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Klimaveränderung wird für Feuerwehren zum Problem

dpa Saarbrücken. Früher haben Feuerwehrleute vor allem brennende Häuser gelöscht. Jetzt verändert sich das Klima: Immer öfter werden sie zu Waldbränden gerufen. Oder zum Kampf gegen Überschwemmungen. Die Retter müssen sich umstellen.

In Deutschland gibt es etwa eine Million meist freiwilliger Feuerwehrleute, dazu kommen rund 30.000 Berufsfeuerwehrleute. Foto: Sebastian Willnow/zb/dpa

In Deutschland gibt es etwa eine Million meist freiwilliger Feuerwehrleute, dazu kommen rund 30.000 Berufsfeuerwehrleute. Foto: Sebastian Willnow/zb/dpa

Die Klimaveränderung in Deutschland mit mehr Starkregen, Hochwasser und Waldbränden wird für die Feuerwehren zunehmend zu einem Problem.

„Das ist eine neue Herausforderung“, sagte der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hartmut Ziebs, der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. „Wir werden eine Zunahme anderer Einsatzszenarien haben“, sagte er anlässlich einer Delegiertenversammlung des Verbandes am Samstag in Saarbrücken, bei der die häufigeren Hitzeperioden das Hauptthema sind. Vor allem bedeute dies, dass Feuerwehrleute nicht nur wenige Stunden, sondern möglicherweise eine ganze Woche im Einsatz seien.

In Deutschland gibt es etwa eine Million meist freiwilliger Feuerwehrleute. Die Berufsfeuerwehren beschäftigen nur 30.000 Einsatzkräfte. „Wir haben jetzt in Gegenden Hochwasser, wo man bisher gesagt hat, das kann da im Leben nicht passieren“, sagte Ziebs. „Es hat nie jemand gedacht, dass mal ein Tornado quer durch Offenbach zieht.“ Dies seien aber Szenarien, auf die man sich einstellen müsse.

„Die Waldbrände sind im Moment die größte Herausforderung, wegen der Trockenheit“, sagte Ziebs. „Und wir werden auch in den nächsten Jahren damit zu tun haben. Der Grundwasserspiegel ist wegen Regenmangels leider abgesunken.“ Noch vor drei Jahren habe man etwa einen größeren Waldbrand in Deutschland gehabt: „2018 und 2019 hatten wir pro Jahr mindestens zehn große Waldbrände.“ Aus Sicht der Feuerwehr müssten „die Förster den Wald wieder ein bisschen aufräumen“. Man brauche befahrbare Wege und Löschteiche: „Was nützt mir der ökologischste Wald, wenn der abbrennt und Hase und Igel im Feuer umkommen“, sagte er.

Seit den 1970er-Jahren seien bei vielen Feuerwehren wegen der geringen Zahl von Waldbränden mancherorts geländegängige Fahrzeuge abgeschafft und Spezialausrüstung „über Bord geworfen“ worden: „Das verändert sich jetzt gerade wieder.“ Das Löschen von Waldbränden sei „eine körperlich sehr anstrengende Tätigkeit“: „Man muss tatsächlich mit einer Feuerpatsche oder einer Hacke durch den Wald gehen und jedes Feuer einzeln löschen. Und man muss mit sehr wenig Wasser sehr effektiv arbeiten. Das wird jetzt im Moment viel intensiver geübt als früher.“

Feuerwehrleute, Kommunen und Arbeitgeber von Feuerwehrleuten müssten wissen: „Die Leute werden länger wegbleiben. Und sie werden auch mal nicht in ihrer Heimat eingesetzt, sondern müssen in ein anderes Bundesland abrücken. Und manchmal auch ins benachbarte Ausland.“ Dies bedeute, dass die Feuerwehr-Führungen künftig ihre Einsatzplanungen „etwas mehr aufeinander abstimmen“ müssten.

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Erstellt:
25. Oktober 2019, 08:00 Uhr

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