Knobloch fordert Maßnahmen gegen Antisemitismus

dpa/lby München. Nach dem Angriff auf einen jungen Mann vor einer Synagoge in Hamburg fordert die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, wirksame Maßnahmen der Politik gegen Antisemitismus in der Gesellschaft. Um jüdischen Menschen das Vertrauen in ihre Sicherheit in Deutschland zurückzugeben, seien „die wiederkehrenden Empörungszyklen nach solchen Angriffen“ nicht genug. Die Tat - ein Jahr nach einem judenfeindlichen Anschlag in Halle - mache deutlich, dass jüdische Einrichtungen in Deutschland unverändert Schutz benötigten, teilte Knobloch am Montag mit.

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archiv

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archiv

Am Sonntag war ein junger Mann kurz vor dem Betreten einer Synagoge von einem Deutschen mit kasachischen Wurzeln mit einem Klappspaten attackiert und am Kopf verletzt worden. Aufgrund der Gesamtumstände gehen Polizei und Staatsanwaltschaft von einem antisemitisch motiviertem Angriff aus und werten diesen als versuchten Mord.

Knobloch sprach von einem „völlig enthemmten und gewalttätigen Judenhass, der sich mehr und mehr Bahn bricht“. Quer durch alle gesellschaftlichen Sphären bis hinein in politische Parteien wie die AfD hätten Hass und Intoleranz den Boden für solche Angriffe bereitet. „Die Normalisierung von Antisemitismus im Internet und im öffentlichen Raum macht Judenhass mehr und mehr salonfähig. Das muss sich ändern.“

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Erstellt:
5. Oktober 2020, 13:49 Uhr

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