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Kinder raus an die Luft? Das ist okay

Seit gestern sind auch die öffentlichen Spielplätze gesperrt – Trotzdem müssen Kinder nicht den ganzen Tag im Haus verbringen

Schilder weisen, wie hier in den Etzwiesen, weisen seit gestern darauf hin, dass die öffentlichen Spielplätze nicht mehr benutzt werden dürfen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Schilder weisen, wie hier in den Etzwiesen, weisen seit gestern darauf hin, dass die öffentlichen Spielplätze nicht mehr benutzt werden dürfen. Foto: A. Becher

Von Pia Eckstein

BACKNANG. Müssen die aus Schulen und Kitas nach Hause beorderten Kinder jetzt fünf Wochen im Zimmer sitzen bleiben? Müssen sie wirklich all ihre Energie auf der Matratze des Bettes raushüpfen? Und muss der Hund jetzt lernen, sein G’schäft auf dem Menschenklo zu verrichten? Was dürfen wir eigentlich noch? Und was nicht? Tja. Die Antwort ist – wie’s manchmal so ist in schwierigen Zeiten – ein klares „Sowohl dies als auch das“. Und tatsächlich ist’s am besten, jeder denkt über sein Tun selbst ein bisschen nach.

Wie sind die grundsätzlichen Regelungen?

Das Landratsamt gibt ein paar Devisen aus: Wer sich mit anderen treffen will, tut dies lieber draußen als drinnen. Denn wer auf engem Raum dicht beieinandersitzt, läuft eher Gefahr, sich ein Virus einzufangen, als wenn die Menschen draußen miteinander reden, wo viel Raum, Luft und Wind die Ansteckungsgefahr senken. Je weniger Menschen beieinander sind, desto geringer ist die Gefahr der Ansteckung. Je besser man sich kennt und je mehr man voneinander weiß, desto sicherer ist’s auch. Das heißt: Wenn Paare einen Spaziergang machen – gut. Wenn sich zwei oder drei beste Freundinnen im Park treffen – auch gut. Wenn sich aber ein paar Kumpels zum Kicken treffen wollen, geht das seit gestern nicht mehr. Denn das Land hat eine neue, ab Mittwoch, 18. März, gültige Verordnung erlassen, wonach Sportstätten gesperrt sind – und ausdrücklich auch Bolzplätze!

Was können Eltern mit kleinen Kindern machen?

Es spricht überhaupt nichts dagegen, in kitafreien Zeiten den Sprössling zu schnappen und beispielsweise mit ihm in den Wald zu gehen oder über die Felder und Wiesen zu spazieren. Wenn der Wind weht, kann auch der Drachen, der sonst nur im Herbst fliegen darf, in den Himmel steigen. Oder der Ball kommt mit und fliegt zwischen den Obstbäumen durch oder in die Pfützen rein. Wer einen Hund hat, muss sowieso raus und kann dann sein Kind das Stöckchen werfen lassen. Hat das Kind einen besten Freund und war dieser beste Freund auch ganz sicher nicht in irgendwelchen Krisenregionen und ist gesund, spricht nichts dagegen, auch den besten Freund mitzunehmen. Dann macht einfach alles viel mehr Spaß. Aber nun kommt eine entscheidende Einschränkung: Spielplätze sind tabu! Ihre Sperrung ab Mittwoch hat das Land in einer am Dienstagabend an die Landratsämter versandten Verordnung verfügt.

Was sollten Jugendliche auf ihrem Weg nach draußen mitnehmen?

Auch Teenager wollen möglicherweise nicht die ganzen schulfreien Wochen ihre Freizeit nur am Handy verbringen. Und selbst Netflix und Co können Freunde nicht ersetzen. Doch Jugendliche können, anders als kleine Kinder, schon selbst für sich Verantwortung übernehmen. Und so sollte ihnen bewusst sein: Ich kann Freunde treffen, aber wir dürfen uns nicht über ein Handy stapeln. Beste Freundinnen können problemlos miteinander spazieren gehen, eine Radtour machen oder miteinander ausreiten. Geht alles in Ordnung. Zusammengefasst: Unser Leben ändert sich gerade deutlich. Das gilt auch für unsere Kinder.

Info

Im Rems-Murr-Kreis sind gestern laut der Homepage des Landkreises 14 weitere Personen positiv auf den Coronavirus getestet worden. Sie verteilen sich auf folgende Städte und Gemeinden: Kaisersbach (1), Winnenden (4), Waiblingen (1), Weinstadt (1), Schorndorf (3), Fellbach (2), Berglen (1) und Plüderhausen (1).

Die Gesamtzahl der Infizierten steigt somit im Rems-Murr-Kreis auf 68 Personen.

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Erstellt:
19. März 2020, 16:00 Uhr

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