Kirchen planen für Weihnachten um

dpa/lsw Karlsruhe/Freiburg. Die heilige Nacht wird still - so viel ist klar. Trotzdem versuchen die Kirchen im Land zur Feier von Jesu' Geburt so viel auf die Beine zu stellen, wie unter Corona-Bedingungen möglich ist.

Jochen Cornelius-Bundschuh, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild

Jochen Cornelius-Bundschuh, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild

Die Kirchen im Südwesten passen ihre Pläne für Weihnachtsgottesdienste den neuen Corona-Verordnungen an. Klar ist: Die Veranstaltungen sollen stattfinden. Es gelten Vorgaben wie Abstands- und Hygieneregeln, Gesangsverbot und Anmeldepflicht. Viele Angebote im Internet, Radio und Fernsehen sollen es allen Menschen ermöglichen, an einem Gottesdienst teilzunehmen.

Die Lage stelle vor allem die Gemeinden vor große Herausforderungen, erklärte der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh am Dienstag in Karlsruhe nach Gesprächen mit der evangelischen Landeskirche Württemberg. Die Kirchen wollten alles dafür tun, dass nicht noch mehr Menschen krank werden oder sterben. „Aber zugleich spüren wir, dass die Menschen die Weihnachtsbotschaft ganz besonders brauchen: Gott wird Mensch und bringt Licht in unsere Dunkelheit.“

Die Landeskirche empfiehlt, ab einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche zu digitalen Gottesdienstformaten oder Hausandachten einzuladen. „Bei einer Inzidenz von 300 oder mehr Fällen dürfen keine Präsenzgottesdienste stattfinden, auch nicht im Freien“, hieß es in einer Mitteilung.

Die Erzdiözese Freiburg teilte mit, dass wegen der sehr dynamischen Situation die Planungen in den Gemeinden meist noch nicht abgeschlossen seien oder unter Vorbehalt der Corona-Entwicklung stünden. Wer einen Gottesdienst besuchen wolle, solle sich aber schon jetzt informieren, wie viele Plätze es gibt und wie man sich anmeldet. So könnten Warteschlangen vor den Kirchen vermieden werden.

Gottesdienste gelten auch in den landesweiten Ausgangsbeschränkungen als triftiger Grund, das Haus zu verlassen. Das Erzbistum empfiehlt den Gemeinden den Angaben nach aber, Gottesdienste so zu planen, dass die Gläubigen um 20.00 Uhr zu Hause sein können. Nur für den 24. Dezember gelte diese Empfehlung nicht - hier sind also auch Besuche der Christmette - zu einem späteren Zeitpunkt am Abend - möglich.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart kündigte ähnliche Pläne an. Ferner haben die christlichen Kirchen auf ihren Internetseiten viele Ideen, wie man Gottesdienste zum Beispiel auch zu Hause feiern kann.

Das Christentum hat in Baden-Württemberg nach wie vor eine große Bedeutung, auch wenn die Mitgliederzahlen der Kirchen seit Jahren sinken: Ende 2019 gehörten noch etwa 3,58 Millionen Menschen im Land der katholischen Kirche an (2018: 3,64 Millionen). Die evangelische Landeskirche in Württemberg hatte Ende vergangenen Jahres rund 1,96 Millionen Mitglieder (2018: 1,99 Millionen). In Baden gibt es noch rund 1,12 Millionen Protestanten (2018: 1,14 Millionen).

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Erstellt:
15. Dezember 2020, 17:28 Uhr

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