Nach russischen Luftangriffen

Klitschko rät Bürgern von Kiew zum Verlassen der Stadt

So schlimme Schäden wie vergangene Nacht hat Kiew in vier Jahren Krieg nicht erlitten. Tausende Häuser sind ohne Heizung, Hunderttausende Menschen haben keinen Strom.

Russland überzieht Kiew mit massiven Luftangriffen.

© AFP/EUGENE KOTENKO

Russland überzieht Kiew mit massiven Luftangriffen.

Von red/dpa

Nach dem schweren russischen Luftangriff auf Kiew hat Bürgermeister Vitali Klitschko den Einwohnern zum zeitweiligen Verlassen der Dreimillionenstadt geraten. 6.000 Wohnblocks, die Hälfte der Mehrfamilienhäuser der ukrainischen Hauptstadt, könnten derzeit nicht geheizt werden, schrieb Klitschko auf Telegram. „Die städtischen Dienste arbeiten im Notfallmodus.“ 

Der Angriff der vergangenen Nacht sei für die Infrastruktur von Kiew der bislang folgenschwerste des Krieges gewesen. Die Lage werde durch den strengen Winter verschärft. Wer anderswo Energie und Wärme finden könne, sollte die Hauptstadt vorübergehend verlassen, schrieb Klitschko. 

Dies war kein offizieller Aufruf zur Evakuierung, sondern als Ratschlag an die Kiewer gemeint, auf ihre ofengeheizten Datschen zu fahren oder sich bei Verwandten und Freunden in weniger betroffenen Orten einzuquartieren.

Wer in seiner Wohnung wieder Strom, Wasser und Heizung habe, solle seine Nachbarn einladen, sich aufzuwärmen, sagte der Bürgermeister. Ein Teil der Wohnblocks solle noch ab Freitagabend wieder geheizt werden. Klitschko sagte, die Lage in Kiew sei schwierig, aber unter Kontrolle.

500.000 Verbrauchsstellen ohne Strom

In der Hauptstadt und im Umland waren nach Angaben des Energieministeriums am Freitagmorgen etwa 500.000 Verbrauchsstellen ohne Strom. Nach Zählung der ukrainischen Luftwaffen hatte die russische Armee Kiew in der Nacht mit mehr als 200 Drohnen sowie Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern attackiert. Dabei wurden mindestens vier Menschen getötet. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, 20 Wohnblocks seien beschädigt worden.

Russland überzieht das Nachbarland Ukraine seit fast vier Jahren mit einem verheerenden Krieg.

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Erstellt:
9. Januar 2026, 18:40 Uhr

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