Wochenenden der laufenden Sommerferien hat im Vergleich zum Urlaubsstart in den vergangenen Jahren zugelegt.

Insgesamt zählte der ADAC in Baden-Württemberg an den ersten beiden Ferienwochenenden 1820 Staumeldungen und Blechschlangen mit einer Länge von insgesamt 4057 Kilometer. „Das ist häufiger und länger als 2019, vor Beginn der Corona-Pandemie“, sagte Holger Bach, der Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt beim ADAC Württemberg.

„Dieses Jahr haben viele Menschen die Flugreise durch Urlaub mit dem Auto ersetzt, das hat sich zu Ferienbeginn auf den Straßen auffällig gezeigt“, erklärte Bach die neue Staubilanz. Zählte sein Club im Jahr 2020 noch 1148 Staus, waren es im Jahr zuvor 1443 Meldungen. Auch die Summe der Staulängen nahm von 4104 Kilometern im Jahr 2019 coronabedingt zunächst deutlich ab auf 2364 Kilometer im vergangenen Jahr.

Vor allem am ersten Ferienwochenende (30. Juli - 1. August) war Geduld gefragt: „Hier sorgte der Trend zum Auto-Urlaub für 32 Prozent mehr Staus als im vergleichbaren Zeitraum im Jahr 2019 vor der Pandemie“, sagte Bach. Den wenig begehrten Preis als staureichster Tag zum Ferienbeginn in Baden-Württemberg erhält deshalb auch der 30. Juli: Gleich am ersten Freitag nach Ende des Schuljahres staute es sich 433-mal auf einer Gesamtlänge von 990 Kilometern. Und besonders viel Zeit mussten Autofahrer eine Woche später aufbringen: Am 6. August standen die Autos auf der A8 zwischen Esslingen und dem Dreieck Leonberg auf 21 Kilometern Länge Stoßstange an Stoßstange.

„Freitags ist die Staugefahr während der Ferienzeit besonders groß“, sagte Bach. Am Nachmittag sei der Berufsverkehr unterwegs und zahlreiche Urlauber stiegen ins Auto. Zu den besonders belasteten Staustrecken zählten die Autobahnen 5, 81 und 8.

© dpa-infocom, dpa:210811-99-798595/2

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Erstellt:
11. August 2021, 05:18 Uhr

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