Kommentar: Kontakte nach Rom werden wichtiger

Kommentar: Kontakte nach Rom werden wichtiger

Von Rainer Pörtner

Stuttgart - Wer im Moment auf die größeren Länder in der EU schaut, der sieht vor allem zwei mit einer höheren Stabilität und entsprechend starken Regierungschefs: Deutschland und Italien. Im Vergleich mit den Spitzenleuten in Spanien, Polen und insbesondere Frankreich können sich Friedrich Merz und Giorgia Meloni – bei allen Schwierigkeiten, die auch sie haben – innenpolitisch auf halbwegs sicherem Fundament bewegen. Vor allem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist geschwächt: Er hat als Staatschef nur noch eine Restlaufzeit bis 2027, im Parlament fehlt ihm die eigene Mehrheit.

Seit einiger Zeit ist zu beobachten, dass Merz beim Management internationaler Krisen wie bei Reformfragen in der EU den Schulterschluss mit Meloni sucht. Dafür gibt es, neben der politischen Schwindsucht Macrons, gute Gründe. Merz und Meloni können miteinander, das zeigten sie jetzt bei den deutsch-italienischen Regierungskonsultationen. Meloni genießt das Wohlwollen von US-Präsident Donald Trump, das eröffnet wichtige Gesprächskanäle nach Washington. Italiens rechtspopulistische Regierungschefin ist klar auf der Seite der Ukraine-Unterstützer und sie fährt einen überraschend EU-freundlichen Kurs. Bei vielen Themen, etwa Bürokratie-Abbau und Stärkung europäischer Wettbewerbsfähigkeit, sind Meloni und Merz auf einer Wellenlänge. Wenn sich Rom und Berlin hierbei unterhaken, kann das der gesamten EU nutzen.

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Erstellt:
23. Januar 2026, 22:04 Uhr
Aktualisiert:
23. Januar 2026, 23:50 Uhr

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