„Koi Zeit“-Podcast mit Sanoj Abraham: „Das Straßenfest ist Backnangs fünfte Jahreszeit“

„Koi Zeit“ (1) In der Auftaktfolge des BKZ-Straßenfest-Podcasts steht der Kopf des Organisationsteams Sanoj Abraham Rede und Antwort.

Sanoj Abraham war mit Violeta Zobel bereits 2022 auf dem Straßenfest im Einsatz, in diesem Jahr ist sie zum Straßenfest-Start bereits im Mutterschutz.  Foto: Tobias Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Sanoj Abraham war mit Violeta Zobel bereits 2022 auf dem Straßenfest im Einsatz, in diesem Jahr ist sie zum Straßenfest-Start bereits im Mutterschutz. Foto: Tobias Sellmaier

Von Carolin Aichholz

Backnang. Diese Woche fiel der Startschuss für die heiße Phase des Events, auf das so viele Backnangerinnen und Backnanger das ganze Jahr lang hinfiebern. Zur Auftaktfolge des neuen Podcasts der Backnanger Kreiszeitung fand Sanoj Abraham noch etwas Zeit, um über seine Arbeit, seine Beziehung zum Straßenfest und den Grad seiner Anspannung zu sprechen. Zu 60 Prozent aufgeregt sei er bisher, doch alles sei gut organisiert und nun folge der ganz normale Wahnsinn.

Seit Januar arbeitet er mit seinem Team an der Detailplanung des viertägigen Events. Im Mai wurde seine Kollegin Violeta Zobel in den Mutterschutz verabschiedet, ihre Stelle wurde von Marcel Österle übernommen. Auch die Auszubildende Lilli Büchele und ein Absolvent eines Freiwilligen Sozialen Jahres unterstützen die Arbeit. Doch das Straßenfest lebt sowieso von der Zusammenarbeit einer Vielzahl an Menschen. Auch viele weitere Mitarbeiter des Kulturamts unterstützen das Festivalbüro nach Kräften.

Die Feuerprobe wurde bereits bestanden

Erschwerte Bedingungen hatte das Team bei seinem letztjährigen Debüt. Zwei Jahre pandemiebedingte Pause, zusätzlich stand das 50. Jubiläum des Fests vor der Tür – da waren die Erwartungen der Backnanger entsprechend hoch, seine eigenen vielleicht noch höher. Schließlich organisierten Abraham und sein Team dieses Fest zum ersten Mal und traten dabei in große Fußstapfen. „Jürgen Häfner hat so ein traditionsreiches Fest gestaltet, dass wir sehr viele Möglichkeiten hatten, daran anzuknüpfen.“ Der Erfolg im vergangenen Jahr übertraf dann auch alle Erwartungen. „Das ist so ein Glücksgefühl nach all den Monaten Vorarbeit und vier Tagen harter Arbeit und wenig Schlaf, da flossen auch ein paar Tränen und ich bekomme direkt wieder Gänsehaut.“

Backnangs Karneval ist das Straßenfest

Übt die Liebe der Backnanger zu ihrem viertägigen Event noch mehr Druck aus, als ohnehin schon herrscht? „Das Verhältnis, das die Menschen hier zum Straßenfest haben, ist wirklich das Besondere daran. Es kann als eigene Jahreszeit gesehen werden. Jeder fiebert darauf hin und hier trifft man sich, tanzt, feiert und ist einfach glücklich.“

Durch seine Adern fließt ebenfalls Backnanger Blut und er sieht das große Potenzial darin, dass in diesen vier Tagen im Juni alle Vereine und Beteiligten zeigen können, „was sie haben und was sie ausmacht“.

Abraham verbindet damit natürlich auch viele persönliche Erinnerungen. Seit er denken kann, war er lieber Teil der Gastgeberseite. Das begann schon auf der Jugendmeile, wo er sein musikalisches Zuhause fand, noch vor seinen eigenen Auftritten als Schlagzeuger einer Punkband. Seine Erfahrungen in der Kulturbranche und auch als Musiker sind ein großer Vorteil in seinem Job. „Man ist die Schnittstelle zwischen all den Akteuren. Ich kann alle Perspektiven nachvollziehen und versuche, für alle Probleme, die auftreten, eine Lösung oder einen Kompromiss zu finden, und das macht es auch so spannend.“

Offen für weitere Veränderungen

2022 konnten auch einige neue Impulse gesetzt werden. Für mehr Vielfalt in der musikalischen Gestaltung sorgte die Electro-Bühne in der Talstraße. Diese wurde auf Initiative der Backnanger Jugend angeregt und fand großen Anklang, dieses Jahr soll sie noch besser werden.

Welche weiteren Veränderungen der Cheforganisator noch anstrebt und auf welches Event er sich persönlich am meisten freut, erfärt man in der ersten Folge unseres Straßenfest-Podcasts. Den Weg, der ihn in seinen aktuellen Job geführt hat, erzählt er ebenfalls ausführlich. Das komplette Gespräch mit Sanoj Abraham ist hier zu hören.

Zur Person

Ausbildung Nach dem Abitur am Max-Born-Gymnasium und einer kaufmännischen Ausbildung in einer Marketing- und Eventagentur in Mannheim gründete er die Künstler- und Eventagentur Riksha. Mit dieser organisierte er Konzerte und Festivals.

Musik Der 40-Jährige spielt neben dem Schlagzeug noch mehrere andere Instrumente und fühlt sich als Entertainer und Sänger der The Night Live Band auch auf der Bühne äußerst wohl.

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Erstellt:
21. Juni 2023, 11:30 Uhr

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