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Kleinkind hat „Hölle“ durchlebt

Pflegeeltern wegen Misshandlung eines Dreijährigen vor Gericht

Mannheim /DPA - Weil es seinen Pflegesohn brutal misshandelt haben soll, steht ein Ehepaar seit Dienstag in Mannheim vor Gericht. Die Frau und ihr Mann – beide 44 Jahre alt – sind vor dem Amtsgericht wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Misshandlung von Schutzbefohlenen angeklagt. Der damals drei Jahre alte Junge war im September 2017 nach einem Dreivierteljahr aus der Familie geholt und zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht worden.

Staatsanwalt Tobias Lutz verlas eine Liste von Misshandlungen: von Schlüsselbeinbruch bis zu Nahrungsentzug. Die Taten werden vor allem der Mutter zur Last gelegt.

Lutz schilderte die Pflege in der Familie, zu der auch zwei leibliche Kinder des Paars gehören, zunächst als liebevoll. Nach einem halben Jahr habe sich das geändert. Von Juli 2017 an sei der Junge körperlich gezüchtigt worden. Der Pflegevater habe das Kind mindestens einmal geschlagen und es nicht vor der Mutter geschützt. Seine Frau gab dem Jungen laut Anklage drei bis vier Wochen zu wenig oder kein Essen. Hatte der Junge sich dreckig gemacht, duschte ihn die Pflegemutter eiskalt ab, wie es in der Anklageschrift heißt. Sie habe ihm mit der Faust oder flachen Hand ins Gesicht und auf den Oberkörper geschlagen und ihn gegen Möbel geschubst. Durch Schläge mit einem Kochlöffel habe sie ihm die Mittelhandknochen gebrochen. Die auf dem Kopf des Kindes entdeckten kahlen Stellen rühren daher, dass die Mutter ihrem Opfer büschelweise Haare ausgerissen hat. Das Kind habe die Hölle durchlebt, meinen Prozessbeobachter. Das Urteil wird am 28. Februar verkündet.

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Erstellt:
13. Februar 2019, 03:04 Uhr

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