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„Kommen mit einem blauen Auge davon“

Gemeinderat Großerlach verabschiedet Haushaltsplan für 2020 – Kreditaufnahme von 600000 Euro eingeplant

Dank eines großen Kraftakts mit vielen Überstunden ist es dem Team um Kämmerin Saskia Pulver gelungen, rechtzeitig den ersten Haushaltsplan der Gemeinde Großerlach samt Satzung für 2020 im System des Neuen Kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens (NKHR) fertigzustellen. Die Deckungslücke von 1,2 Millionen Euro wird mit Kredit und angespartem Geld geschlossen.

Sämtliche Grundsteuern bleiben in der Gemeinde Großerlach im laufenden Jahr unverändert.

Sämtliche Grundsteuern bleiben in der Gemeinde Großerlach im laufenden Jahr unverändert.

Von Elisabeth Klaper

GROSSERLACH. „Der Haushalt ist genehmigungsfähig, und wir sind handlungsfähig, das ist es, worauf es ankommt“, verdeutlichte Bürgermeister Christoph Jäger in der ersten Gemeinderatssitzung des Jahres. Nach der Umstellung auf die Doppik binde der Generationenpakt Kapital in Höhe von rund 280000 Euro: „Das ist Geld, das uns für Investitionen fehlt“, bedauerte er. Doch habe die Gemeindeverwaltung im Vorfeld „bewusst sparsam gewirtschaftet, um ein Polster zu haben. Das war weise Voraussicht, denn es wird jetzt dringend gebraucht, und darum kommen wir nun mit einem blauen Auge davon.“ Und: „Auch im neuen Haushaltswesen müssen wir wie bisher sparsam und wirtschaftlich arbeiten“, betonte der Rathauschef.

Kämmerin Saskia Pulver erläuterte den Gemeinderäten die wichtigsten Kennzahlen. Weiter kündigte sie an, dass die Eröffnungsbilanz, in der unter anderem das gesamte Gemeindevermögen aufgelistet ist, voraussichtlich erst 2021 fertiggestellt werde. Grundlage des Haushaltsplans ist das im Dezember 2019 beschlossene Investitionsprogramm, die für 2020 geplanten Investitionen betragen über 2,1 Millionen Euro (wir berichteten).

Die größten und teuersten Projekte sind die Infrastruktur-Aufbauarbeiten zur Erschließung des Baugebiets Schwalbenflug IV für über eine Million Euro und die Erneuerung des Ölabscheiders, der Waschplatte und des Tankbereichs auf dem Bauhof für 105000 Euro.

Fehlbetrag wird auf das Ergebnis folgender Jahre vorgetragen

Im Ergebnishaushalt ist der Gesamtbetrag der ordentlichen Aufwendungen, sprich der Ressourcenverbrauch, mit knapp 5,6 Millionen Euro etwas höher als die erwirtschafteten ordentlichen Erträge von gut 5,5 Millionen Euro. So kommt unterm Strich ein veranschlagtes Gesamtergebnis von minus 65500 Euro zustande. Dieser Fehlbetrag wird laut Pulver auf das ordentliche Ergebnis folgender Haushaltsjahre vorgetragen und kann voraussichtlich innerhalb des Finanzplanungszeitraums bis 2023 ausgeglichen werden.

Der Gesamtbetrag der Einzahlungen ist hingegen mit 5,3 Millionen Euro etwas höher als der Gesamtbetrag der Auszahlungen mit 5,1 Millionen Euro. Darum kann im Ergebnishaushalt aus der laufenden Verwaltungstätigkeit ein Zahlungsmittelüberschuss von 214000 Euro erwirtschaftet, dem Finanzhaushalt zugeführt und zur Deckung des Finanzierungsmittelbedarfs verwendet werden.

Im Finanzhaushalt stehen Einzahlungen von über 6,8 Millionen Euro Auszahlungen von knapp 7,3 Millionen Euro gegenüber. Dank einiger Veränderungen hat sich die Deckungslücke von 1,3 inzwischen auf 1,2 Millionen Euro verringert. So erfolgte unter anderem bereits die erste Abschlagszahlung von 70000 Euro fürs neue Feuerwehrfahrzeug. Andererseits sind einige laufende Projekte noch nicht umgesetzt und/oder abgerechnet.

Um das Defizit auszugleichen, ist eine Kreditaufnahme von 600000 Euro eingeplant. Somit verbleibt ein Finanzierungsmittelbedarf von 466000 Euro: Diese Summe wird dem in den vergangenen Jahren angesparten Guthaben der Gemeinde von 1,3 Millionen Euro entnommen, wodurch sich deren Kontostand zum Ende des Jahres 2020 auf rund 832000 Euro verringert. Dadurch steigt auch die Verschuldung auf 663 Euro pro Einwohner, womit sie nun etwas über dem Landesdurchschnitt von 624 Euro bei Gemeinden vergleichbarer Größe liegt, stellte die Kämmerin fest.

„Jeder Euro, den wir abgeben müssen, tut weh“

Kurz ging der Rathauschef auf die Kreisumlage ein. Durch die erneute Senkung des Hebesatzes dürfe Großerlach etwa 62000 Euro mehr behalten, die Überweisungssumme steige jedoch trotzdem um etwa 84000 Euro: „Jeder Euro, den wir abgeben müssen, tut weh“, unterstrich er. Eckart Fritz (Unabhängige Wählerliste) und Hans Wohlfarth (Freie Wählervereinigung) erkundigten sich, ob zur Jahresmitte eine Zwischenbilanz erstellt werden könnte. Dies sei wegen des hohen Arbeits- und Zeitaufwands schwierig, sagte Jäger, versicherte aber: „Wir behalten die Entwicklung im Blick. Wenn sich im Lauf des Jahres etwas verändert, wird der Gemeinderat sofort informiert“.

Zugleich räumte der Bürgermeister ein, dass der Haushaltsplan und dessen meiste Zahlen Prognosen seien. Dagegen seien die Zahlen zu den realen Finanzmitteln der Gemeinde nun ehrlicher und genauer: Sie zeigten „das Geld, das wirklich da ist“. Optimistisch blickte Christoph Jäger nach vorn: „Das Defizit wird sich in den kommenden Jahren relativ schnell wieder auflösen und die Neuverschuldung sich wieder verringern.“ Daraufhin verabschiedete das Gemeindeparlament geschlossen den Haushaltsplan samt Satzung fürs laufende Jahr.

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Erstellt:
28. Januar 2020, 06:00 Uhr

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