Kommentar: Der Verlierer heißt Putin

Kommentar: Der Verlierer heißt Putin

Von Knut Krohn

Brüssel/Stockholm/Budapest - Das unwürdige Gefeilsche hat ein Ende. Ungarns Parlament hat den Weg für Schweden in die Nato frei gemacht. Entsprechend groß ist die Erleichterung im Hauptquartier der Allianz in Brüssel. Ungarns Premier Viktor Orbán hat einmal mehr gezeigt, dass im Zweifel auf ihn kein Verlass ist. Das sollte den Partnern eine große Lehre sein. Er geht nur als vermeintlicher Sieger vom Feld. Zwar bekommt Ungarn neue Kampfjets aus Schweden. Tatsache aber ist, dass Orbán die Position seines Landes mit seinen diplomatischen Volten geschwächt hat.

Tatsche ist aber auch, dass die Verteidigungskraft der Allianz durch den Beitritt Schwedens deutlich gesteigert wird. Zu den ersten Gratulanten zählen die baltischen Staaten. Denn für ihre Sicherheit ist dies ein entscheidender Schritt. Das Bündnis rückt nun im Norden eng an ihre Grenzen.

Wichtig ist etwa die Insel Gotland, die gerne als Schwedens unsinkbarer Flugzeugträger bezeichnet wird. Sie hat eine große strategische Bedeutung für die Kontrolle der Ostsee und einer eventuellen Verteidigung der drei baltischen Länder gegen Russland.

Für Wladimir Putin hingegen ist die Nato-Erweiterung eine schwere Niederlage. Offenbar wird, dass der so selbstsicher auftretende Kremlherrscher weder ein genialer Feldherr noch ein kluger Taktiker oder ein weitsichtiger politischer Stratege ist. Sein Ziel war es, die Nato zu spalten. Erreicht hat Putin genau das Gegenteil.

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Erstellt:
26. Februar 2024, 22:16 Uhr
Aktualisiert:
27. Februar 2024, 21:57 Uhr

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